Was findest du hier?

Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Mittwoch, 29. April 2015

Now I'm gonna tell my momma that I'm a traveller

Hallo ihr da draußen,

na meine Freunde?
Alles klar soweit?
Ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen, ein Sorry dafür :)
Kurzes Update von diesem Blog: Ich bin fleißig dabei, The modern days weiter zu schreiben, Fortsetzung folgt demnächst. Falls du, lieber Leser, hier neu bist, findest du hier den ersten Teil der Geschichte.
Außerdem: Schaut mal auf den Blogs an der Sidebar vorbei und lasst Meinungen da :)
Kurzes Update aus meinem doch so kuriosen Leben: Ich will hier mal raus.
Das klingt sehr banal aber ist doch so, oder?
Wenn ich mir unser Wetter so ansehe, dann reicht der pure Begriff Aprilwetter nicht mehr aus. Hat Thor sich mit Zeus und Poseidon zusammen geschlossen und einfach mal alles zusammengebraut, was ging? Und am nächsten Tag machen die Götter Kaffeekräntzchen und die Sonne scheint :D
Okay, Spaß beiseite, aber ich freue mich wahnsinnig auf den Sommer, die Sonne, die Wärme, den Urlaub und die pure Chillerei.
Ich habe auch eine Menge Reiseziele, die ich im Laufe meines Lebens noch abharken will:
- Die Palmeninsel in Dubai
- Bilbao
- New York City
Letzteres wird schon bald in Erfüllung gehen, da Mademoiselle sich demnächst eine Woche in New York aufhalten wird! *Freude* :D
Was sind eure Reiseziele?
Was macht ihr im Sommer?
Was macht ihr überhaupt, außer das hier zu lesen?
Grüße von eurer Mademoiselle

Sonntag, 19. April 2015

The modern days #37



> Meine Hände zitterten wie nie zuvor.
Ich saß mit Ben am Frühstückstisch. Er scrollte über sein Smartphone und biss dabei gar lustlos in seinen Toast.
Ich konnte beim besten Willen keinen Bissen hinunter bekommen, so aufgeregt war ich.
Denn jetzt musste ich ihm irgendwie verklickern, dass ich mit Alex "durchbrennen" wollte.
Ich räusperte mich und Ben sah automatisch hoch.
„Hm?“, machte er, ich seufzte.
„Ähm, Ben, ich muss... also ich wollte fragen, ob...“
Ich war total nervös!
Ben grinste.
„Es geht um deinen Kerl!“, stellte er fest, ich nickte erschrocken.
War meine aufgesetzte Laune so offensichtlich?
War sie aufgesetzt?
„Ja, ich habe dich angelogen, was mir wirklich leidtut. Eigentlich... also eigentlich... Mann Ben, wir sind zusammen, schon Ewigkeiten. Und ich will zu ihm ziehen!“
Wie überraschend leicht mir das von den Lippen gekommen war.
Mein Vater sah mich überaus überrascht an.
„Wow, Alice. Die Seite kenne ich ja gar nicht von dir, so spontan und abenteuerlustig. Aber, äh, also ich will deinem Liebesglück ja nicht im Wege stehen, aber hast du dir das auch gut überlegt?“, fragte er, ich nickte viel zu stark.
„Du weißt wie anhänglich Mama sein kann. Ich will da mal raus. Und Alex hat eine eigene Wohnung und... es ist ja nur auf Probe! Ben, lass es mich versuchen!“
Ben runzelte die Stirn.
„Alice, ich weiß nicht... Du weißt, ich bin sehr offen für alles Mögliche. Aber ich bin auch dein Vater und mache mir Sorgen. Weiß Simone davon?“, fragte er, ich schüttelte den Kopf.
„Nein, eigentlich hatte ich gedacht, dass...“
„...dass ich mit ihr reden könnte?“
Ich nickte beschämt.
Ben seufzte.
Dann nickte er – ich riss die Augen auf.
„Du tust es?“
Er nickte wieder.
„Unter einer Bedingung: ich will ein bisschen was über ihn wissen, deinen Herzbuben. Erst dann ist er für gut befunden!“
Ich nickte.
Solche Interviews kannte ich bereits.
Hoffentlich stellte er nicht allzu konkrete Fragen.
„Gut. Fangen wir an. Wie ist sein kompletter Name? Und wie alt ist er?“
„Alexander McCurdy, 20.“
„Was macht er beruflich?“
„Geht noch zur Schule, in meine Stufe. Jobbt nebenbei als Barkeeper.“
„Wo wohnt er?“
„Außerhalb der Stadt, mit seinem kleinen Bruder zusammen.“
„Warum? Wo wohnen seine Eltern?“
Ich sog schwerfällig die Luft ein.
„Sie sind vor ein paar Jahren bei einem Autounfall gestorben. Alex und sein Bruder sind dann bei einer Pflegefamilie gewesen, bis er sich eine Wohnung leisten konnte und seinen Bruder mehr oder weniger alleine großgezogen hat.“
Mein Vater nickte.
„Wow. Klingt nach einem harten Kerl, den du dir da angelacht hast“
Ich seufzte.
„Ben, Alex ist der liebevollste Mensch den ich je getroffen habe... Lass es mich probieren. Nur für den Rest der Woche. Bis Weihnachten!“
Ich zog einen Schmollmund.
Ben lächelte.
„Dir sieht man ja deine Verliebtheit förmlich an. Na gut, du bist eh volljährig, was soll ich groß sagen? Probiere es aus, ich will dich von nichts abhalten. Und ich werde mit Simone reden. Versprich mir nur: keine Drogen und keine Enkel, okay?“
Ich schluckte und nickte.
„Geht klar!“
Mein Vater nickte und widmete sich wieder seinem Handy.
Das war ja... leicht?
Ich musste lächeln. Lief doch alles nach Plan.
„Ich geh dann mal packen!“, murmelte ich und stand auf.
„Wann soll es denn losgehen?“, fragte er, ohne aufzusehen.
Ich warf einen Blick auf die große Vintage Uhr an der Wand.
„In einer halben Stunde!“
Ben sah schockiert zu mir hoch.
„Wow, ihr könnt es ja gar nicht abwarten. Dann husch husch, ich mach den Abwasch, lass dich ja nicht aufhalten!“, erwiderte er grinsend und schüttelte den Kopf.
Er stand auf und ich vernahm ein murmeln, das nach "verrückte Jugend" klang, wandte mich jedoch ab und ging in mein Zimmer.
Was sollte ich eigentlich groß einpacken?
Theoretisch brauchte ich eh nur das, was ich für meine Zeit bei Ben mitgenommen habe. Ein paar Klamotten, mein Skizzenbuch, Zeug für das Bad, mein Handy.
Ich verzog den Mund.
Ben war zwar misstrauisch – was ein Vater ja durchaus sein kann – aber war er auch traurig? Dass ich nicht hier blieb? Ich hatte nicht darauf geachtet...
Augenblicklich fühlte ich mich schlecht.
Schließlich hatte ich mich auf die Woche mit meinem Vater gefreut.
Und jetzt durfte ich sie mit der Funk verbringen, geschweige denn ich komme da bis Weihnachten auch wieder heraus.
Lustlos pfefferte ich meinen Kram in meine Tasche und schloss den Reißverschluss.
Sonderlich viel hatte ich nicht dabei.
Mein Handy vibrierte in meiner Hand, ausdruckslos starrte ich darauf.
Ich hatte eine Nachricht bekommen.
Ich stehe unten vor dem Haus, an der Straße. Bist du soweit?
Sie war von Alex.
Augenblicklich begannen meine Hände wieder zu zittern.
Jetzt gab es kein zurück mehr!
Schweren Herzens nahm ich meine Tasche und schlurfte ins Wohnzimmer.
Ben stand an der gegenüberliegenden Wand gelehnt und nickte nach links.
„Ist er das?“
Ich eilte zu ihm und sah aus dem Fenster.
Alex war tatsächlich da. In Ledermontur und auf dem Motorrad. Ich hielt automatisch den Atem an, mein Herz schlug schneller.
Er sah verflucht gut aus!
Ben runzelte mehr als ärgerlich die Stirn.
„Und du bist dir ganz sicher, dass er der Richtige ist?“, fragte er, ich nickte bestimmt.
„Ben, ich bin mir sicher. Mehr als das. Du hattest recht, er ist mein Herzbube!“, murmelte ich gedankenverloren – Und war gar nicht mehr sicher, ob das überhaupt gelogen war.
Ben seufzte.
„Na gut. Viel Spaß Kleine!“, meinte er, ich nickte.
Dann ließ ich meine Tasche fallen und umarmte meinen Vater.
Überrumpelt zuckte er kurz zusammen, legte dann jedoch ebenfalls die Arme um mich.
„Alles klar?“, fragte er, ich nickte.
Ich werde nur vermutlich eine lange Zeit nicht mehr hier sein. Vielleicht nie wieder!
Ich löste mich von Ben, nahm wieder meine Tasche und ging zur Haustür.
Ben lächelte mir aufmunternd entgegen.
„Wie gesagt. Keine Drogen und keine Enkel!“
Ich nickte wieder.
„Wir sehen uns!“
Und schon war ich aus der Tür.
Allein im Treppenhaus.
Plötzlich völlig panisch rannte ich nach unten, stürzte aus der Tür direkt auf Alex zu.
Der hatte sein Motorrad abgestellt und stand lässig neben dran.
Er war überrascht, als ich in seine Arme fiel.
„Alice, alles okay?“, fragte er besorgt, ich versuchte, einigermaßen normal zu atmen.
„Ich habe Angst, Alex. Panische Angst!“ <

Dienstag, 14. April 2015

Watch out for... Coconut Oil

Hallo ihr da draußen,

ja ja, über Beauty Kanäle meckern und dann so was. Ich weiß, ein wenig heuchlerisch, aber nun ja :D
Ich präsentiere mein neues Lieblingsprodukt: Kokosnuss Öl.
Genauso wie Aloe Vera ein All Rounder.
Wofür man das alles benutzen kann?
- als Körperöl
- als Lippenpflege
- als Haarmaske
- als Gesichtscreme
- als alles, was irgendwie Feuchtigkeit spenden soll.
Denn Kokosnussöl ist sehr reichhaltig, hält die Haut geschmeidig und "hydrated", wirkt super trockenen Hautstellen entgegen und ist zudem noch ein natürliches und sogar verganes Produkt, welches ihr mit gutem Gewissen nutzen könnt.
Ein weiteres Vorteil: Es riecht unglaublich gut :D
Oh, und falls ihr mal etwas Öl zum backen oder braten braucht: natürlich geht das auch dafür. Wird vermutlich auch hauptsächlich als Küchenutensilie hergestellt, aber ist eben ein Wundermittel, das in weiteren Bereichen genutzt werden kann.
Viel Spaß beim ausprobieren und pflegen.
Eure Mademoiselle

Sonntag, 12. April 2015

Natürliche Schönheit?

Hallo ihr da draußen,

ich weiß nicht, ob ihr ein Fan von diesen typischen Beauty-Kanälen auf Youtube seid.
Ich jedenfalls habe da eher gemischte Gefühle.
Es gibt ja abertausende von den Schönheitsköniginnen da draußen, die ihre Tips mit der ganzen Welt teilen möchten.
An für sich ja mal nichts negatives.
Mademoiselle sieht sich dann aus Langweile mal ein paar Videos zum Thema "natural Beauty" an.
Hmmmmm, dachte ich, irgendwas läuft da doch falsch!
Zum Thema natural beauty gehörte für besagte Youtuberin (welche, ist ja vollkommen egal) nicht, so zu bleiben, wie man ist, sondern: Foundation, Make-Up, Rouge, Bronzer Lidschatten, etwas für die Augenbrauen und natürlich Lippenstift.
Der Nude-Trend existiert gewiss, doch ich frage mich, warum man, um seine "natürliche Schönheit" zu betonen, erstmal tonnenweise Make-Up braucht.
Ist es nicht irgendwie logischer, es genau anders herum zu machen?
Mal ein bisschen weniger von allem, keine fette Make-Up-Schicht auf der Haut, die alles verbirgt, was eigentlich natürlich ist?
Also ich persönlich bin sowieso kein riesen Fan von Make-Up. Und außerdem finde ich, dass Mädchen, vor allem schon sehr junge, sich viel zu sehr damit beschäftigen, wie und mit was sie sich schminken - auch wenn es zum Beispiel nur für die Schule ist.
Klar kann Make-Up und alles was dazu gehört Spaß machen, aber wenn man seine natürlische Schönheit mal ein wenig hervorheben willt, lautet für mich die Devise: Weniger ist mehr!
Eure Mademoiselle

Sonntag, 5. April 2015

Kussecht ♥ DIY

Hallo ihr da draußen,

der Frühling kommt, Ladys and Gentlemen, auch wenn man ihn noch nicht ganz erkennt, beim aus-dem-Fenster-schauen.
Aber er kommt - ganz sicher.
Und mit dem Frühling auch Fürhlingsgefühle, die ein oder andere Flirterei und ein Küsschen hier, ein Küsschen da.
Um unsere Lippen dabei hauchzart zu halten, präsentiere ich euch einen DIY Lippen Peeling, auch Lip Scrub genannt.
Ist echt ganz easy, dauert keine zehn Minuten und hält ewig.
Was ihr braucht: Zucker, Olivenöl, Honig, Vaseline/Kokosöl/Lippenpflege und Lebensmittelfarbe oder Aroma, wenn ihr mögt. Dazu noch ein Gefäß zum hinein füllen (ich habe einen leeren Cremetigel genommen).
Alles, was ihr dann tun müsst, ist: Soviel Zucker, wie in euer Gefäß passt, mit Honig und Olivenöl zu vermischen, bis ihr die Konsestenz mögt. Vaseline bzw. Kokosöl sind zusätzliche Pflege, die ihr unter mischen könnt, wenn ihr sie da habt.
Aber wenn ihr, so wie ich, an einem Sonntag keine Möglichkeit habt, in die Stadt zu rennen, dann nutzt einfach einen Labello oder ähnliches. Ich hatte noch eine rosa farbene Lippenpflege da, die ich unter gemischt habe, welche dann sowohl Pflege als auch Farbe ersetzt hat.
Das ganze mixt ihr dann gut durch, füllt es in euren Tigel, et voilà, fertig ist euer Lippenpeeling.
Probiert es aus, es bewirkt wahre Wunder gegen spröde Lippen :)


 Eure Mademoiselle

Freitag, 3. April 2015

The modern days #36



> „Also, kommen wir wieder auf unser Problemthema zurück. Wo, wie, wann?“, fragte ich und sah Alex an.
Wir saßen am Küchentisch, zwei leere Müslischalen vor uns.
Alex rührte in seinem Kaffee.
Er seufzte.
„Die Funk ist hauptsächlich angesiedelt im alten Hotel Millennium. Der angebliche Unternehmer, der das Hotel an der Versteigerung gekauft hat, ist Boss. Weißt du, welches Gebäude ich meine?“
Ich nickte perplex.
„Ich erinnere mich, ein einziges Mal mit meinem Vater dort gewesen zu sein, natürlich als es noch ein Hotel war. Ben hat damals seine Wohnung renovieren lassen und hat zwei Wochen da drin gewohnt. Amelia und ich haben ihn natürlich besucht!“
Alex nickte.
„Der offizielle Eingang ist nicht mehr unten. Man muss über die Feuertreppe bis zum vierten Stock hoch, erst ab da ist das Gebäude bewohnt. Die unteren Etagen sind nur noch Garagen. Wir gehen also zum Gebäude, nehmen die Treppe und klopfen oben. Und dann geht der Spaß los!“
Mir rann ein kalter Schauer über den Rücken. Und die feinen Härchen auf meinem Arm stellten sich auf. Ich wollte gar nicht daran denken, zu diesen Verrückten zu gehen!
„Und wann wollen wir das tun?“
Alex zuckte mit den schultern.
„Dort eintreten heißt automatisch auch, dort wohnen. Eigentlich würde ich sagen, gehen wir sobald wie möglich, aber was mache ich mit Nic?“
Ich seufzte.
„Und ich mit meinem Vater?“
Plötzlich wurde die Küchentür aufgerissen und Nic kam herein.
Er sah total glücklich aus, als er so auf den Tisch zugestolpert kam.
„Alex, guess what: Luca hat gefragt, ob ich mit ihm und seinen Eltern fünf Tage mit in den Urlaub fahren will!“
Er war total hibbelig, strahlte Alex förmlich an.
Dieser jedoch begutachtete seinen kleinen Bruder eher kritisch.
„Ähm... einfach so? Nic, ich weiß, das würdest du gerne tun, aber dafür haben wir kein Geld“, erklärte er, Nic jedoch schüttelte den Kopf.
„Ich bin eingeladen. Also komplett!“
Alex runzelte die Stirn.
„Nic ich weiß nicht...“
Nic zog einen Schmollmund.
„Come on Alex. Es ist nicht allzu weit weg, nur die Alpen, sogar noch innerhalb Deutschland! Es sind ja auch nur fünf Tage. Fünf freie Tage für dich!“
Ich zog die Augenbrauen nach oben.
„Wann soll es denn los gehen?“, wollte er wissen.
Nic grinste.
„Morgen früh!“
Alex riss die Augen auf.
„Schon?“
„Mann Alex sei mal ein bisschen spontan!“
Alex sah kurz zu mir. Ich zuckte mit den Schultern.
Dann seufzte er.
„Gut, ich telefoniere mit Lucas Mutter!“
Alex stand auf und ging kurz ins Wohnzimmer.
Ich hörte, wie er Lucas Mutter mit allen möglichen Fragen geradezu bombardierte.
Doch trotzdem dauerte das Gespräch nicht gerade lange und Alex kam wieder zur Küche rein.
Er seufzte und sah Nic an.
Dieser starrte seinem Bruder aufgeregt entgegen.
„Na los. Geh packen“, murmelte er, Nic riss die Augen auf.
„Wirklich?“, fragte er total überrascht.
Alex nickte.
„Vergiss ja keine dicken Socken und Pullies. Und ich schwöre dir mein Freund, wehe du benimmst dich nicht ordentlich.“
Niclas nickte total übertrieben, rannte auf Alex zu und fiel ihm in die Arme.
„Danke danke danke danke!“, murmelte er.
Alex drückte Nic an sich und nickte.
„Solange du mir versprichst, keinen Ärger zu machen“, meinte Alex, sein kleiner Bruder nickte wieder.
Ich musste lächeln. Dieser Mann wird bestimmt mal den großartigsten und liebevollsten Vater abgeben, den die Welt je gesehen hat!
Nic löste sich von Alex und rannte in sein Zimmer.
Alexander kam dann auf mich zu und lächelte schwach.
„Problem eins wäre damit geklärt.“
Ich verzog den Mund.
„Tja, ich weiß immer noch nicht, was ich Ben verklickern soll. Klar hat er nichts dagegen, wenn ich eine Nacht bei Freunden schlafe. Aber für mehr als ein paar Tage bräuchte ich dann schon eine Hintergrund Geschichte!“
Alex nickte und sah geistesabwesend aus dem Küchenfenster.
„Kannst du ihm nicht einfach sagen, du würdest mit deinem neuen Freund durchbrennen?“, fragte er dann und grinste mich an.
Ich allerdings konnte mich nicht mal ansatzweise zu einem lächeln zwingen.
„Nachdem ich ihm klar gemacht habe, dass wir nur Freunde sind und nicht einen auf Sex, Drogs und Rock'N'Roll machen? Wohl kaum...“
Alex meldete sich wieder zu Wort.
„Naja, eine gute Story könnten wir hinkriegen, ich meine: Drogs sind ja schon mal abgeharkt. Und feiern waren wir auch schon zusammen - im rockigsten Club der ganzen Gegend. Nur das mit dem Sex trifft eben nicht zu - was, nebenbei gesagt, deinen Vater aber auch gar nichts angeht! Also?“
Ich runzelte die Stirn.
„Du willst im ernst, dass ich meinem Vater eine verkorkste Liebesgeschichte von uns verklickere, die mich dann soweit treibt, dass ich mit dir durchbrennen will?“
Alex nickte überzeugt, als wäre das alles hier vollkommen legitim.
Ich schüttelte vehement den Kopf.
„Das passt nicht mal in meinen Charakter. Ben weiß, dass ich gewissenhaft bin und niemals einfach so wegen irgendeinem Kerl abhauen würde!“
Alex verdrehte die Augen.
„Du musst ja nicht abhauen. Sag ihm, wir ziehen zusammen, auf Probe. Ich kann dich auch ganz böse Junge like abholen, so mit Motorrad, Lederjacke, Sonnenbrille und so!“, erklärte er grinsend.
Jetzt musste ich auch lachen.
„Du glaubst, das funktioniert?“
Alex zuckte mit den Schultern.
„Also ich kann diese Rolle spielen. Ist nur die Frage, ob du das auch kannst“
Ich nickte zwiegespalten.
„Ich bin mir sicher, dass du das perfekt hinbekommen würdest. Aber ich weiß nicht, ob mir Ben das abkauft...“
Alex lehnte sich vor und faltete seine Hände.
Dann räusperte er sich.
„Okay, du bereitest deinen Vater im laufe des Tages auf unseren Plan vor und schreibst mir, ob er es abgekauft hat. Dann packst du deine Sachen und ich hole dich morgen früh ab, nachdem Nic gegangen ist. Einverstanden?“
Ich nickte wieder, diesmal perplex.
Völlig gedankenverloren sah ich aus dem Fenster.
Ich hatte Angst.
Wirklich – und das wurde mir jetzt erst klar.
Ich hatte verfluchte Angst, dass uns etwas passieren könnte.
Was wollte die Funk von mir?
Werden sie uns töten, sobald sie wissen, dass wir wegen Amelia nachforschen?
Ich schauderte, doch plötzlich hatte Alex seine Hand auf meine gelegt.
„Du musst keine Angst haben, Alice. Es wird uns nichts passieren, das verspreche ich dir!“, erklärte er sanft, ich starrte ihn an, als hätte er gerade tatsächlich meine Gedanken gelesen.
„Wie kannst du da so sicher sein?“, wollte ich wissen.
Alex seufzte
„Ich habe das alles schon mal durchgemacht. Ich weiß wie das abläuft, das ist doch mal ein Vorteil! Außerdem tun wir das alles freiwillig, was ihnen kein Grund verschafft, uns etwas anzutun!“
Ich musste schlucken.
„Ich hoffe, du hast recht!“
Alex nickte und lächelte.
„Das wird schon!“
Ich zuckte mit den Schultern und sah auf meine Armbanduhr.
Ich musste dringend zurück nach Hause, ich hatte Ben nicht wie versprochen angerufen, beziehungsweise bescheid gegeben, dass ich so lange weg blieb…
Ich stand auf.
„Also… wir sehen uns morgen früh. Ich muss jetzt los, mein Vater wartet sicher schon auf mich!“, erklärte ich, Alex stand ebenfalls auf.
„Soll ich dich fahren?“, fragte er, in dem Moment kam Nic zurück in die Küche gerannt.
„Alex, kannst du mir mit dem Koffer helfen?“, fragte er und zog einen Schmollmund.
Ich lachte und wandte mich an seinen großen Bruder.
„Kümmre du dich lieber um deinen Haushalt, ich nehme die Bahn. Ist schon okay!“
Alex kam auf mich zu und umarmte mich.
„Okay. Pass auf dich auf, wir sehen uns morgen!“, murmelte er, ich nickte.
Er begleitete mich zur Haustür und schloss mir auf.
„Danke für die Übernachtung. Wir sehen uns!“, verabschiedete ich mich und lief den Hof vor.
Für diesen Dezembertag war es besonders kalt und ich schlang die Arme um meine Mitte.
Schnell die nächste Bahn nehmen!
Ich verfluchte Alexanders Zuhause, da es so abgelegen war. Doch die viertel Stunde Fußmarsch verging wie im Flug.
Ehe ich mich versah, saß ich schon in der stickig überhitzten Straßenbahn, zurück zu Bens Appartement.
Dort wiederum angekommen hastete ich so schnell wie möglich die Treppe hinauf und lauschte an der Wohnungstür.
Es lief Musik, Punkrock, doch nicht ganz so heftig wie sonst.
Zögernd öffnete ich die Tür und tapste in die Wohnung.
„Ben?“, rief ich fragend, mein Vater kam aus der Küche gelaufen.
Er trug noch seinen langen, grässlich türkisen Bademantel und schlürfte an einer Tasse Kaffee.
„Kleine, endlich wieder da?“
Ich verzog den Mund.
„Hey, ähm… tut mir leid, dass ich nicht angerufen habe… Ich war, ähm, beschäftigt!“, erklärte ich und verfluchte mich innerlich.
Das war die dümmste Ausrede überhaupt.
Ben grinste mich an.
„Kein Problem. Ich sehe, es muss eine heftige Nacht gewesen sein…“, erwiderte er und nahm einen Schluck Kaffee.
Ich seufzte.
„Ben, ich…“
Mein Vater schüttelte den Kopf.
„Keine Details bitte. Husch husch in dein Zimmer jetzt und Tasche richten, ich will mit dir nach dem Mittagessen zu einer Ausstellung fahren!“, erklärte er, ich riss die Augen auf.
„Welche Art von Ausstellung?“, fragte ich.
Ben grinste.
„Ich sage nur: Rembrandt!“, antwortete er, ich jubelte.
„Da wollte ich schon immer mal hin“, erwiderte ich träumerisch, Ben nickte.
„Na dann los jetzt. Deine Gedanken sind viel zu sehr auf deine Freunde gelenkt, dass du kein Zeitmanagement im Kopf hast!“
Ich verdrehte nur die Augen, zog meine Jacke und Schuhe aus und ging dann nach hinten.
Als ich mein Zimmer betrat und zu meinem Bett lief, blieb ich wie angewurzelt stehen - und zwar vor meinem Spiegel.
Ich stellte mich direkt davor und schaute den Pulli an.
Deswegen hatte Ben gemeint, er konnte sehen, dass es eine wilde Nacht gewesen sein musste.
Alexanders Pulli.
Er war mir offensichtlich zu groß, der Bund hing tief unter meinem Hosenbund.
Doch ich verspürte nicht den geringsten Drang, das Oberteil auszuziehen.
Erstens war es so was von flauschig und warm, perfekt für diese Jahreszeit.
Und zweitens haftete überall der Geruch nach Rosen, nach Sandelholz - einfach, nach Alex.
Ich schloss die Augen und atmete tief durch.
Ich liebte diesen Geruch. <