Was findest du hier?

Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Dienstag, 31. März 2015

Storyteller - my mind

Hallo ihr da draußen,

ich habe mich wieder von meinem So-Was-Wie-Vorbild Lefloid inspirieren lassen und gehe mit diesem Post auf ein ganz spannendes Thema ein.
Wie ihr vielleicht aus meinen vorherigen Posts herauslesen konnte, bin ich nicht gerade der riesen Fan Amerikanischer Gesetze. Insbesondere, wenn es sich um Waffengesetze handelt.
Jetzt stelle ich euch eine neue Initiative vor: Every gun has a story.
Ganz ganz interessant Leute, wirklich nennenswert.
Bei dieser Aktion handelt es sich nämlich um einen Shop, in dem man Waffen kaufen kann. Doch das ist jetzt kein "normaler" Laden, denn hier ist jede der Waffen beschriftet - mit einer Geschichte.
Der Storeowner, also der Mann, dem der Laden gehört, erzählt seinen Besuchern nämlich, was für Sachen mit diesem Waffentyp schon passiert ist, Unfälle etc.
Die Menschen, die dann eigentlich vor hatten, eine Waffe zu kaufen, werden somit "aufgeklärt", was alles passieren kann und überlegen sich dann zweimal, ob sie wirklich eine Waffe haben wollen.
Schauts euch mal an, ich finds eine mega gut Idee!
Eure Mademoiselle

Dienstag, 24. März 2015

The modern days #35



> „AAAAAAAAAAH“
Ein Schrei.
Mein Schrei!
Ich schrak hoch.
Dunkel um mich herum.
Ein paar Kerzen brannten. Ich war bei Alex. Genauer gesagt: Ich bin tatsächlich auf seinem Schoß eingeschlafen.
Und nun… Nun hatte ich absolut grässliche Albträume und bin doch tatsächlich mittels eines verzweifelten Schreis aufgewacht.
Alex unter mir zuckte erschrocken zusammen und riss die Augen auf.
„Um Gottes Willen, Alice?“, fragte er und keuchte.
Ich musste schlucken und stand auf.
Dann strich ich über meine Hose, versuchte, die Knicke auszubügeln – was natürlich nicht klappte.
„Alex… äh tut mir leid, dass ich dich aufgeweckt habe… Warum hast du überhaupt zugelassen, dass ich auf dir einschlafe?“, fragte ich und rieb mir über die Augen.
Alex schüttelte den Kopf, stand ebenfalls auf und kam auf mich zu.
„Du warst innerhalb weniger Sekunden im Tiefschlaf versunken, ich wollte dich nicht wieder wecken. Aber was ist denn passiert?“, fragte er völlig besorgt.
Ich schüttelte den Kopf.
„Nichts…“
Alexander sieht mich schief an. Dann war er es, der den Kopf schüttelte.
„Alice, bitte. Du hast total beängstigt geschrien. Erzähl mir, was war los?“
Ich seufzte.
„Es ist ein Traum. Also, immer ein und derselbe Traum – beziehungsweise Albtraum. Ich schlafe ein und sehe jedes Mal dieses Bild vor mir. Mich selbst, wie ich auf dem Boden liegen, Blut überströmt. Und dann kommt Amelia in dieses Zimmer – oder wo auch immer das ist – und kniet sich besorgt über mich. Dann wird sie von irgendwem erschossen und unsere Körper versinken in Blut!“
Alex nimmt meine Hand und streicht über meinen Handrücken.
„Was passiert dann?“
Ich lache auf.
„Ich wache auf, voller Panik und habe das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Solche Panik Attacken hatte ich früher schon mal. Da waren es die gleichen Träume, direkt nach Amelias Tod. Meine Strategie ist es, die Hände auf den Bauch zu drücken und einfach tief durchzuatmen. Spüren, dass das alles nur ein Traum war. Dass ich lebe.“
Alex nickte.
Er zog mich in seine Arme.
„Okay, komm her. Es ist halb zwei morgens. Geh in mein Zimmer, da lässt es sich besser schlafen...“
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein, vielleicht sollte ich besser nach Hause gehen… Ich will dich nicht schon wieder auf dem Sessel schlafen lassen. Das ist immerhin noch dein Haus“, erwiderte ich stur.
Alex lachte.
„Du willst mich in mein Bett verfrachten? Na gut, aber nicht ohne dich!“, meinte er bestimmt, nahm meine Hand und zog mich mit in sein Schlafzimmer.
Ich hatte die Befürchtung, Alex würde nach der Nummer gerade eben auf Abstand gehen – aber ganz im Gegenteil.
Sobald ich neben ihm auf der überaus bequemen Matratze lag, hatte er die Decke über uns zwei gelegt und mich an sich gezogen.
„Alles gut?“, fragte er flüsternd, ich nickte.
Die Wärme von Alexanders Körper und der wundervolle Duft nach Rosen ließen mich schließlich einschlafen.
Und ich wurde auch erst geweckt, als sich Alex neben mir stark bewegte.
Ich öffnete die Augen und bin, zugegebenermaßen, ein bisschen erschrocken. Ich hatte es im Schlaf geschafft, mich fast komplett auf Alex zu legen!
Mein linkes Bein lag angewinkelt auf seinem flachen Bauch, meine Hände hatte ich um seinen Hals geschlungen.
Schnell wich ich zurück.
„Entschuldige, ich wollte dich nicht wecken. Aber ich muss mit Nic zum Zahnarzt...“, murmelte Alex und gähnte.
Ich musste daraufhin ebenfalls gähnen und schüttelte den Kopf.
„Ich habe zu entschuldigen. Wie konntest du überhaupt schlafen? Mit meinem Gewicht auf dir?“, fragte ich und lachte.
Alex grinste.
„Glaub mir. Ich habe schon weitaus unbequemer geschlafen.“
Die Sonne war mittlerweile aufgegangen und strahlte hell und warm durch das Fenster, ganz untypisch für einen Dezembertag.
Ich schlug die Decke zurück und stand auf, Alexander tat es mir gleich.
Er streckte sich und warf einen Blick auf seinen Wecker.
„Wir sollten nicht allzu lange brauchen. Vielleicht eineinhalb Stunden... Du kannst solange das Bad belegen, Handtücher sind im Regal, neben der Dusche.“
Ich nickte und lächelte dankend.
Niclas war schon längst aufgestanden und hatte sich bereits fertig gemacht, als wir beide das Schlafzimmer verließen.
„Bro, ich brauche nur fünf Minuten, dann können wir los!“, sagte Alex zu seinem Bruder und huschte zurück in sein Schlafzimmer, um sich umzuziehen.
Nic beobachtete mich argwöhnisch, ich konnte nichts anderes tun, als mir jegliche Kommentare zu verkneifen.
Nur mit Hose bekleidet kam Alex wieder heraus und zwängte sich während dem Laufen in ein graues Shirt - ich versuchte, ihn nicht anzustarren.
Dann ging Alex kurz ins Bad, putzte seine Zähne in Rekordzeit und war wirklich keine Minute zu spät wieder im Flur.
Seine Haare band er lose zusammen, während Nic aus der Kommode den Schlüssel herauskramte.
Ich beobachtete die Situation stillschweigend, bis Alex sich wieder mir kurz zuwandte.
„Eins noch: wenn du frühstücken willst, bedien dich ruhig. Ich war aber lange nicht mehr einkaufen, von daher sollte...“
Ich schüttelte nur den Kopf und unterbrach ihn somit.
„Um Gottes Willen, mach dir um mich keine Sorgen. Das ich hier schlafen durfte, ist schon mehr als genug. Ich werd schon was zu essen finden“, meinte ich und lachte.
Alex nickte, wirkte allerdings ein wenig besorgt.
„Ich will nur nicht, dass du wieder umkippst!“, beteuerte er, ich winkte ab.
„Werd ich nicht“
Nic warf uns beiden einen äußerst genervten Blick zu.
„Ich bin kein Fan von Zahnarzt. Aber zu spät kommen will ich auch nicht. Könntet ihr zwei lovers eure Gespräche eventuell später fertig führen?“
Alex schnaubte und stupste seinen Bruder an die Schulter.
„I said it before: wir sind nicht zusammen“
Nic zuckte mit den Schultern.
„Wie auch immer.“
Die beiden verabschiedeten sich folglich, ich wurde in dem alten Häuschen alleine gelassen.
Es war überall so ruhig.
Ich schlurfte ins Bad und entledigte mich meiner Kleidung. Dann trat ich in die Dusche und stellte das Wasser an. Eiskalt ließ dieses meine Haut prickeln, jetzt wurde ich richtig wach.
Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf das erfrischende kühle Nass.
Dann musste ich über die vergangene Nacht nachdenken.
Es scheint fast so, als würde ich hier wohnen, so oft wie ich bei Alex schlief – Nic hatte ja wirklich nicht unrecht.
Ich war definitiv oft hier, aber das kam auch daher, dass ich mich in diesem Haus mit diesem Mann im Moment am sichersten und am wohlsten fühlte, zumindest, wenn dieser eine Mann bei mir war.
Ich konnte nichts dagegen tun, aber Alex wuchs mir langsam aber sicher ans Herz.
Nach der Dusche fühlte ich mich wie nach einem doppelten Espresso, bekam aber auch überall eine Gänsehaut.
Ich trocknete mich mit einem überaus flauschigen Handtuch ab, band meine feuchten Haare zu einem Knoten und zog dann meine Jeans und das Shirt über. Anschließend wollte ich meine Zähne putzen - und kleckerte prompt eine riesige Portion Zahnpasta auf mein Oberteil.
Oh mein Gott.
Solche beschissenen Sachen passieren auch nur mir!
Scheiße, ich musste danach mit der Bahn nach Hause. Aber mit grünen Flecken auf einem weißen Shirt… Wie sah das denn aus?
Ich seufzte und verließ das Bad. Ehrlich gesagt konnte ich nicht glauben, dass ich das folgende wirklich getan hatte, aber ich bin in Alexanders Schlafzimmer getapst. Genauer gesagt zu seinem Schrank.
Habe mir einen Pulli genommen.
Habe ihn angezogen.
Habe träumerisch in den Spiegel gesehen.
Habe gemerkt, dass die Haustür aufgemacht wurde.
Und bin wieder schnellstmöglich aus dem Zimmer hinaus geeilt.
Alex und Nic waren schon wieder da!
Während Niclas ein wenig frustriert in sein Zimmer stapfte und die Tür hinter sich zu schlug, sah Alex mich grinsend an.
„Alice, du siehst ja... ganz reizend aus! Alles klar?“, fragte er und lachte.
Ich lächelte entschuldigend.
„Ja... das ist so ne Geschichte... aber kann ich den für heute ausleihen? Und warum seid ihr überhaupt schon wieder da? Ihr ward keine halbe Stunde weg!“
Alex zog seine Jacke aus und lachte. Dann kam er auf mich zu und grinste.
„Zu erstens: behalt ihn so lange du willst. Der Kraftklub Pullover sieht auch so sexy aus! Und zu zweitens: Wir waren beim Arzt, aber der Termin wurde kurzfristig abgesagt, weil der Kerl seine Frau ins Krankenhaus fahren musste. Schwangerschaft und so...“
Er schüttelte lächelnd den Kopf.
„Naja und Nic ist jetzt ziemlich angepisst, dass er trotz Ferien so früh aufstehen musste, um diesen äußerst schrecklichen Termin wahrzunehmen, der jetzt verschoben wurde. Und zwar auf nach den Ferien!“
Ich lächelte.
„Ich kann Niclas verstehen. Ärzte sind auch nicht meine besten Freunde - auch wenn meine Mutter Ärztin ist. Ich kann auch kein Blut sehen. Und glaub mir, das ist als Frau ganz schön kompliziert!“, meinte ich, woraufhin Alex lachen musste.
„Ja, ähm... soll ich dich eigentlich nach Hause fahren? Oh und hast du gefrühstückt? Du weißt, ich lasse dich nicht gehen, bevor du nicht etwas gegessen hast!“
Ich lächelte und schüttelte den Kopf.
„Ich kann die Bahn nehmen... Und nein, ich hab in dieser halben Stunde nur Zeit gehabt, meinen Pulli zu versauen und nicht zu frühstücken. Aber du stellst mich immer so hin, als wäre ich magersüchtig!“, meinte ich frustriert.
Alex legte seine Hände auf meine Schultern und sah mir lächelnd in die Augen.
„Alice. Du hast diese schlechte Angewohnheit, einfach in Ohnmacht zu fallen. Bitte versteh meine Sorge!“
Ich seufzte.
„Du redest mit mir, als wäre ich ein kleines Kind. Aber wenn’s sein muss...“, murmelte ich, Alex nickte grinsend.
„Hey, ich versuche mich an der Erziehung eines sehr eigenwilligen, total frechen, kleinen Jungen. Dieser Umgang mit anderen Menschen liegt mir sozusagen!“
Ich kniff Alex in die Seite.
„Na gut. Schon okay. Ich werde was essen. Hast du denn schon was gefrühstückt?“, fragte ich, Alex schüttelte den Kopf.
„Nein. Wegen eines auf mir liegenden Mädchens konnte ich nicht eher aufstehen und musste mit knurrendem Magen mit meinem kleinen Bruder zum Arzt fahren“, antwortete er.
Ich sah ihn empört an.
„Willst du mich aus deinem Haus ekeln? Denn du bist grad echt gut dabei!“
Alex schüttelte lachend den Kopf.
„Nein, ganz im Gegenteil. Ich will doch nur ein bisschen Spaß machen. Komm, lass uns was essen. Ich habe noch fünf Sterne Müsli, es ist exzellent“
Ich kicherte.
Dann nickte ich.
„Das klingt ja köstlich. Lass uns gehen!“ <

Samstag, 21. März 2015

Sparkly Spring ♥ DIY

Hallo ihr da draußen,

ich habe endlich wieder Zeit gefunden, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und bin zu diesem Vasen-DIY gekommen.
Ich bin mir zwar sicher, dass ihr das so oder so ähnlich schon mal gesehen habt, aber ich fand es trotzdem ganz süß und passend zum kommenden Frühling. Ich musste es sozusagen mit euch teilen.
Ihr braucht nicht viel außer: eine Unterlage, eine alte Flasche, Sprühkleber, Tesafilm und Glitzer/Sand/was ihr wollt.
Ich bin eigentlich kein großer Glitzerfan, aber ich hatte noch welches zuhause und dachte, es passt ganz gut. Wenn ihr euch eher Richtung Sommer orientieren wollt, nehmt Sand und vielleicht ein paar kleine Muscheln.
So, und jetzt ran ans Werk - um endlich zu dem zu kommen, wovon ich die ganze Zeit so chaotisch schreibe :D

Der Tesa garantiert eine saubere Kante :)
Zu aller erst nehmt ihr die Flasche, die ihr wollt, macht möglicherweise das Etikett noch ab und nehmt dann den Klebefilm zur Hand. Damit klebt ihr euch einen "Rand", bis zu welchem ihr Glitze/Sand haben wollt.

Unbedingt eine Unterlage benutzen!
Jetzt nehmt ihr euch euren Kleber zur Hand, sprüht auf den unteren Teil der Falsche und verteilt ordentlich Glitzer drauf.

passt auf mit dem Glitzer, das klebt sonst überall :D
Den überschüssigen Glitzer abschütteln und dann erstmal kurz trocknen lassen!
Danach könnt ihr den Tesafilm abziehen und hab eine gerade Kante über dem Glitzer.
Blume rein und Vase aufs Fensterbrett - oder wohin auch immer :D

so sieht das fertige Werk dann aus
Viel Spaß beim Nachmachen!
Eure Mademoiselle


Samstag, 14. März 2015

Das schwache Geschlecht - my mind

Hallo ihr da draußen,

also, dieser Post geht vor allem an die bezaubernden Ladies unter euch.
Denn es soll uns kurz über uns Frauen gehen.
Wie ihr eventuell mitgekommen habt, ist die Frauenquote jetzt offiziell Politik geworden.
Als ich das in der Zeitung gelesen habe, musste ich erst mal den Kopf schütteln.
Also meiner Meinung ist das der völlig falsche Ansatz zu Aufstiegschancenbesserung für Frauen.
Das Problem, dass es zu wenige Frauen in Führungspositionen gibt, liegt ja nicht unbedingt daran, dass die nicht gewollt sind.
Ich schätze, mit ausreichend Qualifikationen können es Frauen hier zu Lande wirklich zu etwas bringen.
Probleme gibt es aber zum Beispiel - wie in so vielen Bereichen des Lebens - mit der Vereinbarung von Job und Familie.
Ist doch klar, dass eine Frau, die Mutter ist, einen Vollzeit Mangagerjob nicht ausführen kann, weil sie keine guten Möglichkeiten hat, diese zwei wichtigen Felder miteinander zu verbinden.
Ich würde sagen: Es liegt nicht direkt an männlicher Dominanz (obwohl Sexismus und Unterdrückung auch immer noch Aspekte sein können), sondern an falschen Grundbedingungen.
Wie wäre es, anstatt dieser dummen Quote Gesetze für bessere Kinderbetreuung zu entwerfen? Oder dass Frauen auch von zuhause aus arbeiten können?
Es bringt nichts, zu versuchen, die oberflächlichen Gegebenheiten durch die Frauenquote zu beseitigen, wenn die Wurzel der Probleme nicht bekämpft worden ist.
Meinungen?
Eure Mademoiselle

Freitag, 6. März 2015

Die Justiz ist in Deutschland seit Jahrhunderten die Hure (...) - Büchner - my mind

Hallo ihr da draußen,

gerade hatte ich beschlossen, mich auf die Schule zu konzetrieren, da springen mir die Gesellschaftskritischen Themen geradezu entgegen.
Das Zitat aus dem Titel passt doch ganz hervorragend zum Fall Edathy, oder was meint ihr?
Da lädt sich so ein Typ Kinderpornos runter - und wird dafür mit ein bisschen Geldstrafe bestraft.
Leute! Politiker kriegen doch massenhaft Kohle (und fragt mich nicht für was), was kümmern den Kerl da 5000 Euro?
Der Typ hat sogar ausgesagt -nach gefühlten Ewigkeiten voller Leugnung - und gilt jetzt trotzdem als unschuldig.
Mindfuck, das ist das Wort, was meinen Gedankengang dazu beschreibt.
Ich kapiere nicht, warum zum Teufel das einfach so akzeptiert wird?
Zum Glück gibt es noch Menschen mit normalem Verstand, wie die Organisation, an welche das Geld gehen sollte -die haben sich nämlich dazu entschieden das Geld nicht anzunehmen, weil es ja schlichte Akzeptanz ausstrahlen würde.
Und das, meine Freunde, geht gar nicht!
Wir können solche Fälle nicht akzeptieren, nur weil ein Möchtegern-Promi-Politiker denkt, er wüsste was richtig und was falsch ist.
Manchmal komm ich mit der Welt nich mehr klar...
Eure Mademoiselle

Mittwoch, 4. März 2015

Inspiring

Wenn die Macht der Liebe
die Liebe zur Macht übersteigt, 
erst dann wird die Welt endlich wissen, 
was Frieden heißt!
- Jimi Hendrix

Not doing very well....

Hallo ihr da draußen,

kurzes Update meinerseits: Mademoiselle hat gerade sehr viel Stress und recht wenig Zeit.
Ich bin gerade wirklich ausgebucht mit allem Möglichen, speziell in Sachen Schule - was die meisten von euch bestimmt nachvollziehen können.
Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich gerade nicht die Nerven habe, um regelmäßig Posts zu machen.
Allerdings verspreche ich, dass es im April voller neuer Inspiration und Tatendrang wieder richtig los geht mit all den vor Kreativität strotzenden Posts :)

Ich wünsche euch ne schöne Zeit mit dem gerade ankommenden Frühling!
Eure Mademoiselle 

Sonntag, 1. März 2015

The modern days #34



> „Ben entschuldige mich einen Moment, ich muss kurz telefonieren“
Mein Vater nickte grinsend.
„Kleine, kein Ding“
Ich lächelte ihn dankend an und stand auf. Dann rief ich Alex zurück.
„Hey, was ist denn los?“, fragte ich und musste zugeben, leicht besorgt zu sein.
Am anderen Ende der Leitung seufzte Alexander.
Ich hörte, wie eine Tür geschlossen wurde.
Er sprach auch nicht mehr ganz so laut.
„Hör zu. Ich wurde kontaktiert.“
Ich musste schlucken.
„Die Funk?“, fragte ich tonlos.
„Mmh“
Ich schloss für einen Moment die Augen.
„Verdammt. Und was jetzt?“
„Es ist... kompliziert. Der Brief… Alice... Sie wollen, dass ich dich zu ihnen bringe!“
Mein Herzschlag setzte einen Moment aus. Völlig geschockt ließ ich mein Handy fallen.
Was?
Ich sah mich panisch um.
Das kann ich nicht.
Ich schüttelte den Kopf.
Das will ich nicht!
Auf einmal tippte mir jemand auf die Schulter.
„Sie haben ihr Handy fallen gelassen. Ist alles okay?“, wollte der Mann vor mir wissen, ich starrte ihn verstört an. Er reichte mir mein Handy.
Dann blinzelte ich ein paar Mal und nickte.
Es war der Kellner von vorhin.
„Ähm... nein... also ja, alles okay. Dankeschön. Ich war... abgelenkt!“
Der Mann nickte und grinste.
„Okay“, murmelte er und verschwand wieder so schnell, wie er gekommen war.
Erst jetzt realisierte ich, dass Alex noch nicht aufgelegt hatte und permanent redete.
Ich hielt das Handy wieder ans Ohr.
„...kannst du bitte antworten! Alice!“, rief er, ich runzelte die Stirn.
„Entschuldige, mir ist mein Handy heruntergefallen!“
Ich vernahm ein stöhnen, vielleicht auch ein erleichtertes aufatmen am anderen Ende der Leitung.
„Mein Gott, weißt du, wie viel Angst du mir gerade gemacht hast?“
Ich seufzte.
„Entschuldigung. Aber dieses Gespräch hat mich geschockt!“
„Alice, ich kann verstehen, dass du Angst hat. Glaubst du, ich habe die nicht? Aber was soll ich denn jetzt tun? Boss hat mir 48 Stunden Zeit gegeben, dann wird er mich wieder kontaktieren!“
Ich runzelte erneut die Stirn.
„Boss?“, fragte ich
„Ja, so heißt doch der Typ, der die Funk gegründet hat und sie anscheinend noch immer erfolgreich führt!“
Ich schnaubte. Erfolgreich, dieses Wort ist auch sehr dehnbar.
„Hör zu. Ich bin bei meinem Vater und würde sehr gerne eine einzige ruhige Nacht verbringen, ohne über irgendwelche Drohungen nachzudenken. Kann ich… kann ich das tun?“, fragte ich, extrem unsicher.
„Ja, ich denke schon. Wie gesagt, 48 Stunden, dann erwartet er eine Antwort. Und Alice, wenn er die nicht bekommt…“
Ich musste schlucken.
„Ich kann es mir denken. Ich komm spätestens morgen Abend vorbei – heute denke ich, werde ich keine Zeit mehr finden – und wir reden, okay?“
Alex seufzte.
„Okay. Falls irgendetwas passiert, melde ich mich. Oder falls du irgendwas Komisches in deinem Umfeld bemerkst, ruf mich bitte sofort an!“, bat er, ich nickte.
Mein Mund wurde ganz trocken.
„Wäre es möglich, mir keine Angst mehr zu machen?“, fragte ich, Alex sagte ein paar Sekunden nichts.
Das bedeutete nichts Gutes.
Schließlich antwortete er.
„Ich befürchte, das wird nicht möglich sein!“
Sofort begann mein Herzschlag, sich zu erhöhen.
Ich verabschiedete mich flüsternd, Alex legte schließlich auch auf.
Schwerfällig begann ich, zurück zu meinem Platz zu laufen.
„Hey Kleine, alles klar? Siehst nicht gerade gut aus…“, murmelte Ben, als ich zurück zum Tisch kam.
Ich schüttelte nur lächelnd den Kopf und setzte mich.
„Nein, alles okay. Warum hast du denn noch nicht angefangen?“, fragte ich und zeigte vorwurfsvoll auf sein Essen, das mittlerweile vor ihm stand.
Mein Vater sah mich schief an.
„Weil ich zusammen mit meiner Tochter essen möchte, okay?“
Ich seufzte und nickte.
Mein bestelltes Risotto stand ebenfalls vor mir. Doch der Appetit war mir vergangen.
Mein Vater sah mich immer noch besorgt an, weshalb ich mich schließlich zwang, etwas zu essen.
Er wirke augenblicklich entspannter und lächelte.
Ich lächelte zurück, und musste mich gleichzeitig unterstehen, nicht anfangen zu heulen.
Das Risotto schmeckte aber so gut, dass mein Appetit sofort zurück kam – als ich bemerkte, dass ich wahnsinnigen Hunger hatte.
Meine Laune hob sich ein wenig, und als Ben und ich anfingen zu quatschen, ging es mir wieder einigermaßen gut.
Doch irgendwie…
Ich konnte beim besten Willen meine Gedanken auf nichts anderes als die Funk lenken.
Nicht mal mein Vater vermochte es, mich mit seinen Rockstar-Lebensgeschichten auf andere Gedanken zu bringen.
Ich musste einfach zu Alex, um zu wissen, was in diesem verdammten Brief steht!
Mein Vater und ich aßen noch zusammen, saßen bis spät Nachmittags in irgendeinem Café und plauderten weiter.
Irgendwann meinte mein Vater, er müsse wieder zurück – an einem seiner Songs weiter schreiben, für den Unterricht.
Wir fuhren zurück (übrigens hatte ich mich ebenfalls in das Auto verliebt, es ist der Hammer).
„Kleine, wie wär’s, wenn wir zusammen spielen? Ich hab alle Akkorde, ich Gitarre und du den Bass?“ fragte er, ich grinste und nickte.
„Klar“
Tja, wenn man bei Musikern groß wird, kommt man nicht drum rum, ein Instrument zu erlernen.
Mein erster eigener Bass war komplett weiß – und ich hatte ihn angemalt, mit schwarzem Edding.
Die Musik lenkte mich bis spät abends ab, doch irgendwann kam was kommen musste, und meine Gedanken drehten sich wieder um Alex und die Funk.
Ich räusperte mich.
„Hey, Ben, ähm... ist es schlimm, wenn ich heute noch weggehe?“, fragte ich meinen Vater daraufhin und drehte mich zu ihm.
Er schüttelte den Kopf und runzelte die Stirn.
„Natürlich nicht. Vergiss nicht: ich bin der coole Dad. Nicht der Spießer!“
Ich lachte.
„Und... ähm... also es könnte wirklich spät werden. Vielleicht auch bis morgen früh“
Ben grinste.
„Kleine, wenn du feiern willst, musst du nicht fragen! Bleib solange du willst“
Ich nickte lächelnd.
Ben hob die Hand.
„Versprich mir nur eins. Falls du wieder bei irgendwelchen gewissen Freunden übernachten solltest - wobei ich mir ja sicher bin, dass es genau dieser eine Kerl ist und du diese Beziehung runter spielst - ruf mich morgen früh an, damit ich wenigstens ansatzweise weiß, wo du steckst und wann du heim kommst“, erklärte mein Vater.
Ich sah ihn mit hochgezogener Braue an.
„Okay super cooler Daddy. Ich werde zu keiner dieser Worte genauer Stellung nehmen, außer: ja. Ich ruf dich an“
Ben grinste zufrieden.
Dann setzte er sich zurück an seinen Schreibtisch und nahm sich seine Gitarre.
„Kleine, am besten du machst dich schnellstmöglich aus dem Staub. Dann kann ich den Verstärker wieder aufdrehen!“
Ich schnaubte.
„Was sagen eigentlich die anderen Bewohner dieses Hauses? Das ist viel zu laut. Du wirst bestimmt bald taub werden!“, meinte ich und schulterte meine Tasche.
Ben schnaubte.
„Kleine, das ist meine eigene Wohnung,  ergo darf ich tun was ich will. Und außerdem sind die einzigen Leute, die unter mir wohnen, eine reine Männer WG. Wobei ich nicht weiß, wann alle fünf mal nüchtern und nicht zugekifft sind. Ich war ein einziges Mal unten, da war Stromausfall. Wollte fragen, ob das auch in ihrer Wohnung ist. Als ich da rein gekommen bin, hat mich eine Rauchwolke empfangen und aus dem Zimmer nebenan kam andauerndes Gestöhne. Kleine, die interessierst es kein bisschen, was ich tue!“
Schockiert sah ich zu meinem Vater, der grinste nur.
„Um Gottes Willen, mit welchen Leuten lebst du hier zusammen?“
Ben lachte.
„Glaub nicht, dass deine Mutter und ich anders gewesen wären“
Ich schauderte.
„Gut. Ich geh jetzt. Viel Spaß noch!“
Ben widmete sich seiner Musik, während ich aus der Wohnung ging und die Treppe hinunter hüpfte.
Im Hausflur vernahm ich den Geruch von Zigaretten und musste sofort zur Wohnungstür zu meiner rechten sehen.
Okay. Keine Ahnung, wie mir das davor noch nicht auffallen konnte. Das ist ja grässlich!
Ich hustete.
Dann flüchtete ich mich vors Haus, an die frische Luft.
Zügig lief ich zur nächsten Bahn und setzte mich auf einen letzten freien Platz in einem überfüllten Abteil.
Ich sah mich um.
Überall fremde Menschen, schwatzend, schweigend.
Ich stellte mir vor, wer von diesen Menschen vielleicht etwas mit der Funk zu tun hat.
Ich bekam eine Gänsehaut.
Im Moment war mir die Welt suspekt.
Die Fahrt ging stundenlang und trotzdem war sie schnell vorbei, immer wenn die Sitze neben mir ihren vorüber gehenden Besitzer wechselten.
Schließlich kam ich an der Endstation an - und musste danach trotzdem noch eine viertel Stunde laufen, bis ich am alten Hof ankam, der sich Alexanders Zuhause nannte.
Langsam wurde es dunkel draußen. Ich beeilte mich.
Hastig klopfte ich an die Tür. Nic öffnete mir.
„Hi Alice. Dich hab ich ja schon lange nicht mehr gesehen...“, murmelte er, ich lachte und zuckte entschuldigend mit den Schultern.
„Ich muss mit Alex reden. Ist er da?“, fragte ich, obwohl ich die Antwort ja schon kannte.
Niclas nickte.
„Klar. Er ist in seinem Zimmer“, meinte er und ließ mich durch die Tür treten.
Ich lächelte ihn dankend an und lief den Flur entlang.
Dann klopfte ich an Alex' Zimmer und nach einem "herein" ein.
Alex saß auf seinem Bett, mit Kopfhörern im Ohr. Total konzentriert sah er auf das Buch in seinen Händen.
Den Titel konnte ich nicht entziffern.
Er sah auf und erschrak. Dann zog er sich die Kopfhörer vom Kopf.
„Gott, Alice. Ich dachte du wärst mein Bruder!  Wie kommst du in mein Haus?“, fragte er und lachte. Dann bedeutete er mir, sich zu ihm aufs Bett zu setzen.
Ich krabbelte neben ihn.
„Nic hat mich rein gelassen. Entschuldige, falls ich dich überrascht habe. Stör ich denn? Ich dachte eben, ich komm doch so bald wie möglich!“
Alexander schüttelte den Kopf.
„Nein, auf keinen Fall, du störst nicht.“
Ich lächelte und legte meinen Kopf auf Alex' Schulter.
„Was ließt du da?“, fragte ich, Alex grinste mich an.
„Einen Gedichtband. Über die Zeit von Sturm und Drang. Das bekannteste Gedicht ist von Goethe. Prometheus“
Alex las mir vor.
Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden da droben
?“
Ich sah ihn leicht verwirrt an.
„Ich habe noch nie einen jungen Mann getroffen, der darauf steht, in seiner Freizeit Gedichte zu lesen“
Alex seufzte.
„Das Buch ist schon etwas älter. Meiner Mum war vernarrt in die Dichtung und hat sich ein paar deutsche Bände gekauft. Das ist alles, was davon noch übrig geblieben ist. Ich lese sie, um denselben Gefallen daran zu finden, welchen meine Mutter gefunden hatte. Goethe hat sie geliebt“
Er schloss das Buch.
„Aber wenn du jetzt da bist, will ich dich damit nicht weiter langweilen“, meinte er und legte den Band beiseite, ich lächelte.
„Du langweilst mich nicht damit. Es ist niedergeschriebene Kunst. Und ich mag Kunst!“
Alex seufzte.
„Leider ist nicht alles Niedergeschriebene auch Kunst, weswegen wir uns auch mit anderem beschäftigen müssen, was uns gerade betrifft“, entgegnete er, ich nickte resigniert.
„Leider“
Ich setzte mich auf und zog die Knie an.
„Wo ist der Zettel?“
Alex stand auf, öffnete die unterste Schublade seines Schreibtisches und holte einen Umschlag heraus.
Dann kam er zurück zum Bett, setzte sich und übergab mir das Schreiben zögerlich.
Auf dem Umschlag stand wie schon vermutet "für unwillige neue Krieger".
Mit zitternden Fingern holte ich das Papier daraus heraus.
Mit Schreibmaschine getippt.
„Alexander. Wie konntest du uns nur verschweigen, dass deine neue Flamme exakt so aussieht, wie das Mädchen, mit dem du dich angefreundet hattest - und das jetzt tot ist. Du hast 48 Stunden Zeit, dir zu überlegen, ob du uns Alice gleich auslieferst - immerhin könnte sie zu viel wissen, du verstehst hoffentlich unsre sorge. Oder aber du entscheidest dich dafür, nichts zu tun. Dann wird Alice eben einfach so verschwinden. Und das ganz sicher nicht ins Wunderland.
Wir freuen uns auf dich, alter und auch neuer Krieger!“
Ich musste schlucken.
„Was wirst du tun?“, fragte ich flüsternd.
Alex starrte mich entgeistert an.
„Soll ich das etwa alleine entscheiden?“
Er klang verzweifelt.
Ich sah ihn leblos an.
„Für mich ist das ganz simpel: die Funk hat es auf mich abgesehen. Ich meine, zwei Drohbriefe hinter einander? Ich bin Frischfleisch für diese Leute. Jetzt liegt es nur noch an dir: entweder, du bleibst bei mir und hilfst mir mit der Konfrontation. Oder wir gehen ab sofort getrennte Wege und...“
Alex schüttelte vehement den Kopf.
„Auf keinen Fall. Ich überlasse dich doch nicht einfach deinem Schicksal!“
Ein Anflug des Lächelns huschte über mein Gesicht.
Dann nickte ich.
„Okay… aber… was sollen wir denn tun? Unbeschadet kommen wir aus dieser Sache doch nicht mehr heraus!“, erwiderte ich verzweifelt.
Alex schien zu überlegen.
„Ich habe eine Idee: Wir drehen den Spieß einfach um!“
Ich runzelte die Stirn.
„Wie meinst du das?“
„Also, die Funk will uns haben. Dann könnten wir auch einfach zu ihr gehen!“
Mir fiel die Kinnlade hinunter.
Blanke Angst überkam mich.
„Du willst mich einfach diesen kranken Leuten ausliefern?“
Alex riss die Augen auf.
„Nein, um Gottes Willen, Alice so habe ich das nicht gemeint.“
Er nahm meine Hand in seine, strich darüber.
Dann zog er mich ein wenig an sich, mein Herz raste.
Doch als Alex seinen Arm um mich legte und ich meinen Kopf an seiner Brust ruhen ließ, beruhigte ich mich wieder.
„Wie dann?“, fragte ich flüsternd und schluckte schwer.
Alex seufzte.
„Wir gehen da hin – zusammen – und werden Teil der Gang!“
Ich fing an zu zittern.
„Wir tun so, als ob wir da wirklich mitmachen wollen. Dann werden wir aufgenommen und die Funk verfolgt uns nicht weiter hin, weil sie dann unsere Loyalität anerkennen wird. Außerdem haben wir dann genug Zeit, über Amelias Tod nachzuforschen. Wir sind uns einig, dass das kein Selbstmord gewesen sein kann. Jemand hat sie getötet. Und diese Person müssen wir finden!“
Alex sprach so ruhig und monoton, dass mir immer kälter wurde.
Warum war er so gelassen?
Ich hatte Angst, die feinen Härchen meiner Arme richteten sich durch die plötzlich auftretende Gänsehaut auf, mein Magen zog sich zusammen.
„Beitreten… zu diesen Gesetzlosen?“, murmelte ich entsetzt.
Alex seufzte.
„Alice, ich weiß, du hast Angst und du willst diese Geschichte einfach nur los werden. Natürlich können wir auch die Polizei rufen. Aber die wird dir nicht weiterhelfen. Die Funk ist im Untergrund verstreut, die hat Mittel und Wege, alles zu kriegen, was sie will – und eben auch alles zu verhindern, was sie will. Anzeige hin oder her, auf den Briefen stehen ja nicht mal Absender. Und der Todesfall von Amelia wird auch nicht wieder aufgerollt werden“
Ich nickte zaghaft.
„Okay.“
Alex sah mich fragend an.
„Tun wir es“, meinte ich, flüsternd aber willensstark.
„Bist du dir sicher?“
Ich zitterte immer noch.
„Wenn du dabei bist, wird es wohl nicht allzu schlimm werden!“
Alex zog mich näher an sich und rubbelte über meine Arme.
Ein paar Minuten saßen wir so dicht nebeneinander, schweigend.
„Alles okay?“, fragte Alex schließlich, ich nickte.
Die Kälte war noch immer nicht verschwunden, aber ich hatte tatsächlich nicht mehr allzu starke Angst.
Plötzlich klopfte es an der Tür, ich schreckte hoch.
Als sie geöffnet wurde und Nic herein kam, atmete ich erleichtert aus.
Alex grinste.
„Was ist los, bro?“, fragte er, Nic rollte mit den Augen.
„Hey Leute, sorry falls ich störe, aber ich mache mir hot chocolate. Wollt ihr auch?“, fragte er und zuckte mit den Schultern.
Ich seufzte.
„Unbedingt! Das würde mir jetzt mein Leben versüßen“, antwortete ich träumerisch.
Alex lachte.
„Brüderchen, seit wann so gut drauf? Aber wenn du schon so nett fragst, dann mach mir auch eine“, bat Alex, sein kleiner Bruder nickte.
„Soll ich dir helfen?“, fragte ich und löste mich aus Alex’ Armen.
Nic schüttelte sofort den Kopf.
„Ne. Ich bin kein Baby mehr, ich kann das alleine. Kuschelt ihr ruhig noch ein bisschen…“
Alex hob beschwichtigend die Hände.
„Sorry for asking, bro!“, meinte er und lachte.
Nic verließ augenrollend das Zimmer, ich wandte mich an Alex.
„Dein Bruder ist echt so nett“, meinte ich, er lachte auf.
„Nett ja, aber ich sollte doch lieber nachsehen, was er treibt. Nic ist nicht dafür bekannt, sorgsam mit unserer Küche umzugehen…“, meinte Alex und stand auf.
Ich rutschte ebenfalls von der Matratze.
„Na dann komm ich wohl besser mit, um Zeuge zu sein!“, erwiderte ich grinsend.
Alex nickte, nahm meine Hand und ging mit mir aus dem Zimmer, den kurzen Flur entlang, vor zur Küche.
Als wir eintraten rührte Nic angestrengt und total konzentriert in einer von drei vor ihm auf dem Tisch stehenden Tassen.
„Brüderchen, alles klar?“, fragte Alex und Nic nickte, immer noch fixiert auf die Tasse vor ihm.
„You don’t trust me, hm?“, murmelte er, Alex grinste.
„Scheint so!“, erwiderte er, Nic rollte wieder mit den Augen.
Dann richtete er sich auf und überreichte er mir eine Tasse.
Es duftete augenblicklich überall nach Schokolade.
„Ladys first“
Dann gab er Alex ebenfalls eine Tasse und nahm sich selbst die Letzte – und Größte, um das ebenfalls anzumerken.
Ich lächelte.
„Dankeschön“
Nic nickte nur und ging ins Wohnzimmer.
Alex bot mir seinen Arm an.
„Wollen wir auch?“
Ich grinste.
„Natürlich“
Er geleitete mich ins Wohnzimmer, wo Nic auf dem Boden saß und auf einem Gameboy herumtippte.
Alex setzte sich wie schon gewohnt in seinen Sessel, ich nahm auf Niclas’ Platz. Er hatte offensichtlich nichts dagegen, zumindest war er so in sein Spiel vertieft dass er keine Zeit hatte, mir genervte Blicke zuzuwerfen.
„Und… und wie machen wir das ganze? Wegen du weißt schon, diesem Thema…“, fragte ich und sah Alex bestimmt an.
Er seufzte.
„Können wir das später… also wegen Nic“, murmelte er und nickte in Richtung seines kleinen Bruders, der auf dem Boden total konzentriert auf seine kleine Konsole sah.
„Okay, weißt du was? Beenden wir dieses Thema für heute komplett. Reden wir über interessanteres!“, schlug ich vor, Alex nickte.
„Und was?“, fragte er, ich grinste.
„Über deine Gedichte.“
Alex zog überrascht die Augenbrauen nach oben.
Dann stellte er seine Tasse auf den Holzboden, neben den Sessel und stand auf.
„Okay... wenn es dich so sehr interessiert“
Ich nickte lächelnd und nahm einen Schluck Kakao.
Nic hatte wirklich ein Faible für massig viel Schokolade. So ein süßes Getränk hatte ich schon lange nicht mehr! Aber zur Nervenberuhigung ist es perfekt.
Die wohlige Wärme machte mich augenblicklich müde. Ich gähnte.
Alex kam zurück, mit dem Gedichtband in der Hand.
Nic bemerkte das ebenfalls und sah seinen Bruder angewidert an.
„Ne, oder? Das ist jetzt nicht euer ernst!“
Er stand auf, nahm sich seine Tasse und seinen Gameboy und stiefelte dann aus dem Wohnzimmer.
„Gute Nacht!“, hörten wir ihn rufen und darauf schepperte eine alte Holztür, Nic war in sein Zimmer verschwunden.
Ich musste lachen, Alex schüttelte nur grinsend den Kopf.
Er setzte sich auf seinen Sessel und klopfte auf seine Schenkel.
Ich runzelte die Stirn und grinste.
„Das willst du nicht wirklich“, meinte ich und lachte.
Alex sah mich vollkommen ernst an.
„Alice, Kind, das wird jetzt eine Vorlese Stunde. Und das bedeutet: du setzt dich jetzt auf meinen Schoß, hopp jetzt“, entgegnete er und musste nun auch grinsen.
Ich seufzte.
„Auf deine eigene Gefahr“
Ich setzte mich auf Alexanders Schoß, drehte mich um 90 Grad und schlug meine Beine über die Lehne des Sessels. Meine Füße ließ ich baumeln.
„Hast du ein Lieblingsgedicht?“
Er schüttelte den Kopf, ich unterdrückte ein Gähnen.
„Ne. Nicht wirklich. Aber ich mag generell die Gedichte aus Sturm und Drang. Willst du noch eins hören?“
Ich nickte und musste wieder gähnen.
Mensch Alice, es ist doch erst zehn Uhr Abends! Noch keine Zeit, einfach einzuschlafen
Alex blätterte durch ein paar Seiten.
„Das hier heißt Ganymed. Ebenfalls von Goethe, mythologischen Hintergrund, genauso wie Prometheus“
Er räusperte sich.
„Wie im Morgenglanze
Du rings mich anglühst,
Frühling, Geliebter!
Mit tausendfacher Liebeswonne
Sich an mein Herz drängt
Deiner ewigen Wärme
Heilig Gefühl,
Unendliche Schöne!

Daß ich dich fassen möcht
In diesen Arm!

Ach, an deinem Busen
Lieg ich, schmachte,
Und deine Blumen, dein Gras
Drängen sich an mein Herz.
Du kühlst den brennenden
Durst meines Busens,
Lieblicher Morgenwind!
Ruft drein die Nachtigall
Liebend nach mir aus dem Nebeltal.

Ich komm, ich komme!
Wohin? Ach, wohin?

Hinauf! Hinauf strebts!
Es schweben die Wolken
Abwärts, die Wolken
Neigen sich der sehnenden Liebe.
Mir! Mir!

In euerem Schoße
Aufwärts!
Umfangend umfangen!
Aufwärts an deinen Busen,
Alliebender Vater!“ <