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Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Dienstag, 15. März 2016

The modern days #47

> Als wir am alten Millennium ankamen, war es kurz nach vier Uhr nachts.
Wir betraten das Geschoss der Funk und wurden von den anderen Mitgliedern erst gar nicht beachtet.
Daenerys lief an uns vorbei, mit pinken Söckchen - und zwar nur mit Socken - und verschwand in einem der Zimmer.
Ich fragte mich, ob ihr eigentlich nie kalt war, so im tiefsten Winter...
Ich schüttelte den Kopf.
Ich musste echt dringend ins Bett!
Gerade wollte ich mich abwenden, da nahm Marko meine Hand.
„Hey, ich hoff dir geht's gut nach dieser Nacht. Ist alles nicht so bombe gelaufen“, meinte er, ich nickte und versuchte zu lächeln.
„Du warst ja da. Und jetzt will ich eigentlich nur noch duschen und dann schlafen“, erwiderte ich.
Marko nickte, klopfte mir nochmal freundschaftlich auf die Schulter und ging dann in sein Zimmer.
Ich trottete den Gang hinunter und öffnete ganz vorsichtig die Tür.
Alex lag schon im Bett, die Decke halb von sich gestrampelt, sodass man seinen Waschbrettbauch sah.
Sanft lächelnd lief ich auf ihn zu, zog die Decke wieder über seinen Körper und verschwand dann im Bad.
Als ich in die Dusche stieg und das heiße Wasser über meinen Körper laufen spürte, konnte ich mir ein Seufzen nicht verkneifen.
Wie gut es tat, diesen ganzen Schmutz der Nacht von mir zu waschen!
Fertig geduscht und überall mit duftender Bodylotion eingecremt, putzte ich meine Zähne und ging dann zurück ins Zimmer.
So leise wie möglich ließ ich mich auf der Matratze neben Alex nieder und schloss die Augen.
Ich hätte nie gedacht, wie absurd diese ganze Geschichte werden würde.
Aber neben Alex im Bett zu liegen machte das alles wieder gut.
Ich wollte mich zur Seite rollen, da spürte ich auf einmal Alex' Arm um meine Taille; daraufhin zog er mich an sich.
„Gut, dass du wieder heil neben mir in diesem Bett liegst“, murmelte er schlaftrunken.
Ich lächelte.
Dann schlief ich mit wohligem Gefühl ein und die Stunden verstrichen.
Ich lag zusammen mit Alex im Bett und lauschte seinen gleichmäßigen Atemzügen.
Von meiner Seite aus allerdings konnte ich überhaupt nicht mehr schlafen. Ich warf einen Blick auf mein Handy.
Halb zehn
Dafür, dass ich erst um 5 zu Bett gegangen war, definitiv zu früh!
Noch während ich auf mein Handy starrte, fing dieses plötzlich an zu vibrieren.
Verwirrt sah ich darauf. Meine Mutter rief mich an!
Leise fluchend löste ich mich aus Alex' Armen und verschwand im Badezimmer.
Dann ging ich ans Telefon.
„Hallo?“, murmelte ich, eher fragend als bestimmt.
„Alice, oh wie schön, dass ich dich erreiche!“, flötete meine Mutter, ich verzog den Mund.
„Hey, Mama, alles klar?“, wollte ich daraufhin wissen und hörte sie seufzen.
„Ja, es geht mir wunderbar Alice! Du wirst nicht glauben, was passiert ist!“, erwiderte sie, diesmal seufzte ich.
„Du wirst es mir sicherlich gleich erzählen!“, entgegnete ich, Mama kicherte.
Ich zog die Stirn kraus. Da war irgendwas im Busch!
„Ach Alice, Alice, Alice! Ich bin so glücklich mein Schatz! Ich habe jemanden kennengelernt. Sie heißt Linda! Ich bin, so abgelenkt wie ich manchmal sein kann, in der Apotheke total in sie hineingerannt. Und dann dieser Blick, den sie mir zugeworfen hat! Gar nicht verletzt oder wütend, sondern liebevoll und interessiert! Ach Alice... ich habe mich sofort verliebt!“, murmelte meine Mutter träumerisch und ich konnte nicht anders, als zu grinsen.
„Mama... das hört sich ja ganz fantastisch an! Aber... weißt du denn, ob sie auch mehr von dir will?“, fragte ich.
„Alice, Schätzchen, rate einfach mal, wer gerade nackt neben mir im Bett liegt!“, konterte meine Mutter, ich presste daraufhin die Augenlider zusammen. Das hatte sie mir gerade nicht ernsthaft gesagt!
„Mama, so genau wollte ich es gar nicht wissen!“, rief ich empört und erschrak, mit der Angst, Alex aufgeweckt zu haben.
Meine Mutter kicherte.
„Okay beenden wir mal das Thema, du wirst Linda noch früh genug kennen lernen. Jetzt zu deiner Romanze: wie geht es dir? Wie läuft es mit Alex? Oh Schätzchen ich war so mit mir selbst beschäftigt, dass ich mich richtig schuldig fühle, dich erst jetzt angerufen zu haben... also schieß los. Wie geht's?“, fragte Mama, ich seufzte.
„Also Alex schläft gerade noch; ich bin ins Bad geflüchtet, damit ich ihn durch unser Gequatsche nicht aufwecke!", antwortete ich.
„Och Alice, das ist süß von dir! Und habe ich dir eigentlich schon gesagt, wie sehr es mich freut, dass du deinen Prinz Charming gefunden hast? Alex war so ein süßer, netter junger Mann, und so gutaussehend! Ihr seid so ein süßes Paar!“, erwiderte sie schwärmend.
Ich verdrehte die Augen.
Man merkte deutlich, dass Mama verliebt war. Da ist die ganze Welt einfach nur noch "süß".
Plötzlich öffnete sich die Badezimmertür und ein schlaftrunkener Alex taumelte herein.
„Hey, ich bin aufgewacht, weil du nicht mehr im Bett warst. Ist alles okay bei dir?“, murmelte er und sah mich verschlafen, aber besorgt an.
Ich lächelte und strich ihm seine verwuschelten Haare ein wenig glatt.
Und in dem Moment kreischte meine Mutter ins Telefon.
„Oh mein Gott ich hab dein süßes Schätzchen gehört! Dann leg ich mal besser auf. Bis dann Alice!“, faselte sie und beendete, ohne eine Antwort meinerseits abzuwarten, sofort das Gespräch.
Ich warf einen kurzen irritierten Blick auf mein Handy, steckte es dann aber weg. Dann wandte ich mich Alex zu, der mich immer noch fragend ansah.
Ich seufzte.
„Entschuldige, falls ich dich geweckt habe. Meine Mutter hat mich angerufen!“
Alex nickte.
„Und geht‘s ihr gut?“, wollte er wissen, ich seufzte und nickte lächelnd.
„Mehr als das. Sie hat ein neues Betthäschen gefunden, ist jetzt total verliebt und überglücklich und musste mir natürlich sofort davon erzählen!“
Alex grinste.
„Und außerdem“, fuhr ich fort, „findet sie uns als Paar totaaal süß!“
Jetzt lachte Alex.
„Dann ist ja gut, dass du bei mir eingezogen bist. Und jetzt entschuldige mich Baby, ich muss echt derbe pinkeln. Du kannst sehr gerne hierbleiben, aber...“
Ich winkte ab.
„Schon gut, ich lass dich alleine!“, meinte ich amüsiert und verließ das Bad. <