Was findest du hier?

Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Mittwoch, 28. Januar 2015

Like a Hausfrau ♥ DIY

Hallo ihr da draußen,

zur Abwechslung mal wieder eine ganz ganz kurze und ganz ganz schnelle DIY Idee.
Der Hintergrund zu der Sache: Ich weiß nicht, ob ich die einzige bin, der das passiert, aber mir rutschen sämtliche Blusen, Westen, etc. von meinen Kleiderbügeln. Ganz egal, was ich mache.
Und Mademoiselle dachte sich: jetzt muss ich mal was dagegen machen, das treibt mich noch in den Wahnsinn!
Also hatte ich die Idee, meine Kleiderbügel mit ein paar special features auszustatten :D
Ihr nehmt ganz einfach ein paar kleine Gummies. Ich hatte noch welche (natürlich unbenutzte) von meiner Zahnspange übrig, die haben einen Durchmesser von ca. höchstens einem Zentimeter. Falls ihr das nicht haben solltet, gar kein Problem. Es gibt nämlich auch Haargummies in etwa dieser Größe. Die gibt's z.B. bei Müller für ein paar wenige Euro.
Alles, was ihr jetzt machen müsst, ist es, ein paar von diesen Gummies nacheinander auf den Kleiderbügel aufzurollen.
Das Endergebnis sieht dann in etwa so aus:


Und danach rutschen eure wertvollen Kleidungsstücke nie wieder auf den Boden eures Schrankes :D
Ich hoffe, die Idee gefällt euch. Also ich zumindest finde sie mehr als praktisch!
Eure Mademoiselle

Sonntag, 25. Januar 2015

The modern days #31



> Oh Gott.
Ich hatte tatsächlich bei Alexander übernachtet.
Diese Tatsache wurde mir heute Morgen schlagartig klar, als die Sonne mich aufweckte.
Gestern Nacht hatte ich nicht wirklich erkennen können, wie Alexanders Schlafzimmer aussah. Aber jetzt, mit dem hereinfallenden Sonnenlicht, sah ich, was gestern nur Silhouetten waren.
Das Bett, in dem ich geschlafen hatte, füllte fast den kompletten Raum aus. Mit klopfendem Herzen stand ich auf, schlug sorgfältig die Decke zurück und atmete tief durch.
Er war ein altes, schon ein wenig angerostetes Bettgestell, dessen weißer Lack an ein paar Stellen abbröckelte.
Doch trotz des offensichtlich älteren Modells des Bettes war die Matratze unglaublich weich, genauso wie die schwarzen Deckenbezüge.
An der gegenüberliegenden Seite stand ein schmaler Kleiderschrank, der das Aussehen eines Schließfaches hatte. Daneben ein karger Schreibtisch, ohne jegliche Attribute.
Über dem Schreibtisch hingen drei Bilder, mit Reißnägeln an der Wand befestigt.
Ganz links war ein Baby abgebildet, dem Datum nach zu urteilen war das Niclas in seinen jungen Jahren. Das zweite Bild zeigte zwei Teenies, links ganz offensichtlich Alex, mit noch längeren Haaren als jetzt, und rechts daneben ein Mädchen. Sie hatte Ähnlichkeiten mit Alexander, deswegen ging ich davon aus, dass es Camille sein musste.
Beim Betrachten des letzten Bildes musste ich schlucken.
Ein Familienportrait.
Es wurde an einem See aufgenommen, im Hintergrund sah man ein kleines Bootshaus.
Am Ufer des Sees spielte Niclas im Sand, Alex – noch gänzlich ohne Tätowierungen – grinste in die Kamera und Camille posierte in einem geblümten Badeanzug.
Daneben saß eine Frau auf einem bunten Handtuch, offensichtlich Alexanders Mutter, und lächelte herzlich. Ihr Mann stand neben ihr, hielt stolz eine Angelrute in der Hand und lächelte ebenfalls.
Gott, was tue ich hier eigentlich?
Ich schnüffle einfach so in Alexanders Leben herum.
Ich hätte definitiv ablehnen sollen, als er mir angeboten hat, hier zu schlafen. Wie sah das denn aus? Und wie sollte ich das meiner Mutter erklären?
Hallo Mama, ich habe heute Nacht bei einem so gut wie fremden Kerl übernachtet, aber mach dir keine Sorgen, es ist nichts passiert. Sein Bett war echt bequem, muss man schon sagen. Wie war dein Tag so?
Das hört sich doch total unglaubwürdig an!
Ich atmete tief durch.
Es ist Samstag. Ich kann Mama einfach sagen, dass ich feiern war und danach bei Ben übernachtet habe. Das klingt schon mal akzeptabler als meine Situation in diesem Moment – und mein Vater spielt bestimmt mit.
Ich öffnete die Tür des Schlafzimmers und tapste den Flur entlang nach vorne.
Ich vernahm leichtes Gemurmel, Niclas musste ebenfalls wach sein.
Na super.
Ich schlurfte in die Küche und schlang die Arme um den Oberkörper. Ehrlich gesagt wollte ich nicht wissen, wie schrecklich demoliert ich nach dieser Nacht aussah.
Nic saß am Tisch und schaufelte angestrengt Müsli in sich hinein. Als ich den Raum betrat sah er verwundert auf und starrte mich erschrocken an. Seinem Blick nach zu urteilen, konnte ich also nicht allzu gut aussehen.
„Alex, hättest du mir vielleicht sagen können, dass Alice hier schläft?“, murmelte er und sah zu seinem Bruder.
Alexander stand vor einem Küchenschrank, drehte sich bei Niclas’ Worten jedoch verwundert um und sah mich an.
„Morgen“, meinte ich und versuchte mich an einem Lächeln.
„Und falls ihr zwei ein Paar seid… Gosh Alex, if you sleep with her don’t do that in our house. I’m going to have nightmares every time!”
Alex verpasste Nic einen Klaps auf den Hinterkopf und ging auf mich zu.
„Guten Morgen. Ignoriere bitte meinen kleine Bruder, wie geht’s dir?“, fragte er, ich zuckte mit den Schultern.
„Ist alles okay. Ich… danke, dass ich hier pennen durfte. Ich mach mich dann wieder auf den Weg, schätze ich“, antwortete ich und gähnte.
Alexander schüttelte vehement den Kopf.
„Kommt nicht in frage. Du musst was essen, nicht, dass du wieder so eine Art Schwächeanfall hast, wie gestern. Außerdem ist der einzige Bus, der hier raus fährt, samstags sozusagen außer Betrieb. Ich fahr dich später heim, okay? Aber erst, nach dem ich sicher sein kann, dass du etwas gefrühstückt hast!“
Ich verzog den Mund.
„Wenn du meinst!“
Ich fühlte mich unwohl, wie ein Eindringling.
Nic beäugte mich immer noch, während Alex mit mir zurück zum Tisch lief.
„Kaffee?“, fragte er und zeigte auf eine Kaffeemaschine hinter ihm.
Ich lehnte dankend ab und setzte mich auf einen der Stühle gegenüber von Nic.
„Nein, ich bin kein Fan von Kaffee, jeglicher Art!“
Niclas lachte.
„Alex would die without“, entgegnete er und konzentrierte sich dann wieder auf seine Schüssel voll Schokoflocken vor ihm.
Ich grinste.
Alexander seufzte.
„Ja, da hat der kleine Bengel wohl recht. Aber was möchtest du haben? Brot, Müsli, Rührei? Du hast die Auswahl, wenn auch keine Große!“, meinte er und zuckte mit den Schultern.
Ich schüttelte nur den Kopf. Bloß kein Rührei!
„Müsli klingt ganz ausgezeichnet.“
Alex nickte, reichte mir eine Schüssel und einen Löffel und setzte sich dann mit seiner randvollen Tasse tiefschwarzem Kaffee neben uns an den Tisch.
Niclas mir gegenüber gab mir die Milch und reichte mir auch die Packung mit dem Müsli.
Ich schüttete ein wenig von beidem zusammen in das hellblaue Plastikschälchen vor mir und rührte darin.
Mein Magen fing urplötzlich an zu knurren, Alex grinste.
„Er bedankt sich bei mir für sein baldiges Frühstück!“, sagte er und nippte an seinem Kaffee.
Schon fast sehnsüchtig schob ich mir den ersten Löffel Müsli in den Mund und kaute genüsslich auf dem schokoladig süßen Inhalt.
„Also… schlaft ihr jetzt miteinander oder nicht?“, fragte Niclas urplötzlich und sah zwischen mir und Alex hin und her.
Alex hustete völlig überrumpelt.
Die Schokoflocken blieben mir im Hals stecken. <

Donnerstag, 22. Januar 2015

The modern days #30



> „Alice? Hey, Alice!“
Ich spürte, wie jemand an meiner Schulter rüttelte und schlug urplötzlich die Augen auf.
Ich schrak auf und sah mich völlig verwirrt um.
Ist das ein Traum? Ein Albtraum?
Es war eisig kalt. Um mich herum nur Dunkelheit. Vor mir eine Gestalt.
Ich wich augenblicklich zurück, doch spürte nur eine Wand hinter mir.
Verzweiflung kroch in mir hoch.
„Alice, ganz ruhig. Ich bin es, Alex. Was tust du hier? Es ist drei Uhr morgens!“
Die feine Beleuchtung eines Handys ließ mich Alexanders Gesicht erkennen.
Ich atmete tief durch.
Alex streckte mir seine Hand entgegen und half mir beim Aufstehen.
Mein Kiefer klapperte unkontrolliert, sodass meine Zähne aufeinander schlugen.
„Oh mein Gott, du bist komplett durchgefroren. Was ist denn passiert? Geht es dir gut?“
Ich schüttelte den Kopf und schluckte den fahlen Geschmack auf meiner Zunge hinunter.
Dann räusperte ich mich.
„Verflucht, ich habe einen Brief bekommen. Einen anonymen Brief. Oh Gott, ich habe solche Angst!“
Alex schloss die Haustüre auf und bat mich hinein.
„Es tut mir leid, ich wollte auf dich warten, muss dann aber auf der Treppe eingeschlafen sein…“
Alex schüttelte den Kopf.
„Alice, ganz ruhig. Komm erstmal mit“
Er zog mich sachte in Richtung Wohnzimmer, dort setzte ich mich auf einen der zwei Sessel.
Alex huschte aus dem Zimmer und kam wenige Sekunden später mit einer dicken Wolldecke wieder.
„Hier. Das sollte fürs erste genügen. Etwas Wärmeres habe ich leider nicht da!“
Ich nickte nur und nahm die Decke dankend an mich.
Sie roch nach Rosen und Staub.
„Und jetzt erzähl. Was ist los? Warum warst du nicht zuhause, sondern wartest draußen in der Kälte auf mich?“
Ich schluckte.
„Ich war den ganzen Nachmittag in der Bibliothek und habe für meine GFS recherchiert. Und als ich heute Abend nach Hause gekommen bin, habe ich diesen Brief gefunden. Es steht natürlich kein Absender drauf. Auf dem Umschlag stand nur „Für unwillige neue Krieger“. Ich habe versucht, dich anzurufen, aber du bist nicht an dein Handy gegangen. Dann habe ich die nächste Bahn genommen und bin hier her gefahren, in der Hoffnung dass du da bist. Aber es war mitten in der Nacht. Ich habe nur geklopft, ich wollte Niclas nicht wecken. Und dann ist mir eingefallen, dass du ja arbeiten musst. Aber… ich wollte auf dich warten. Ich habe solche Angst“
Alex ging vor mir in die Hocke und nahm meine Hände in seine. Die Wärme tat gut.
„Für unwillige neue Krieger sagst du? Erinnerst du dich an mein Tattoo? Dasselbe steht auf meinem Rücken“
Ich riss erschrocken die Augen auf und wimmerte.
„Oh mein Gott… Du meinst, die Funk hat es auf mich abgesehen?“, fragte ich völlig außer Atem.
Alex schüttelte schnell den Kopf. Er streichelte beruhigend über meinen Handrücken.
„Nein, das habe ich nicht gesagt. Aber es ist höchstwahrscheinlich, dass die Funk etwas mit dem Brief zu tun hat. Was steht denn drin? Hast du ihn dabei?“, fragte er und sah mir tief in die Augen.
Ich nickte mechanisch.
Dann löste ich meine Hände aus seinen, kramte mit zitternden Händen in meiner Hosentasche und holte den zerknitternden Zettel heraus.
Vorsichtig überreichte ich ihn Alexander.
Er stand auf, nahm ihn an sich und faltete ihn sorgfaltig auseinander.
Die Worte, die er las, waren nur ein stilles Murmeln, doch der Text hatte sich sowieso schon in meinen Kopf eingebrannt.

Na wen haben wir denn da?
Du bist also die Schlampe von Schwester, die tatsächlich Amelia wie aus dem Gesicht geschnitten ist? Unser werter Jerome hat uns von deiner Existenz berichtet.
Wir hätten da noch ein paar Dinge zu klären, durch den plötzlichen Tod deines Zwillings allerdings ging das nicht.
Also....
Musst du dran glauben.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, neuer Krieger.

Völlig angsterfüllt sah ich zu Alex, als er fertig war mit lesen.
„Ich will nichts mit denen zu tun haben. Sag mir bitte, dass das nur ein schlechter Scherz ist!“
Alex legte den Brief beiseite und sah mich emotionslos an.
Dann wandte er den Blick ab und setzte sich auf den Sessel neben mir.
Still schweigend starrte er vor sich hin.
Ich zitterte am ganzen Körper. Er hatte mir nicht widersprochen. Um Gottes Willen, er hatte mir nicht widersprochen!
Das darf doch alles nicht wahr sein!
Ich stand auf und stolperte auf den anderen Sessel zu.
Dann stützte ich mich mit meinen Händen an den Lehnen ab und sah Alex an. Ich schniefte.
„Sag mir, dass das nicht wahr ist“
Alex schaute mich nun endlich an, ich spürte, wie ein paar Tränen meine Wange hinunter liefen.
Alexander stand auf, wischte die Tränen aus meinem Gesicht und seufzte.
„Ich wünschte, ich hätte dich nie getroffen, Alice.“
Er drückte sich an mir vorbei und lief Richtung Tür.
Mir fiel die Kinnlade hinunter und ich wandte mich Alex zu.
„Wie bitte? Aber du bist die einzige Person, die mir etwas über den mysteriösen Tod meiner Schwester erzählen kann!“
Er drehte sich um und sah mich bestürzt an.
„Ganz genau das ist das Problem. Die Funk hat mich nie aus den Augen gelassen und wird es auch nie. Dass ich mich darauf eingelassen habe, dir etwas von alldem zu erzählen, hat sie aufmerksam gemacht. Ich meine, du siehst eben aus wie deine Schwester. Ihr könntet ein und dieselbe Person sein. Natürlich! Jerome, so hieß der Typ aus dem Club, der dich angebaggert hat! Er muss dich also doch erkannt haben… Alice, ich kann nicht leugnen, dass die Funk offensichtlich etwas mit dir vor hat!“
Auf einmal hatte ich das Gefühl, alles dreht sich.
Zögernd lief ich ein paar Schritte nach draußen.
Noch vor Erreichen der Haustür wurde mir augenblicklich schwindelig und ich schwankte leicht.
Alex kam zu mir geeilt und legte einen Arm um meine Taille.
„Alles klar?“
Ich rieb mir über die Augen.
„Ja, also nein… Eigentlich ist überhaupt nichts klar. Seit heute Morgen, beziehungsweise ja schon gestern Morgen, habe ich vor Aufregung keinen Bissen mehr herunter bekommen. Dazu kommt mein Zusammenbruch in der Schule. Und der Schock des Briefes macht das alles keinesfalls besser. Das ist wie ein Schlag ins Gesicht! Ich denke, ich muss jetzt dringend nach hause!“, antwortete ich und schniefte.
Alex schüttelte den Kopf.
„Hey, es ist mitten in der Nacht. Du solltest nicht mehr alleine raus gehen! Schon gar nicht nach dem, was ich gerade gesagt habe.“
Ich sah ihn Stirn runzelnd an.
„Ich schaffe das schon.“
Ich sah immer noch Sterne und der Boden drehte sich.
Meine Beine wollten mir nicht mehr gehorchen und gaben nach.
Ich spürte gar nicht, wie ich auf den Boden sackte.
„Nein, Alice. Es ist Freitagnacht. Wie vielen betrunkenen Typen wirst du da wohl begegnen? Und außerdem geht es dir nicht gut. Bleib über Nacht hier, okay?“ <

Dienstag, 20. Januar 2015

The modern days #29



> Alex hatte mir auf meine SMS nicht geantwortet.
Selbst nach mehreren Stunden nicht!
Vielleicht hielt er meine Entschuldigung auch für einen dummen Scherz. Ich meine, kein Wunder, bei meinem Ausrasten heute Morgen im Krankenzimmer.
Aber was soll ich sagen? Ich war mit den Nerven am Ende. Man beschimpft mich als Schlampe und unterstellt mir, mit Alex zu schlafen. Das hat meine überstrapazierte Seele einfach nicht ausgehalten.
Und Alex hatte mich ins Krankenzimmer getragen.
Das waren ganze zwei Stockwerke, durch die komplette Schule.
Oh mein Gott.
Welche Schikanen hatte er sich daraufhin anhören müssen?
Augenblicklich fühlte ich mich beschissen.
Na super.
Ich musste mich ablenken. Und zwar ganz dringend.
Was käme da gelegener als meine schon überfällige Arbeit an meiner GFS?
Ich stand auf und zog mich um.
Schnappte mir meine Unterlagen und meine Schlüssel und ging die Treppe hinunter.
Überrascht stellte ich fest, dass meine Mutter nicht da war. Hatte ich verschlafen, wie sie – wo auch immer hin – gegangen war?
In der Küche fand ich einen Zettel vor.
Musste doch ganz spontan ins Krankenhaus, aushelfen. Wird spät, vielleicht nicht vor Mitternacht. Ruh dich aus Schätzchen.
Ich spähte aus dem Küchenfenster und musste enttäuscht feststellen, dass sie das Auto genommen hatte.
Dann musste ich wohl oder übel die Bahn nehmen, wenn ich zur Bibliothek wollte.
Ach, die Bibliothek. Einer meiner Lieblingsorte. Dort findet man viele Geschichten, Wissen und vor allem Ruhe.
Ich machte mich also auf den Weg zu Bibliothek, durchquerte mit der Straßenbahn die halbe Innenstadt und kam innerhalb einer halben Stunde am besagten Ziel an.
Schon als ich eintrat vernahm ich den Geruch von tonnenweise Büchern, das Murmeln der Bibliothekare und den Staub, den man durch das sanft hereinfallende Licht in der Luft tanzen sah.
Ich durchquerte verschiedene Regale und widmete mich der Geschichte während des zweiten Weltkrieges.
Ich arbeitete konsequent und wirklich konzentriert, doch irgendwann hatte ich schlicht und einfach keine Lust mehr. Ich sortierte die verschiedenen Bücher zurück in ihre Regale und stöberte nach Krimis, denen ich mich widmen konnte.
Schnell fand ich etwas ansprechendes, zog mich zurück in eine einsame Ecke und begann zu lesen.
Kriminalromane faszinierten mich. Ich bewunderte, wie Autoren sich immer solche komplexe Geschichten ausdenken konnten, ohne einmal selbst den Faden darüber zu verlieren. Die Story fesselte mich und ich war völlig vertieft in das Buch.
Die Zeit verstrich und das bemerkte ich erst, als mir ein Mitarbeiter auf die Schulter tippte.
„Entschuldigen Sie, aber wir schließen jetzt. Möchten sie das Buch noch ausleihen oder kann ich es wegräumen?“
Völlig verblüfft sah ich auf meine Armbanduhr und dann zurück zum Mitarbeiter. Ich stand auf und strich über meine verknitterte Hose.
„Das würde ich gerne noch ausleihen, wenn das möglich ist. Und sorry, dass Sie mich praktisch rauswerfen müssen. Ich habe die Zeit vergessen!“
Die ältere Dame schüttelte nur amüsiert den Kopf.
„Ach, kein Problem. Es freut mich, dass so junge Leute noch an Büchern interessiert sind und sich nicht den ganzen Tag mit diesem Internet beschäftigen. Geben sie mir nur kurz das Buch, ich werde es schnell einscannen!“
Nachdem ich das Buch also rechtmäßig ausgeliehen hatte trat ich aus der Bibliothek hinein in die kalte Nacht.
Es ist doch später geworden, als ich dachte, mein Magen fing an zu knurren. Ich sollte wirklich schnell nach hause, ins Warme, und mir in aller Ruhe irgendwas nicht allzu schweres zu essen machen. Denn noch mal umkippen – egal weshalb – hatte ich so schnell nicht mehr vor. Das reichte mir langsam!
Ich nahm erneut die Straßenbahn, teilte mein Abteil mit einer Gruppe von aufgedrehten Frauen in pinken Tutus, die einen Junggesellinnenabschied feierten, und einem schwulen Pärchen, die unaufhörlich miteinander knutschten.
Als ich nach Hause kam, klebte ein Zettel an der Haustüre.
Also entweder, meine Mutter hatte heute ein Faible für Zettel entwickelt oder irgendeines der Nachbarskinder wollte wieder einen Streich spielen – das kam schon öfters vor.
Ich lief die Einfahrt hoch, die Kieselsteine entlang und steuerte auf die Haustüre zu.
Dann riss ich den Zettel von der Tür, schloss diese auf und trat ins Haus.
Mama war noch nicht da, ich holte den Zettel aus dem Briefumschlag und klappte ihn auf.
Das weder die Schrift meiner Mutter, noch war das einen Nachricht der Kinder von nebenan.
Das war ein auf Schreibmaschine getippter Brief.
Ich las ihn durch und erschrak.
Dann schüttelte ich den Kopf.
Sonderlich frohe Botschaften gab es in meinem Leben nicht viele. Und diese hier war ein Scherbenhaufen in Worten.
Die Tränen auf meinen Wangen liefen von ganz alleine.
Dann nahm ich mir mein Telefon und versuchte mich an einem Anruf.
Der gewünschte Gesprächspartner ist gerade nicht erreichbar.
Mein Blick glitt auf meine Armbanduhr. Kurz nach halb zehn.
Dann schniefte ich und steckte das Handy weg, nahm den Zettel und schlug die Tür hinter mir zu, nachdem ich wieder nach draußen gerannt bin.
Es gab nur eine einzige Person, die ich jetzt sehen wollte. Die ich sehen musste.
Ich sah nur noch verschwommen, als ich Richtung S-Bahn-Station rannte und gerade noch die letzte Bahn erwischte.
Ich eilte quer durch die fahrende Bahn, stolperte über die Tasche einer Frau und schmiss mich regelrecht auf einen noch freien Platz ganz hinten.
Ein kleines Mädchen sah mich mit großen Augen an.
Sie war keine zehn Jahre alt, hatte einen Rucksack dabei und einen riesigen Plüschhasen im Arm.
„Geht es dir gut?“, fragte sie, ich sah auf und nickte.
Dann wischte ich über meine Augen und versuchte mich an einem Lächeln.
„Ja, ja, mir geht’s gut.“
Das Mädchen nickte und lächelte. Die Bahn stoppte am ersten Halt und das Mädchen stand auf.
„Dann hoffe ich, dass du auch bald nicht mehr weinen musst. Tschüss!“, meinte sie, winkte und hüpfte aus der Bahn.
Der Anhänger an ihrem knall rosa Rucksack wippte im Tack ihrer Schritte.
Das brachte mich gleich wieder zum heulen. Wie gerne wäre ich auch noch mal so klein. Da ist das Leben so viel unbeschwerter als jetzt. Jetzt, wenn man mit dem ganzen Scheiß konfrontiert wird.
Als ich an Alexanders Haus ankam, sah ich kein einziges Licht im Haus brennen.
Ich rannte den Hof nach vorne, kam am Haus an und wollte klingeln, doch ich hielt mich im letzten Moment zurück.
Nicht mitten in der Nacht.
Also klopfte ich.
Erst vorsichtig, dann ein bisschen energischer. Keine Antwort.
Dann fiel es mir ein.
Er ist gar nicht da! Alex musste arbeiten. Das musste er jeden Freitag.
Wie blöd konnte ich nur sein und das vergessen?
Und Nic wird um diese Uhrzeit vermutlich schon schlafen. Ihn wollte ich auf keinen Fall mitten in der Nacht – für zehnjährige ist elf Uhr ja schon mitten in der Nacht – aus dem Bett und an die Haustüre scheuchen.
Frustriert ließ ich mich auf die Stufen vor dem Eingang nieder und lehnte meinen Kopf gegen die Steinwand.
Ich konnte eine Kirchenuhr schlagen hören.
Die Tränen fingen wieder an zu laufen. <

Samstag, 17. Januar 2015

The modern days #28

> Das Übelkeitsgefühl verschwand nicht.
Auch nicht über Nacht.
Nicht mal, als mich Mama zur Schule fuhr und ich dort freudig bemerken durfte, dass ich zwei Stunden früher aushaben werde.
Der Tag war noch nicht lange angebrochen und ich wollte einfach wieder schlafen, ich sehnte mich nach meinem Bett. Zuhause. In Ruhe. Alleine.
Ich ging am Aufenthaltsraum vorbei und gähnte. Ach, Musik. Das einzige einigermaßen akzeptable Fach dieser Welt.
Mein Kurs hatte unseren Lehrer überreden können, nach der Oper – welche wir gestern fertig besprochen hatten – nun endlich annähernd moderne Musik zu besprechen. Jeder Schüler sollte eine CD mit seiner Lieblingsband mitnehmen, um sie den andern zu demonstrieren.
Deswegen musste ich noch kurz zu meinem Schließfach, bevor es zum Musiksaal ging.
Ich seufzte.
Mama hatte heute Morgen, da sie ja ihre momentane Zeit als fröhliche Hausfrau verbrachte, Rührei gemacht. Ich frühstücke nie viel, des Öfteren nichts, und wenn, dann ein bisschen Müsli. Das üppige Frühstück von heute Morgen lag mir folglich total schwer im Magen. Zudem hatte ich meine Tage bekommen.
Welch freudiger Tag das heute doch werden sollte!
Ich kam an der Schließfächerfront an und steuerte auf meines zu. Doch bevor ich allerdings irgendetwas tun konnte, stockte ich.
Da war eine Schmiererei an den Schließfächern, genau auf Nummer 68.
Mein Schließfach.
Ich konnte den fetten, schwarzen Edding schon von weitem sehen.
Da stand:

A+A
Der Freak vögelt die Bitch

Mein Herzschlag setzte einen Moment aus.
Das kann nicht wahr sein, ich musste träumen!
Ich konnte förmlich spüren, wie mein Selbstbewusstsein auf ein Minimum schwand. Wie mein Atem schneller wurde. Wie ich anfing, totale Panik zu kriegen.
Mir wurde schwarz vor Augen.
Dann sackte ich auf den Boden.
Kippte um.
Trat einen kurzen Augenblick aus dieser Welt aus.
Ich hatte das Gefühl, ich würde träumen.
Ich fühlte mich plötzlich federleicht, als würde ich schweben.
Irgendwann vernahm ich komische Geräusche um mich herum.
Ich runzelte die Stirn.
Als ich aufwachte, befand ich mich im Zimmer der Schulsanitätsdienstes.
Ich erschrak und fuhr hoch, ganze drei Menschen drehten sich gleichzeitig zu mir um und sahen mich überaus besorgt an.
Der erste: Herr Liesen, mein Musiklehrer.
„Alice, gut dass du wieder wach bist. Ich war besorgt, als du nicht in den Musikunterricht gekommen bist. Und dann teilte man mir urplötzlich mit, du wärst in Ohnmacht gefallen. Welch Tragödie!“
Ich nickte völlig perplex und war nicht in der Lage, etwas zu erwidern.
„Ich habe dich bei den Kollegen entschuldigt und dir eine Entlassung unterzeichnet. Du solltest dringend nach Hause… Gute Besserung, wir sehen uns nächste Woche!“, erklärte er, drückte mir einen Zettel in die Hand und verschwand aus dem Zimmer.
Ich blinzelte ein paar Mal.
Der zweite, der mich besorgt anstarrte: Schulsanitäter und männliche Krankenschwester Tobias. Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, wie dieser junge Mann mit Nachnahmen hieß. So häufig bin ich dann auch nicht hier…
„Alice, sie hatten einen Zusammenbruch, mitten auf den Gängen. Einer ihrer Mitschüler hier hat es Gott sei dank sofort bemerkt und sie zu mir gebracht. Sie waren fast eine geschlagene Minute nicht ansprechbar!“
Ich runzelte die Stirn und fasste an meinen Hinterkopf.
Sofort schmerzte er.
„Passen sie auf, Alice. Sie sind auf den Kopf gefallen, könnte eventuell eine kleine Beule geben. Und für die nächsten paar Stunden sollten sie sich schonen. Falls es ihnen im Laufe der Tages zunehmend schlechter geht, kontaktieren sie unbedingt einen Arzt!“
Ich nickte.
In letzter Zeit schien mich mein Kreislauf öfter verlassen zu wollen.
Dieser ganze Stress machte mich also eindeutig krank. Und das alles hatte nur zu tun mit…
Ich sah ruckartig auf.
Die dritte Person.
Diese verfluchte dritte Person in diesem Raum.
Auf einmal wurde ich stink wütend, stand auf und rannte auf Alex zu. Dann schlug ich wie wild auf seine Brust ein.
„Das ist alles nur wegen dir. Wegen dir verdammt! Hast du die Schmiererei gesehen? Hast du? Die anderen aus der Stufe mochten mich nicht besonders und das war mir egal. Dann kommst du, und was machen sie? Sie hassen mich! Abgrundtief! Das ist alles deine Schuld!“, schrie ich Alex an, woraufhin mir sofort wieder schwindelig wurde.
Er hielt meine Hände blitzschnell fest und starrte mich voller Trauer an.
„Alice, das… ich wollte das doch nicht. Glaubst du, ich hätte diese Barbies – oder wer auch immer das war - dazu angestiftet, das zu tun? Ich hab dich umkippen sehen und dich hier her getragen. Ich will doch nur, dass es dir gut geht!“
Tränen fingen an, über meine Wange zu laufen.
Ich schüttelte den Kopf und entriss meine Arme seinem Griff. Sofort schwankte ich.
„Du hast sie vielleicht nicht angestiftet, aber du hast sie dazu verleitet. Verschwinde einfach, Alex!“, kreischte ich und schubste ihn in Richtung Tür.
Alexander hob beschwichtigend die Hände.
„Alice…“
Er wollte noch mehr sagen, doch er drehte sich lediglich um und verschwand aus dem Zimmer.
Tobias reichte mir ein Telefon.
„Wollen sie jemanden anrufen?“
Ich nickte.
Keine Ahnung, wie ich es geschafft hatte, meine Mutter mit einer einigermaßen normalen und ruhigen Stimme zu benachrichtigen, dass sie mich abholen sollte.
Doch es hat geklappt. Sie war natürlich durch und durch besorgt gewesen, hatte mich nach hause gefahren und sofort durchgecheckt.
Ihrer Meinung nach hatte ich einen Schwächeanfall. Kombiniert mit den nicht gerade grandiosen Lebensumständen „normal“ – sagt Frau Doktor.
Es war mir egal.
Es war mir völlig egal, wie es mir ging. Mein Leben hat Hochs und Tiefs. Und ich befürchte, nun bin ich an einer Bodenlosen Schlucht angekommen. Es lief alles einfach nur noch komplett beschissen. Ich hatte die Kontrolle über mein Leben schon lange verloren. Und es sah nicht danach aus, als würde ich sie wieder erlangen.
Es war erst kurz nach halb neun morgens.
Zuhause legte ich mich erstmal in mein Bett und tat stundenlang nichts.
Irgendwann am späten Mittag nahm ich mir mein Handy.
Es tut mir leid.
Getippt.
Verschickt.
Dann schlief ich ein. <

Freitag, 16. Januar 2015

Die Schule ist die größte Fehlinvestition (Graffito) - my mind

Hallo ihr da draußen,

da ihr ja alle Freunde des Internets seid, habt ihr bestimmt den Hype über den Post einer gewissen Dame auf Twitter mitbekommen.
Uhhhh schwieriges Thema. Vor allem für Mademoiselle, weil ich mich so gut wie täglich über die Inkompetenz an unserer Schule beschwere. Folglich habe ich da einen schon einigermaßen feststehenden Standpunkt.
Aber befassen wir uns ganz kurz mit dem Thema Schule und Lernen in Kombination mit dem Wort unnötig.
Also, dieses Mädchen hatte gepostet, dass sie überhaupt keine Ahnung von Steuern etc. hat, aber davor eine Charakterisierung in vier Sprachen schreiben kann.
So. Da gibt's dann die eine Seite von Leuten, die diesem Zitat vollkommen zustimmen. Der komplette Stoff in der Schule ist unnütz, man sollte mal mehr über das "Leben" lernen.
Dann gibt's da aber auch noch andere Leute, die meinen, man müsse sich als Gymnasiast solche "Lapalien" doch selber beibringen können, so schwer kann es ja wohl nicht sein.
Also, was ich darübder denke? In gewissen Weise haben beide Seiten recht.
Meine Meinung ist: Ja, ich habe wirklich keine Ahnung von Steuern etc. und bin sehr dafür, Fächer/Kurse anzubieten, die sich intensiver mit solchen Themen beschäftigen. Die Schule soll uns doch auf unsere Zukunft vorbereiten und da gehört eben auch so etwas dazu.
ABER: Das schließt nicht aus, dass man jetzt den Unterrichtsstoff einfach mal komplett weglassen sollte. Um eben studieren zu können oder was auch immer braucht man eine gewissen Bildung. Und das vor allem an Gymnasien. Sonst könnte man ja auch nach der Grundschule abbrechen, wenn man das nicht möchte... Wer Sprachwissenschaften oder so studieren will, muss eben wissen, wie man eine Charakterisierung schreibt. Auch auf vier Sprachen.
Wir müssen froh über die Bildung sein, die wir jetzt bekommen. Aber sie ist eben nicht perfekt, deswegen sollte man dringends unser System überdenken!
Eure Mademoiselle

Mittwoch, 14. Januar 2015

The modern days #27

> „Du hast gesagt, die letzte Nacht wäre eine beschissene Idee gewesen… aber das sehe ich nicht so. Ich fand’s gut. Wirklich!“, meinte Alex, als er den Motor startete und sich aus dem Parkplatz hinaus schleuste.

Eigentlich war ich froh darum, mit ihm fahren zu können und mich nicht mit irgendwelchen hyperaktiven Schülern in eine Bahn zu drängeln.
Aber wenn ich jetzt Gespräche über diese Nacht führen musste, wäre mir Bahn fahren wohl doch lieber.
Ich warf Alex einen müden Blick zu. Er drehte sich kurz zu mir und grinste.
„Wow, du scheinst dich ja mächtig über meine Aussage zu freuen. Warum bist du so mies drauf?“
Ich stöhnte und lehnte meinen Kopf an das kalte Glas der Fensterscheibe.
„Na rate mal. Ich schwöre, ich werde nie wieder Alkohol trinken! Diese Kopfschmerzen machen mich fertig!“, murmelte ich und schloss die Augen.
Alex fing an zu lachen.
Ich sah ihn daraufhin kritisch an.
„Sag so etwas nicht Alice, das ist viel leichter gesagt als getan!“, erwiderte er.
Wir bogen auf die Hauptstraße ein und steckten sogleich im üblichen Verkehr fest.
Verwirrt sah ich zu Alexander.
„Warum sollte ich das denn nicht tun? Immerhin hast du es auch schon geschafft, oder nicht? Kein Alkohol bedeutet keine Probleme mit anderen… Leuten!“, erklärte ich, Alex nickte und grinste.
„Da hast du wohl recht. Der Typ wollte ja eindeutig was von dir. Aber kein Wunder, bei der Tanzeinlage!“
Er warf mir einen vielsagenden Blick zu und schmunzelte.
Ich stöhnte nur und drückte seinen Kopf wieder nach links, um seinen Blick auf die Straße – und nicht an mich – zu heften.
„Halt ja die Klappe. Deswegen fandest du den Abend also gut? Um über mich lachen zu können?“, fragte ich scherzhaft, Alex wurde auf einmal ganz ernst und jegliches Lächeln verschwand aus seinem Gesicht.
Ich musste schlucken.
Hatte ich etwa etwas Falsches gesagt?
Er schüttelte den Kopf.
„Nein, das war es nicht. Ich hatte ja vorhin gesagt, dass ich mit dir reden wollte. Und zwar genau wegen gestern. Das klingt jetzt alles total absurd, vor allem, da ich mir eingeredet hatte, dich nie mögen zu können. Aber ich habe eingesehen, dass du der erste Mensch bist, der sich darum bemüht, meine – und damit auch deine – Vergangenheit aufzuarbeiten. Weißt du, anfangs war es furchtbar nervig, dich zu sehen und immer wieder diese Fragerei über mich ergehen zu lassen. Aber ich habe gemerkt, dass ein einziger Mensch, der sich für dich interessiert und sich dadurch um dich kümmert, wirklich wertvoll ist. Ich habe dir Sachen erzählt und gezeigt, die kein anderer davor je zu Gesicht bekommen hat. Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll, aber irgendwie ist es so, als könnte ich durch dich… den Schmerz erträglicher machen. Das gestern Abend war toll. Der ganze gestrige Tag insgesamt. Ich bewundere deine Stärke, dich nie unterkriegen zu lassen. Wie auch sonst wäre ich in eine Disko gegangen und hätte, tatsächlich, Spaß gehabt? Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Wie auch du, bin ich nach Amelias Tod zum Einzelgänger geworden. Hab mich abgeschottet. Und gestern Nacht von so viel guter Laune umgeben zu sein, hat mich wirklich gepusht!“
Er schüttelte grinsend den Kopf.
„Woraufhin ich hinaus will, ist: Ich danke dir dafür, dass du mich nach unseren Auseinandersetzungen doch soweit gekriegt hast, mit dir Zeit zu verbringen. Denn das tut mir auf eine sehr eigenartige Art und Weise gut!“
Ich zog total überrascht die Augenbrauen nach oben.
Dann blinzelte ich ein paar Mal völlig verwirrt.
„Das heißt du… du magst mich?“, fragte ich, sprach dabei ganz langsam. Und konnte beim besten Willen nicht glauben, dass er als Antwort darauf nickte.
„In der Tat. Das tue ich. Dein Gequatsche ist ganz erträglich geworden und durch dich kann ich wieder lachen. Das habe ich Jahrelang nicht mehr getan!“, beteuerte er.
Ich musste schlucken.
Wow.
Das war eines der Dinge, die mich am meisten bewegt haben. Von jemand so gut wie fremden zu hören, dass er mich und meine durchaus anstrengende Persönlichkeit mochte.
„Ich.. ähm, ich… weiß gar nicht, was ich sagen soll…“
Alex grinste nur.
„Musst gar nichts sagen. Ich will nur, dass wir genauso weiter machen. Als Freunde. Einverstanden?“, fragte er, ich nickte sprachlos.
Alex lächelte, richtet seinen Blick wieder auf die Straße und fuhr in Richtung Altstadt. Richtung Zuhause.
Die restliche viertel Stunde redeten wir nichts, bis wir schließlich in meine Straße einbogen.
Alex fuhr die Hofeinfahrt nach oben und stellte den Motor ab.
Ich sah ihn lächelnd an und stieß die Luft aus. Langsam wird diese Situation echt peinlich.
„Also, danke fürs Nachhause fahren. Wir sehen uns dann… morgen. In der Schule!“
Alex nickte, ich nickte ebenfalls und löste meinen Gurt.
Dann öffnete ich die Tür und kraxelte aus dem Auto hinaus.
„Was machst du heute noch so?“, fragte Alex, als ich schon draußen stand. Ich drehte mich um und sah ihn schief an.
„Keine Sorge, ich werde dich nicht wieder in irgendwelche Clubs schleifen!“, meinte ich und klaubte meine Jacke zusammen. Dann nahm ich noch meinen Rucksack und schulterte ihn.
Alex grinste und schüttelte den Kopf.
„Das meinte ich nicht. Ich wollte lediglich wissen, was du heute noch so machst. Das fragen sich Freunde doch gelegentlich mal, oder nicht?“
Ich nickte und seufzte.
„Muss noch einen Haufen Zeugs für meine GFS machen. Ich war bisher ein wenig faul in dieser Hinsicht. Muss sie aber noch vor den Ferien abgeben!“
Ich strich mir eine Strähne hinter mein Ohr.
Alex nickte.
„Na dann. Viel Spaß.“
Ich klappte die Tür zu, Alex startete sein Auto und setzte die Einfahrt zurück.
Ich lief den Weg hoch zur Haustüre und kramte den Schlüssel heraus. Hastig schloss ich auf, doch noch bevor ich eintreten konnte, hörte ich Alex rufen.
Er hatte es nicht weit geschafft, hatte sein Auto am Straßenrand abgestellt und war gerade zu Fuß äußerst eilig auf dem Weg hier hoch.
Ich schloss für eine winzige Sekunde die Augen und atmete tief durch.
Diese ganze Wir-sind-jetzt-Freunde-Geschichte läuft eindeutig aus dem Ruder.
Langsam drehte ich mich um, Alex stand mittlerweile vor mir.
„Ist noch irgendetwas?“, fragte ich, er nickte.
„Ich weiß schon, ich wirkte aufdringlich. Sorry dafür, ist nicht beabsichtigt. Aber ich wollte dir noch meine Handynummer geben!“
In der Tat, er wirkte aufdringlich.
Alex lachte.
„Dein verwirrter Blick ist echt unbezahlbar, Alice. Es ist nur… Falls du wieder deine übermäßig vielen Fragen stellen willst, schreib mir einfach. Das ist doch praktischer, oder?“
Ich nickte.
„Äh, na gut. Klar, warum nicht!“
Ich reichte Alex mein Handy, er gab mir seins. Dann tippten wir unsere Nummern ein und tauschten unsere Telefone wieder aus.
„Na gut, jetzt bist du mich los. Bis morgen!“, verabschiedete er sich und schlurfte zurück zu seinem Auto.
Völlig verwirrt schaffte ich es schließlich in mein Haus und klatschte die Tür hinter mir zu.
Um Gottes Willen, ich brauche jetzt eine anständige Portion Punkrock, die mir den Kopf frei macht von allen komischen Gedanken, die ich gerade hatte.
Als ich den Flur entlang schlurfte, hörte ich Geräusche aus der Küche.
Ich runzelte die Stirn und warf einen kurzen Blick auf meine Armbanduhr. Es war halb zwei. Meine Mutter sollte meinem Wissen nach in ihrer Praxis sein und haufenweise genervte Patienten untersuchen…
Immer noch misstrauisch trat ich in die Küche – und traf prompt auf meine Mutter, die wie eine Profi-Hausfrau am Herd stand und in einem Topf irgendetwas herum rührte.
Ich räusperte mich, Mama drehte sich um.
„Ähm… Was tust du da?“, fragte ich, ganz verwundert über die Situation. Wenn meine Mutter sich einmal dazu durchringen konnte, zu kochen, dann höchstens am Wochenende oder wenn sie einmal frei hat. Aber niemals, wirklich nie, unter der Woche, auch noch mittags!
Meine Mutter grinste wie ein Honigkuchenpferd.
„Alice, schön dich zu sehen. Wie du siehst, koche ich uns was Schönes!“
Ich nickte.
„Ja, das sehe ich. Und es macht mir Angst!“, murmelte ich und wagte einen Blick in den Topf.
Meine Mutter kicherte und winkte ab.
„Komm schon, gib mir eine Chance. In der Praxis hatten wir heute ganz spontan einen Rohrbruch, das ganze Haus steht unter Wasser, möge man behaupten. Ich habe zwangsweise frei bekommen. Und da ich auch nicht im Krankenhaus aushelfen muss, bin ich heute und morgen zu 100 Prozent Mama! Und solche Mütter kochen eben auch mal was für ihre Kinder!“, erklärte sie.
Ich nickte wieder.
Na gut, wenn sie sich einredete, eine Hausfrau sein zu können, will ich sie mal im Glauben lassen.
„Na gut. Wie auch immer. Mit Spaghetti und Tomatensauce hast du dich ja geradezu übertroffen!“, meinte ich und lachte.
Mama schmollte gespielt.
„Meckere nicht. Du weißt, dass ich auf das Kochen auch verzichten könnte. Also, schnapp dir einen Teller, es ist angerichtet!“
Meine Mutter drängte mich zu einer riesigen Portion Spaghetti – sie hatte sich beim Abmessen ein wenig verschätzt, was ich jetzt ausbaden musste – und wir setzten uns an den Küchentisch, um gemeinsam zu Mittag zu essen.
„Ich habe gesehen, dein Schätzchen hat dich nach hause gefahren“, sagte meine Mutter und grinste mich an.
Ich warf ihr einen genervten Blick zu.
„Mama, er ist nicht mein Schätzchen. Wir sind Freunde. Mehr nicht. Und daraus wird auch niemals mehr werden, okay? Dein zukünftiger Schwiegersohn wird nicht Alexander heißen!“, beteuerte ich und stocherte in meinen Nudeln herum.
Meine Mutter lachte.
„Ganz ruhig, Alice. Aber dein Freund ist doch so sympathisch. Und überaus gutaussehend. Ihr würdet zueinander passen.“
Ich sah zweifelnd zu Mama, dann wieder zu meinen Nudeln.
Ich glaube, mir wird schlecht.
Ich bin nicht an Alex interessiert. Nicht auf diese Weise. Und ich weiß, dass sich das folgende jetzt naiv anhört, aber… Anders herum? Vorhin hätte man ja wirklich glauben können, ich wäre der beste Mensch, der ihm je begegnet ist.
Ob Alex – ich mag gar nicht daran denken – an mir interessiert war? <

Dienstag, 13. Januar 2015

Mmmh, ich liebe Chemie - my mind

Hallo ihr da draußen,

ich muss mich mal ganz kurz über das Freihandelsabkommen aufregen. Schon mal davon gehört?
Amerika soll zukünftig, sofern der/die/das TTIP zustande kommt, all seine Wahren hier einliefern können.
Dabei ist es so gut wie egal, nach welchen Standarts diese hergestellt wurden.
So könnten zum Beispiel Lebensmittel mit manchen Chemikalien, etc. bearbeitet sein - was in der EU und in Deutschland speziell gesetzlich nicht erlaubt ist - und trotzdem hier verkauft werden.
Danke, Freihandelsabkommen.
Im schlimmsten Fall könnten amerikanische Firme auch deutsche Märkte verklagen, wenn sie dieses Zeugs nicht verkaufen wollen.
Danke, Freihandelsabkommen.
Leute, hallo? Ich meine, wir haben Gesetze, um uns vor gesundheitsschädigenden Sachen, etc. zu schützen, weil eventuell zu viel Chemikalien/Medikamente usw. genutzt werden. Das ist relativ durchdacht.
Und welcher Depp hatte jetzt die Idee mit dem TTIP? Wer war so schlau, und will das erlauben?

Gott, die Politik kotzt mich manchmal echt an. Volksvertreter, die sich immer seltener für das Volk interessieren.
Eure Mademoiselle

Freitag, 9. Januar 2015

The modern days #26

> Ich war verkatert.
Und zwar richtig.
Das realisierte ich heute Morgen, als mein Kopf zu zerplatzen schien und ich echt nur noch sterben wollte.
Die Sonne brannte in meinen Augen, ich fühlte mich wie ein Vampir, als ich hinunter in die Küche torkelte.
Mama war unbarmherzig und hat mir eine Schmerztablette aufgezwungen, um mich dann – trotz Zombie Visage – in die Schule zu schicken.
Als ich in Musik saß und wir eine Oper anhörten, hatte ich das Gefühl, mein Trommelfell würde gleich platzen.
Das Ganze hatte ich mir ja selbst zuzuschreiben.
Ich hatte schon Ewigkeiten nichts Alkoholisches getrunken. Und mir dann gestern gleich ein paar Shots reinzukippen, war nicht die beste Idee gewesen.
Die Stunden vergingen Gott sei dank in einem akzeptablen Tempo und ich konnte bald das Gebäude verlassen. Im Strom der Schüler versuchte ich unterzutauchen.
Genau einer Person wollte ich nach dieser peinlichen Nacht nicht begegnen.
Aber das mich hassende Schicksal erhört meine Wünsche nicht.
Wer also war es, der mir gerade auf die Schulter tippte.
„Schlecht drauf?“, fragte Alexander und sah mich amüsiert an, als ich mich umdrehte und ihn stirnrunzelnd ansah.
Ich schüttelte den Kopf.
„Wie kommst du da drauf?“
Er lachte.
Wir gingen weiter, nebeneinander, bis nach draußen.
Es schneite.
„Na ja, du läufst den ganzen Tag mit hoch gezogener Kapuze herum und vorhin, als ich dir auf dem Gang hallo gesagt habe, hast du mich eiskalt ignoriert.“
Ich blieb stehen und sah ihn ungläubig an.
„Du hast mir hallo gesagt? Echt jetzt?“
Ich schüttelte den Kopf. Wow, ich war echt wie in Trance durch den bisherigen Tag gegangen.
Ein Fünftklässler quetschte sich mit seinem Monstrum von Schulranzen zwischen uns hindurch.
Alex sah ihm kurz hinter her, wandte sich dann wieder an mich und nickte. Ich seufzte.
„Sorry, hab ich nicht mit Absicht gemacht. Mir geht es heute nicht besonders gut. Die letzte Nacht war echt eine beschissene Idee!“, meinte ich und rieb mir über die Schläfen.
Diese verdammten Kopfschmerzen! Ich brauchte dringend mehr Schmerztabletten!
Hinter uns hörte ich plötzlich ein Auflachen, Alex und ich drehten uns gleichzeitig um.
Da stand eine Gruppe von Mädchen, unter ihnen natürlich Selina. Ihre Freundinnen sahen in meinen Augen alle gleich aus, ein Make-up Gesicht nach dem anderen, welche ich beim besten Willen nicht auseinander halten konnte. Dazu fehlte mir aber auch schlicht und einfach das Interesse an dieser Clique.
Ich verdrehte die Augen.
„Was willst du?“, fragte ich monoton, ohne jegliche Lust auf ihre Schikanen.
Doch aus der Situation fliehen war jetzt auch nicht mehr möglich, wenn mein Mundwerk natürlich wieder schneller als der Verstand war…
Eines der Mädchen – ich meine, sie heißt Milena… oder Manuela? – kam auf uns zu gelaufen, beziehungsweise auf Alex.
Er sah überfordert erst zu mir, ich konnte nur mit den Schultern zucken, und dann wieder auf das Mädchen vor ihm.
Keine Ahnung was sie von ihm wollte.
Aber ich erinnerte mich noch an den ersten Tag mit meinem neuen Freund.
Als er den Biosaal betreten hatte, galten alle Blicke ihm. Und das Staunen der Mädchen auch. Die Make-up Crew war in der Reihe gesessen, die besonders intensiv getuschelt hatte.
Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, aus Schadenfreude.
Vielleicht steht Milena/Manuela ja auf den Ex-Dealer, jetzt konnte Alex sich mit ihr herum schlagen.
„Alexander, richtig? Warum um alles in der Welt gibst du dich mit Alice ab, wenn ich fragen darf? Du hast die Nacht mit ihr verbracht? Wie ungezogen von dir!“, sagte sie und lächelte dabei übertrieben verführerisch.
Ganz klar: In dem sie mich schlecht machte, flirtet sie mit ihm.
Ich schnaubte. Interessante Art der Anmache.
Der Schülerstrom um uns ließ allmählich nach und so standen wir keine Minute später alleine auf dem Schulhof. Mit vier Barbies, die sich an Alex ranschmeißen wollten.
„Ähm… was willst du?“, fragte Alex und runzelte die Stirn.
Ich lachte, als Milena/Manuela daraufhin mit ihrer Hand über seine Brust strich.
Ganz klar, dieses Mädchen hatte Absichten!
Aber was mache ich dann eigentlich noch hier? Wenn Alex flirten wollte, oder sich anflirten ließ, sollte er doch tun. Ich musste ja meine Zeit nicht mit der Make-up Crew verschwenden.
Ich stellte mich neben Alex und sah zu ihm hoch.
„Ich sehe, du hast Verehrer gefunden. Man sieht sich, okay? Viel Spaß noch!“, meinte ich, drehte ich mich um und war im Begriff, zum Parkplatz hinunter zu schlendern.
Doch eine Hand hielt mich fest. Ich schnaubte und sah an meinem Arm hinunter. dann drehte ich mich wieder um und schaute Alex an.
„Bitte, Alice, warte noch ganz kurz.“
Ich seufzte.
„Ich würde ja liebend gerne noch weiter mit dir und den Mädels quatschen, aber ich verpasse meine Bahn!“, murmelte ich, schüttelte den Kopf und löste meine Hand aus Alexanders.
Er sah mich flehend an.
„Nur fünf Minuten, bitte. Ich muss mit dir reden. Ich fahr dich dann auch nach Hause, okay?“
Ich atmete tief durch. Meine wertvolle Freizeit aufgeben, um ein paar Barbies dabei zuzusehen, wie sie sich an Alex ranschmeißen? Ich hatte ja auch nichts Besseres zu tun.
„Von mir aus...“
Alex lächelte erleichtert und wandte sich wieder an die Make-up Crew.
Leicht gereizt fuhr er sich durch die Haare.
„Also, Ladies, was kann ich für euch tun?“, fragte er, vergrub dann seine Hände in den Hosentasche und wippte ein wenig vor und zurück.
Selina kam anstolziert und grinste genauso wie Milena/Manuela.
Alex runzelte die Stirn.
„Hast du mich nicht letzt erst noch Freak genannt?“, fragte er und sah sie fordernd an.
Selina kicherte und schüttelte den Kopf.
„Ach, das war doch nur an deine komische Freundin.“
Ich lachte empört auf.
Okay, jetzt wurde es mir wirklich zu viel!
„Alex?“, drängte ich und zog die Augenbrauen nach oben.
Er nickte mir nur kurz zu und sah wieder zu seinen Verehrerinnen.
„Komm zum Punkt Selina. Hier wartet nämlich ein ganz bezauberndes Mädchen auf mich - ganz im Gegensatz zu dir!“
Selina lachte und schüttelte den Kopf.
„Du nennst sie bezaubernd? Schätzchen, ich bitte dich. Gib dich doch nicht mit solchen Mädchen ab. Siehst du das nicht? Blaue Haare? Sie ist optisch ein totaler Reinfall. Ganz im Gegensatz zu dir! Ich hab dein Bild auf Instagram gesehen. Wo hast du dir nur dieses Sixpack antrainiert?“
Mir fiel die Kinnlade hinunter.
Jetzt ist das Fass übergelaufen. Aber so was von!
Total geladen stellte ich mich zwischen Alex und die Make-up Crew.
„Geht's eigentlich noch? Ich bin hier anwesend. Habt ihr das überhaupt gemerkt? Und im Gegensatz zu euch verbringe ich nicht den halben Tag damit, blöd im Badezimmer zu stehen um danach auszusehen, als wäre Paris Hilton auf meinem Gesicht explodiert! Ihr seid so oberflächlich!“
Alex hinter mir griff nach meiner Hand, zog mich an sich und hielt mich sozusagen davon ab, den Barbies eine zu klatschen.
„Okay Mädels, ganz ruhig. Aber Alice muss ich recht geben. Klebt ihr diese Hautfarbe morgens auf oder ist das natürlich? Schlammfarbe? Echt interessant...“, meinte er lachend, ging ein paar Schritte voraus und zog mich dann mit sich.
Ich folgte ihm störrisch.
„Ich war gerade richtig in fahrt!“, meinte ich komplett wütend.
Alex lachte nur.
„Alice, du solltest dich nicht immer mit anderen anlegen!“
Ich schüttelte nur den kopf.
Immer noch aufgebracht folgte ich ihm bis an sein Auto und blieb vor der Beifahrertür stehen.
Dann schüttelte ich den Kopf.
„Eigentlich habe ich mich noch nie mit jemandem angelegt."
Alex sah mich überrascht an.
„Wirklich nicht? Du scheinst mir aber so temperamentvoll!“
Ich seufzte.
„Wirklich nicht. Aber seit ich dich kenne, bin ich sehr Streit freudig!“ <

Donnerstag, 8. Januar 2015

Je suis Charlie - my mind

Hallo ihr da draußen,

es vergeht ja irgendwie kein einziger Tag, ohne dass irgendwelche hirnlosesn Menschen andere Leute umbringen.
Neuster Fall: Der Anschlag auf das Satire Magazin Charlie Hebdo in Frankreich.
Diese Zeitschrift war kritisch und eben satirisch, hat des öfteren den Islam und andere Religionen in Karikaturen dargestellt und sich schon mehrere Feinde gemacht.
Das Büro der Zeitschrift war sogar von Polizei Kräften gesichert.
Und dann kommen ein paar Menschen mit purem, undefinierbaren Hass an, denken, sie können ihre Taten mit einer Glaubensrichtung legitimieren und einfach mal ein dutzend Menschen umbringen.
Warum?
Das kann doch nicht wahr sein! Diese Menschen können einfach nicht ganz richtig im Kopf sein. Entshuldigt die kindische Wortwahl, aber solche Sachen fallen wohl unter Naivität.
Mir scheint es so, als ob diese Terroristen ihre Religion nur als "Ausrede" für ihre pure Lust am Töten nutzen.
Jetzt heißt es für uns: Zusammenhalt zeigen. Das gilt sowohl für Christen, etc. als auch für Muslime. Denn sie müssen zeigen, dass es eben keine ganze Weltreligion ist, die so denkt, sondern ein paar fanatische Idioten mit eindeutigen Problemen.
Ich kann nur den Kopf schütteln,  was hier tagtäglich auf der Welt abgeht!
Eure Mademoiselle

Dienstag, 6. Januar 2015

The modern days #25



> Es dauerte ein wenig, doch nach ein paar Minuten Wanderung durch die Kälte war mein Kopf aufgeräumt und ich konnte wieder klar denken.
Alex stampfte zielsicher vorne raus, ich versuchte, seine langen Schritte einzuholen und neben ihm zu laufen.
„Hey, ich ähm… danke dass du den Typen abgewimmelt hast!“, meinte ich und lächelte unsicher.
Alex nickte nur.
„Kein Ding. Er war… Ich kannte ihn. Kein guter Umgang für junge Frauen“, entgegnete er und schien danach wieder schneller zu laufen, ich kam nicht mehr hinter her.
Dennoch interessiert zog ich die Augen nach oben.
„Du kanntest ihn? Woher?“
Alexander seufzte und blieb stehen. So abrupt wäre ich fast in ihn hineingerannt.
Er verdrehte die Augen.
„Rate mal, Alice.“
Er fing wieder an zu laufen.
Ich eilte hinter her.
Und hielt ihm am Arm fest, sodass er gezwungen war, sein Tempo an das meinige anzupassen.
Ungläubig sah ich ihn an.
„Die Funk?“, fragte ich, flüsterte schon fast, wollte das nicht wahr haben.
Alexander nickte wieder, verzog dabei keine Miene.
Ich riss erschrocken die Augen auf.
Oh Gott.
„Glaubst du, der hat mich mit… mit meiner Schwester verwechselt?“, fragte ich völlig panisch, Alexander lachte auf.
„Nein, ich denke eher nicht. Der war hacke dicht. Kann sich vermutlich morgen früh nicht mal mehr an das erinnern, was er zu dir gesagt hat. Geschweige denn, wie du aussahst. Ich weiß nicht mehr, wie der Typ hieß, aber an seine Saufgelage konnte ich mich noch gut erinnern!“
Ich nickte. Da fiel mir doch ein klitzekleiner Stein vom Herzen.
„Trinkst du deswegen nicht? Um Nic kein schlechtes Vorbild in solchen Sachen zu sein?“, fragte ich, Alex schüttelte den Kopf.
„Nein. Also ja, schon. Ich will nicht, dass er denkt, nur mit Alkohol könnte er Spaß haben oder so einen Schrott. Aber die Sache ist die… So war das nicht immer. Als ich siebzehn war, bin ich einmal auf einer Party gewesen und am nächsten Tag im Krankenhaus aufgewacht. Hatte mir die Nase gebrochen, weil ich mich, total betrunken, mit irgendeinem daher gelaufenen Typen geprügelt hatte. Nic hatte Schiss, ich würde so etwas noch mal machen. Und es würde schlimmer ausgehen. Also habe ich ihm versprochen, jeglichen Alkohol aus meinem Leben zu verbannen, um sicher zu gehen, dass ich ihn immer beschützen kann. Dass er nie von einem auf den anderen Tag alleine sein wird.“
Ich nickte.
Wow, das war echt tiefsinnig. Hätte nicht gedacht, dass man Alex auf solch emotionale Weise erreichen kann.
Durch unser Gerede verging die Zeit des Heimweges wie im Flug und ehe ich mich versah, standen wir in der Hofeinfahrt meiner Wohnung.
Ich suchte in meiner Jackentasche nach meinem Hausschlüssel, erfasste den Schlüsselbund und verbrachte gefühlte Ewigkeiten damit, den Richtigen zu finden.
Alex neben mir hatte seinen Schlüssel natürlich sofort gefunden, schloss sein Auto auf und machte innen drin schon die Heizung an. Die Fenster waren beschlagen, das konnte ein Weilchen dauern.
Ich grinste, als ich meinen Schlüssel endlich gefunden hatte, und steckte ihn in das Haustürschloss.
Dann stieß ich die Tür auf und zog den Teppich davor, damit sie nicht gleich wieder zufallen würde, wenn ich sie gleich wieder los ließe.
Den Schlüssel zog ich ab, warf ihn auf die Kommode im Hausgang und ging danach wieder nach draußen, zu Alexander.
Unentschlossen stand der vor seinem Auto und beobachtete mich, wie ich äußerst konzentriert die Einfahrt vor lief, um nicht hinzufallen.
Endlich bei ihm angekommen atmete ich tief durch, Alex grinste.
Ich runzelte die Stirn und tat so, als würde ich beleidigt schmollen.
„Hör auf mich innerlich auszulachen. Kieselsteine bei Nacht sind extrem gefährlich!“
Alex hörte natürlich nicht auf zu grinsen, als er nickte.
„Natürlich. Wie konnte ich das nur vergessen?“, fragte er und schmunzelte weiterhin.
Ich zuckte mit den Schultern.
Dann verkreuzte ich meine Arme vor der Brust und rieb fröstelnd über die Ärmel meiner Jacke.
Die Wirkung des Alkohols ließ allmählich nach – obwohl ich ja noch Schwierigkeiten beim laufen hatte – denn die Kälte wurde wieder spürbar.
Alex bemerkte das ebenfalls.
„Du solltest reingehen, sonst erkältest du dich noch. Und dann verpasst du die Schule, welche Tragik das nur wäre!“, meinte er, mit einem deutlich sarkastischen Unterton.
Jetzt war ich diejenige, die lachen musste. Ich nickte bekräftigend.
„Okay, du hast recht. Ich geh dann mal rein. Komm gut nach Hause und so…“, murmelte ich, verabschiedete mich somit und lief die Einfahrt hoch, so gerade es mir möglich war.
Alex war im Begriff, sich in sein Auto zu setzen, als ich mich noch mal umdrehte.
„Hat es eigentlich funktioniert?“, rief ich fragend, Alex sah mich stirnrunzelnd an.
„Was soll funktioniert haben?“
Ich lächelte.
„Na mein Aufheiterungsprogramm. Das Ausgehen, Spaß haben… Vergessen…“
Alex zog lächelnd die Augenbrauen nach oben und nickte.
„Ja, natürlich. Es war sehr amüsant, dich betrunken zu erleben. Kannst ja ganz locker sein, wenn dein Verstand ausgeschaltet ist!“
Mit diesen Worten setzte er sich in sein Auto, schloss die Tür und manövrierte sich aus der Einfahrt hinaus. Rein in die schwarze Nacht. <

Sonntag, 4. Januar 2015

Watch out for... Aloe Vera

Hallo ihr da draußen,

vermutlich habt ihr auch schon von dem allseits beliebten Wundermittel namens Aloe Vera gehört.
Ich wollte einfach nur einen kurzen Post darüber verfassen, welche positiven Auswirkungen diese Pflanze hat.
Aloe Vera ist vielseitig einsetzbar.
Vor allem in der Kosmetikbranche feiert man das Wüstengewächs. Es spendet Feuchtigkeit und ist in allerlei Cremes und Lotions, etc. enthalten.
Doch man kann den Saft der Pflanze, beziehungsweise das Gel auch direkt nutzen.
Ich weiß, es ist definitiv nicht die Zeit dafür, aber merkt euch für den Sommer: falls ihr doch mal die äußerst wichtige Sonnencreme vergesst und ihr dafür mit einem fiesen Sonnenbrand bestraft werdet, ist Aloe Vera eure Rettung. Das Gel beruhigt die Haut, spendet Feuchtigkeit und wirkt sogar desinfizierend.
Es macht eure Haut geschmeidig und schützt vor dem Austrocknen.
Aloe Vera steckt, wie schon gesagt, in vielen Kosmetikprodukten, gibt es aber auch als Gel oder Saft in diversen Drogerie Märkten zu kaufen. Ihr könnt euch natürlich auch eine eigene Pflanze anlegen und das Gel direkt "ernten".
Im Internet gibt es diverse DIYs mit Aloe Vera, hier kommt ihr zu dem Video einer Youtuberin, die ein Rezept für eine Haarkur gegen sprödes Haar aus rein nnatürlichen Inhaltsstoffen zusammengestellt hat.
Viel Spaß beim ausprobieren :)
Eure Mademoiselle

Donnerstag, 1. Januar 2015

The modern days #24



> Okay Alice, ganze ruhig. Spiel jetzt ja nicht das ängstliche Lamm. Er hat nur deinen Piercing gesehen. Das ist nichts Nennenswertes. Das tun andere im Schwimmbad auch immer.
Doch es war trotzdem ein komisches Gefühl. Zu viel nackte Haut an einem Nachmittag. Definitiv!
Ich zupfte mein Shirt zu Recht und versuchte, mir diese äußerst peinliche Situation nicht anmerken zu lassen.
„Den habe ich schon, seit ich sechzehn war. Rebellische Jahre und so…“, murmelte ich, woraufhin Alex lachte.
„Kenn ich.“
Ich ging vor den Spiegel und betrachtete meine Haare. Dann warf ich einen kurzen Blick auf die Uhr. Automatisch schüttelte ich den Kopf. Sie zu glätten würde zu lange dauern, dafür sind meine Haare viel zu widerspenstig. Aber so durch und durch verwuschelt konnte ich sie auch nicht lassen!
Ich seufzte und verzog den Mund. Mit diesen Locken ist echt nichts anzufangen!
„Du siehst aus, als würdest du ein inneres Streitgespräch mit dir selbst führen. Alles klar mit dir?“, fragte Alex, den ich hinter mir im Spiegel ausmachen konnte.
Ich nickte und lachte.
„Nur ganz normale Gedanken einer Frau!“
Das brachte Alex zum lachen, er setzte sich auf meinen Schreibtischstuhl und beobachtete mich, während ich mir noch alle möglichen Gedanken machte.
Meine Güte, mit diesem Blick im Rücken konnte man aber gar nicht klar denken!
Ich nahm mir ein Haargummie und band meine Haare zu einem hohen Knoten zusammen.
Ein paar kurzen Strähnen lösten sich sofort wieder daraus, ich strich sie hinter meine Ohren.
Ein kurzer Blick zurück in den Spiegel verriet mir: ein Friseur wäre vielleicht nötig gewesen.
Aber es ist nur ein Konzert und es ist nur Alex, mit dem ich da hin gehe. Die Welt wird durch zerzauste Haare wohl heute noch nicht untergehen!
Ich setzte ein Lächeln auf und drehte mich zu Alexander um.
„Also gut. Gehen wir.“
Alex nickte, stand auf und folgte mir aus meinem Zimmer heraus.
Unten schnappte ich mir Schlüssel, Portemonnaie und meinen Ausweis.
Dann ging ich zur Gardarobe, reichte Alex seine Jacke und zog meinen Parka an.
Alex zückte seine Schlüssel und sah mich fragend an.
„Soll ich fahren?“, wollte er wissen, ich zog derweil meine Schuhe an.
„Ist mir egal. Der Club ist nicht weit weg, theoretisch könnten wir auch laufen.“
Alex nickte.
„Wenn es echt nicht so weit ist, wäre mir laufen wirklich lieber.“
Ich nickte und lächelte.
„Dann lass uns gehen. Einlass ist noch eine Stunde.“
Folglich liefen wir.
Schweigend.
Nebeneinander.
Durch die Kälte.
Wobei die zwanzig Minuten ziemlich schnell um gingen.
Besagter Club, den ich vorhatte, zu besuchen, war eine alte Fabrikhalle. Es hieß „Fender“, so wie die Gitarrenmarke, und war sehr beliebt bei Anhängern der Rock Szene, so wie ich. Regelmäßig spielen dort  verschiedene Arten von Bands, oftmals auch mehrere an einem Abend.
Mein Vater hatte mich ja vorhin darüber informiert, dass „a million ways to panic“ heute Abend spielen wird. Und wenn die spielen, dann nur in diesem Laden!
Vor dem Club stand schon eine riesige Schlange von Leuten, Alex neben mir seufzte.
„Da kommen wir nie rein!“, meinte er und runzelte die Stirn.
Ich lachte nur.
„Komm einfach mit!“, meinte ich, nahm seine Hand und zog ihn an den ganzen Leuten vorbei.
Irritiert ließ er sich von mir mitziehen, bis wir vorne neben den Türstehern angekommen waren.
Einer der Männer drehte sich zu uns um, sah als erstes Alex an.
„Alle stellen sich hinten an, kapiert?“, murrte er und wollte sich wieder von uns abwenden.
Alex setzte zu einer Antwort an, doch ich schnipste nur und lenkte somit die Aufmerksamkeit auf mich.
Der Türsteher – Johannes war sein Name – drehte sich zurück zu uns und sah mich an.
„Hey Jo, sag bloß, du erinnerst dich nicht mehr an mich? Ich stehe auf der Gästeliste, und das schon seit Anbeginn der Zeit!“, meinte ich und lachte.
Johannes grinste mich an.
„Alice, schon lange nicht mehr gesehen. Klar, komm rein. Ist dieser Kerl da etwa deine Begleitung?“
Ich sah kurz zu Alex. Er runzelte nur die Stirn und sagte rein gar nichts.
Ich nickte amüsiert.
„Ja, er gehört zu mir!“
Jo nickte ebenfalls.
„Okay, dann viel Spaß euch beiden!“
Die Security öffnete uns die Tür und ich nahm wieder Alexanders Hand, der sich benommen mitziehen ließ.
Ich lotste ihn zur Gardarobe und danach zur Bar, wohin er mir überall schweigend folgte.
Dann sah er sich um und schüttelte den Kopf.
„Wie kommt es, dass du hier auf der Gästeliste stehst und zudem den Türsteher kennst?“, fragte er mich irgendwann, ich drehte mich grinsend zu ihm.
„Der Club gehört Ben. Es ist auch seine Band, die heute Abend spielt.“
Alex zog interessiert die Augenbrauen nach oben.
„Ben wie… dein Vater?“
Ich nickte und lachte.
„Ja, Ben wie mein Vater. Ich hoffe, es gefällt dir heute Abend!“
Alex nickte nur fasziniert und sah sich wieder um.
Der Club war geradezu überfüllt, überall drängten sich die Menschen nach vorne, um einen möglichst nahen Platz an der Bühne zu erhaschen.
Die Band kam auf die Bühne und die Menge fing an zu jubeln.
Ich applaudierte ebenfalls, widmete mich dann aber wieder Alexander.
„Was willst du trinken?“, fragte ich Alex, er rief mir etwas entgegen.
Ich schüttelte den Kopf. Die Musik war viel zu laut, genauso wie das Gekreische der Groupies.
„Ich hab dich nicht verstanden, was?“, rief ich erneut, Alex lachte.
Dann beugte er sich vor, strich eine Locke beiseite und sprach direkt in mein Ohr.
„Ich trinke nicht. Also nichts Alkoholisches.“
Überrascht sah ich zu ihm.
„Aber wir sind doch gelaufen. Du musst gar nicht fahren!“, rief ich zurück, Alex grinste nur und schüttelte den Kopf. Erneut beugte er sich vor, um direkt in mein Ohr zu sprechen.
„Daran liegt es nicht. Ich habe Nic versprochen, nie Alkohol zu trinken. Und ich breche meine Versprechen nicht!“, erwiderte er, sein warmer Atem in meiner Halsbeuge verschaffte mir eine Gänsehaut.
Als er sich wieder von mir löste, zuckte ich nur mit den Schultern.
„Na gut, wie du willst. Dann lade ich dich eben auf ein normales Getränk ein. Das tun Freude, oder nicht?“
Alex nickte lächelnd.
„Ja, Freunde…“
Diese Situation wirkte irgendwie ambivalent. Auf der einen Seite war es lustig, hier mit Alex zu sitzen und der Band zuzuhören.
Auf der anderen Seite wurde mir ganz mulmig zumute, als er meine Locke zur Seite gestrichen und dabei meinen Hals berührt hatte.
Lösung für dieses Problem? Alkohol. Das musste jetzt sein!
Ich bestellte mit wahllos irgendetwas hochprozentiges, während Alex nur bei Cola blieb.
„Auf unsere neue Freundschaft!“, meinte ich und stieß gegen sein Glas.
Alex lachte und nickte.
„Auf unsere Freundschaft!“
Wir redeten eine Weile über den Club, über meinen Vater und über seine Band.
Und urplötzlich spürte ich den Alkohol.
Mein Bauch wurde ganz warm und ich konnte nicht mehr aufhören zu grinsen.
Ich wandte mich an Alexander.
„Ich geh tanzen, das Lied ist der Hammer! Also, falls du mitkommen willst…“
Ich ließ den Satz in der Luft hängen und rutschte von meinem Barhocker hinunter.
Dann drängelte ich mich durch die Menschenmassen und suchte mir irgendwo Platz zum ausgelassen tanzen.
Mir wurde viel zu warm, sogar mein T-Shirt war zu dick für die stickige Luft hier im Club!
Ich war wie in Trance, der Alkohol tat sein Übriges, und so merkte ich erst spät, wie sich zwei Hände um meine Hüfte zu legen versuchten.
Irritiert drehte ich mich um und sah in das Gesicht eines mir unbekannten Typen.
„Süße, weißt du, ich bin Schriftsteller und schreibe gerade an einem Telefonbuch. Kann ich vielleicht deine Nummer haben?“, fragte er und grinste.
Ich starrte den Mann ein paar Sekunden mit offenem Mund an und verfiel danach in eine Lachsalve. Mir kamen sogar ein paar Tränen in die Augen, amüsiert wischte ich sie weg.
Wie bitte? Das ist der schlechteste Anmachspruch, den ich je gehört habe!
„Ähm, nein, such dir lieber eine andere, die du bequatschen kannst!“, entgegnete ich und versuchte, mich aus seinem Griff zu schälen.
Der Typ allerdings ließ nicht locker.
„Ach komm schon. Tanz mit mir. Du willst es doch auch!“
Ich schüttelte angewidert den Kopf.
Plötzlich bemerkte ich eine weitere Person neben mir. Ratet mal, wer!
„Hey, offensichtlich will sie nicht mit dir tanzen. Verzieh dich, okay?“, meinte Alex äußerst bedrohlich und sah den Typen scharf an.
Er hob beschwichtigend die Hände.
„Ganz ruhig amigo! Bist du ihr Freund, oder was?“
Ich schüttelte den Kopf und wollte ihm widersprechen. Alex jedoch…
„Ich bin der, der dich von ihr fernhält, kapiert? Verschwinde, amigo!“
Alex wandte sich an mich. Ich sah ihn zum teil fasziniert und zum teil völlig fassungslos an.
„Alice, es ist schon fast Mitternacht und morgen ist Schule. Ich denke, wir sollten gehen!“
Ich war nur noch dazu fähig, zu nicken. Diesmal war ich es, die Alex schweigend folgte. <