Was findest du hier?

Ein noch nicht ganz erwachsenes, chaotisches und kreatives Hippie-Mädchen schreibt hier alles auf, was ihr gerade durch den Kopf geht :)

Freitag, 31. Oktober 2014

The modern days #10



> „Na gut, dann sind wir eben keine Freunde. Zufrieden?“, fragte Alexander und steuerte auf einen Parkplatz zu.
Offensichtlich waren wir angekommen.
So weit ich das beurteilen konnte, war hier weit und breit nichts.
Außer ein kleines, einstöckiges Häuschen, mitten in einem recht großen Hof.
„Zufrieden bin ich erst, wenn ich alle Antworten habe, die ich kriegen kann!“, erwiderte ich und sah mich um.
Alexander stellte den Motor ab, öffnete seine Tür und stieg aus. Ich schnallte mich ab. Im selben Moment, wie ich die Tür öffnen wollte, kam mir Alexander zuvor und hielt sie mir auf.
Ich verdrehte die Augen.
„Sehe ich irgendwie hilfsbedürftig aus? Ich bin sehr wohl in der Lage, eine Autotür zu öffnen!“, sagte ich, beabsichtigt beleidigt.
Alexander hob abwehrend die Hände.
„Okay, kleine Prinzessin, schon klar“
Er ließ mich aussteigen, klatschte die Tür dann hinter mir zu und nahm darauf prompt wieder meine Hand.
Ich zog daran, doch sein Griff war stärker.
Ach du meine Güte.
Wolle dieses Mysterium von einem Kerl mir etwas… antun? Aber er hatte versprochen, nichts mit mir anzustellen. Wobei, wenn ich diesen einsamen Hof mitten im Nirgendwo betrachte, kamen mir ganz schreckliche Gedanken in den Sinn.
Oh bitte, bitte bin ich heute Abend noch Jungfrau!
Alexander zog mich rasch vorwärts, ich konnte nur mühsam seinem Gang Schritt halten.
„Warum ziehst du mich und warum hetzen wir so?“, fragte ich völlig verwirrt.
Alexander seufzte.
„Hör zu Alice. Ich weiß, du hast unglaublich viele Fragen, aber ich habe nicht so viel Zeit. Deswegen müssen wir uns ein wenig beeilen, okay? Und keine Angst, ich werde dir nichts tun, das habe ich bereits versprochen!“
Keine Ahnung warum, aber diese Worte beruhigten mich ein wenig.
An der Haustüre angekommen, kramte Alexander seinen Schlüsselbund wieder aus der Hosentasche, schloss die Tür auf und stieß sie auf, wobei ein lautes Knarren die Stille durchbrach.
Das Haus sah innen nicht viel besser aus als außen.
Die Wände waren kahl und weiß, nirgendwo Tapete oder auch nur ansatzweise Farbe.
Wir betraten einen Lichtdurchfluteten Gang. Es gingen mehrere Zimmer davon ab, Alexander bat mich in das erste zu meiner Rechten.
Mit wiedergekehrtem Mut öffnete ich die schwere, alte Holztür – die genau dieselben Geräusche machte wie die Haustür – und ging in ein kleines Wohnzimmer.
Die Möblierung war spärlich, aber durchaus gemütlich.
Es gab zwei Ohrensessel, einen in grün und einen in einer undefinierbaren Musterung aus blauen und gelben Farbklecksen.
In der Mitte der beiden Sessel stand ein tiefer Couchtisch, auf dem eine gebrauchte Teetasse stand.
An der gegenüberliegenden Seite der Sessel befand sich eine alte Feuerstelle. Sie war offensichtlich nicht mehr nutzbar, doch nun schmückten einige Kerzen den Innenraum des antiken Ofens.
Der Wandabschnitt neben der Tür wurde durch ein Regal gefüllt, das mit Büchern und Brettspielen gerade zu überladen war.
„Setz dich. Ich muss kurz telefonieren, dann bin ich sofort bei dir!“, bat Alexander, huschte in einen der anderen Räume und kam keine zwei Minuten später wieder.
Ich setzte mich in den Sessel mit den vielen Farbklecksen, er war erstaunlich weich und bequem.
Alexander setzte sich mir gegenüber.
„Schicke Wohnung!“, meinte ich, er nickte.
„Es ist schrecklich, ich weiß. Aber alles, was ich mir unter meinen Umständen leisten kann. Das Wohnzimmer ist noch das Ahnsehnlichste von allen Zimmern!“
Er räusperte sich.
„Okay, egal jetzt. Kommen wir zum eigentlichen Thema. Amelia. Was willst du wissen?“
Ich atmete tief durch.
Wo sollte ich da bitteschön anfangen?
„Na gut, ähm… Woher kanntest du Amelia?“, fragte ich, Alexander seufzte.
„Von der Funk. Wir waren Partner, sozusagen. Auf geschäftlicher Ebene verstanden wir uns gut, aber auch auf privater Ebene wurden wir beste Freunde!“
„Was genau ist die Funk? Ich habe auf dem Klo einen Spruch gelesen, was soll das alles?“
Ich zeigte Alex ein Bild von der Kritzelei an der Toilettenwand, die ich mit meinem Handy fotografiert hatte.
Er runzelte die Stirn, während er es betrachtete.
„Die Funk hat sich nie so offensichtlich zur Schau gestellt. Merkwürdig… Na ja, egal. Im Grunde genommen ist die Funk, um es mit einfachen Worten auszudrücken, eine Drogenbande. Eine gut organisierte Gruppe von Dealern, die ganz schön viel Einfluss auf die Untergrundszene hat. Ich war Mitglied. Amelia auch!“
Alexander sagte das so emotionslos, dass mir das Blut in den Adern gefror.
Ich schluckte schwer.
Drogen?
Amelia hatte nie und nimmer mit Drogen gedealt! Dafür war sie viel zu anständig.
Oder doch nicht?
Verdammt, das wird mir alles zu viel!
„Du lügst. So etwas könnte Amelia nie tun!“, keifte ich Alexander an, er jedoch schüttelte nur den Kopf.
„Alice, ich gebe dir lediglich die ehrliche Antwort, die du wissen willst. Es ist die Wahrheit!“
Augenblicklich wurde mir schlecht.
Mein Magen entwickelte ein Eigenleben, ich musste Husten und stand auf.
„Ich… ich glaube das alles nicht…“
Ich atmete tief durch und sah mich hilfesuchend um, doch das Übelkeitsgefühl blieb.
Drogen?
„Kann ich ganz kurz… Wo ist das Badezimmer?“
Alexander sah mich auf einmal ungeheuer besorgt an, was mir nur noch schlechter werden ließ.
„Warte, ich begleite dich!“
Er stand auf, legte führsorglich einen Arm um meine Taille und führt mich zum Badezimmer.
Der Raum, keine drei Quadratmeter groß, wirkte mit seiner Enge auf merkwürdige Weise beruhigend auf mich.
Das Gefühl in meinem Bauch verschwand augenblicklich, als ich mich kurz auf den Rand der Badewanne setzte und mir ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht tupfte.
Ich atmete tief durch.
Was geht hier nur vor sich, um alles in der Welt?
Wo bin ich hier reingeraten?
Alexander klopfte an die Badezimmertür.
„Alice, alles okay? Soll ich einen Arzt rufen?“
Ich schüttelte schnell den Kopf – obwohl er das gar nicht sehen konnte – und stand wieder auf.
Dann taumelte ich auf die Tür zu, öffnete sie und versuchte mich an einem Lächeln.
„Nein, sorry, alles okay. Setzen wir unser Gespräch fort, mir geht es wieder gut!“
Alexander sah mich verdutzt an, ich schob ihn vor zur Seite und ging zielstrebig den Gang hinunter.
Welche Tür war das Wohnzimmer noch gleich?
Auf gut Glück öffnete ich ein der identischen Holztüren.
„Halt, das ist nicht…“
Nein, das war nicht das Wohnzimmer.
Das hier war ein Kinderzimmer.
Auf dem Boden lagen verstreut Spielzeugautos, Kinderkleidung, ein paar Blätter und Stifte.
Auf dem Bett befand sich Bettwäsche mit Piratenaufdruck und die Lampe an der Decke hatte die Form eines Mondes.
Alexander war mir gefolgt und zog mich aus dem Zimmer.
Er schloss die Tür und sah mich vorwurfsvoll an.
„Schnüffelst du immer anderen Leuten hinter her?“, fragte er und schob mich zurück ins Wohnzimmer, eine Tür weiter.
Ich schüttelte perplex den Kopf.
„Entschuldige, das war nicht meine Absicht, aber…“
Ich setzte mich zurück in meinen Sessel.
„Wer wohnt hier denn noch? Sag bloß du hast… Kinder?“
Alex schnaubte verächtlich.
„Natürlich nicht. Ich bin zwanzig, was denkst du denn? Das ist das Zimmer meines kleinen Bruders. Er heißt Niclas, ist gestern zehn Jahre alt geworden. Mein einziger Mitbewohner!“
Ich runzelte die Stirn.
„Okay, aber… Warum wohnt Niclas nicht einfach bei deinen Eltern?“
Ich dachte, einen Schatten über Alexanders Gesicht huschen zu sehen. Er versteifte sich und sah mich überaus emotionslos an.
Er räusperte sich.
„Meine Eltern sind vor fünf Jahren bei einem Autounfall gestorben, da waren wir, Nic und ich, erst in einer Pflegefamilie, bis ich 18 geworden bin und mir diese alte Wohnung hier leisten konnte. Weißt du, es ist echt beschissen, seinen kleinen Bruder erziehen zu müssen, wenn man selbst genug um die Ohren hat. Und genau deswegen habe ich so wenig Zeit. Ich muss Nic von der Grundschule, besser gesagt der Nachmittagsbetreuung, abholen und danach noch arbeiten gehen. Also, kannst du bitte schnell mit deinen Fragen weiter machen?“ <

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Ach ich weiß auch nicht - diary

Hallo ihr da draußen,

Leute, manchmal weiß ich echt nicht mehr, wo mir der Kopf steht.
Kennt ihr das?
Ich reißt euch - entschuldigt den Ausdruck - den Arsch auf, um euer bestes zu geben, aber dann kommt irgendein Typ an und reibt euch unter die Nase, wie beschissen das eigentlich ist?
Irgendwie geht es mir gerade so.
Ich hatte mehrere Projekte am Laufen (Thema und Funktion ist gerade total egal) und habe dafür wirklich lange gebraucht.
Ich habe mich angestrengt, etwas richtig Kreativesauf die Beine zu stellen, ohne jegliche andere Hilfe.
Und genau bei der stolzen Präsentation meiner Arbeit kommt dann irgendwer an und kritisiert alles in Grund und Bode.
Dankeschön, genau das wollte ich hören!
Warum fällt es anderen so leicht, die Arbeit mancher Personen zunichte zu machen, wobei sie selbst keinen Finger rühren und es nicht einsehen, etwas eigenes zu tun?
Hauptsache mal das schlecht machen, was andere geschafft haben.
Diese Projekte waren jetzt nur auf privater Ebene.
Aber in der Schule geht mir das häufig auch so.
Erst letzt hatte ich einen Essay bei meinem Deutschlehrer abgegeben. Das Thema war schrecklich und ich habe mich wirklich bemühmt, wenigstens irgendetwas anständiges zu Papier zu bringen.
Nach ein paar Tagen bekomme ich den Essay zurück, und was steht unter einem Absatz? Lahm.
Ja, einfach nur lahm.
Dankeschön wieder ein mal, denn genau das wollte ich hören.
Das ist weder konstruktive Kritik noch Vorschläge zur Besserung.

Manchmal - etschuldigt den Ausdruck - kotzt mich das alles einfach nur an.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Der ökologische Fußabdruck ist eine Reifenspur - my mind

Hey ihr da draußen,

ich hab lange nichts mehr persönliches hören lassen, deswegen gibt es heute mal wieder schön was zum diskutieren für euch.

Ja ja, wie man es eventuell aus der Überschrift schon herauslesen konnte, geht es mir in diesem Post um unseren ökologischen Fußabdruck.
Sprich: Wie handeln wir in der Welt und was hat das für Auswirkungen auf unsere Umwelt?
Klar, das fängt dann schon an bei der Frage: Wie wäre es, mehr Fahrrad zu fahren anstatt das Auto zu nehmen oder eventuell auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen?
Die Ernährung spielt dabei auch eine große Rolle.
Schon mal was von virtuellem Wasser gehört? Das ist die Menge an Wasser, die während des ganzen Produktionsweges eines Produkts benötigt wird - von Anpflanzung/Züchtung über Reinigung etc und Verpackung bis zum Transport.
Ein kurzes Beispiel dazu: Ein Kilo Rindfleisch hält den Rekord bei einem virtuellen Wasserverbrauch von 15455 Litern. Ganz schön krass, oder? Mehr dazu gibt's hier.
Aber worauf will ich eigentlich hinaus?
Ich sagte ja bereits, der ökologische Fußabdruck sei eine Reifenspur. So meine Freunde, jetzt muss ich mich mal kurz über etwas aufregen. Und zwar über Motorsport.
Hallo? Erde an die Menschheit?
Ihr beklagt euch über den Klimawandel, aber geht nachmittags zur Formel eins um ein paar Karosserien dabei zu zu schauen, wie sie immer wieder im Kreis fahren?
Mir erklärt sich der Sinn dieses "Sports" noch nicht.
Leute, irgendwann geht Unterhaltung doch zu weit, oder nicht? Was ist an Rennautofahren denn sportlich?
- Umweltverschmutung durch Abgase
- Lärmbelästigung
- Rohstoffverbrauch
Ich kann da nur den Kopf schütteln.
Bitte sagt mir, dass ihr das ebenfalls so gar nicht nötig findet.
Eure Mademoiselle



Sonntag, 26. Oktober 2014

The modern days #9



> Wann werden diese peinlichen Momente endlich ihr Ende finden?
Erst lasse ich mich blamieren vor Selina und jetzt könnte ich wegen dieser Situation gerade im Boden versinken!
Und alles war Alexanders Schuld!
„Komm schon, steig ein, okay?“
Ich beschloss, das Klischee einer Frau zu erfüllen und ihn mit Schweigen zu strafen.
Mit erhobenem Haupt trat ich vom Auto zurück und unterstand mich, erleichtert aufzuatmen, als der Seitenspiegel mich nicht länger aufspießte.
Ich ging einmal um die Karosserie herum – und ja, es war nicht viel mehr als das.
Ein uralter VW Polo, schwarz, ziemlich verbeult und zerschrammt.
Ich stieß ein verächtliches Schnauben aus.
„Ja, ich weiß, es ist nicht das modernste Auto der Welt, aber es war recht billig und es fährt. Das war alles, was für mich Priorität hatte. Steig ein, wir müssen los, ich habe nicht ewig Zeit!“
Widerwillig zog ich die Beifahrertür auf, welche schrecklich quietschte.
Ich ließ mich auf den Sitz sinken und zog meine Tasche auf die Schenkel.
Ich sah mich um.
Hier von innen sah das Auto alles andere als gebraucht aus.
Die Sitze waren unversehrt, ein modernes Radio war eingebaut und am Rückspiegel hing eine kleine, fast unscheinbare Kette. Sie hatte einen Anhänger, auf dem etwas eingraviert war. Doch es war zu klein, um auch nur ansatzweise etwas aus dieser Entfernung erkennen zu können.
Alexander sah mich zweifelnd an, schloss dann jedoch die Tür seiner Seite und zückte seine Schlüssel.
Beim starten des Motors musste ich schlucken.
Worauf hatte ich mich noch mal eingelassen?
„Alles okay bei dir? Oder soll ich dich einfach nach hause fahren?“
Wann ist dieser Kerl eigentlich so einfühlsam geworden?
Ich schüttelte vehement den Kopf.
Alexander zuckte nur mit den Schultern.
„Na gut, dann geht’s jetzt mit zu mir, da du ja so gesprächig bist!“
Wir fuhren den Parkplatz hinunter, vorbei an der Schule und mitten in die Stadt hinein.
Es war ziemlich viel los, die meisten Angestellten hatten wohl Mittagspause, die Straßen waren überfüllt.
Wir brauchten fast eine halbe Stunde, um die Innenstadt zu durchqueren und endlich wieder die freieren, äußeren Straßen zu befahren.
Ich sagte die ganze Zeit kein Wort.
Alexander stellte unterwegs das Radio an und es erklang irgendetwas Undefinierbares. Es war Rap, aber so undeutlich und schnell, dass ich beim besten Willen kein Wort verstand.
Er fragte mich, ob es mich störte, ich jedoch zuckte nur mit den Schultern.
Um das Klischee zu erfüllen hatte ich definitiv noch nicht genug geschmollt – und außerdem hatte ich bis dato noch keine Lust, mit Alexander zu reden.
Er musste ganz schön weit außerhalb wohnen, in irgendeinem der äußeren Viertel der Stadt.
Die Gegend war zwar nicht mit Feldern und Wiesen übersät, doch es gab nur wenige Häuser und es erschien mir ländlicher.
Die bisherige Fahrzeit betrug schon fast eine Stunde.
Ich beschloss, meiner Mutter eine SMS zu schreiben, falls sie sich Sorgen machte, wo ich denn bliebe.
Wobei sie vermutlich eh so im Stress sein wird, dass sie vor heute Abend nicht auf ihr Handy schaut.
Ich sah aus dem Fenster.
Na gut, mein Schweigen musste jetzt ein Ende finden, denn eine Frage brannte mir auf der Zunge.
„Warum, um alles in der Welt, hast du mich deine Freundin genannt und meine Hand genommen?“, brachte ich schließlich hervor.
Alexander stoppte an einer roten Ampel und sah dann überrascht zu mir.
„Ach, hast du beschlossen, wieder mit mir zu reden?“
Ich nickte, Alexander grinste schweigend und richtete seinen Blick wieder auf die Straße.
„Alexander, beantworte meine Frage“
„Du hast mich bei meinem Namen genannt? Alexander nennt mich so gut wie niemand. Höchst interessant“
„Du gehst mir aus dem Weg!“
„Es klingt gut aus deinem Mund!“
Ich stöhnte.
„Was ist nur los mit dir?“
Alexander lachte.
„Ich heiße Alexander McCurdy, aber meine Freunde haben mich immer nur Alex genannt. Also kannst du das fortan auch tun, wenn du willst“
Ich konnte nicht anders und sah ihn wieder an – stink wütend. Dieses Mysterium von einem Menschen machte mich so rasend.
„Schon wieder dieses Wort. Freunde. Seit wann genau sind wir das?“ <

Samstag, 25. Oktober 2014

The modern days #8



> „Sag mal, spinnst du völlig?“, kreischte ich Alexander an, als er mich schließlich zum Parkplatz gezerrt hatte.
Ich riss meine Hand aus seiner und entfernte mich ein paar Schritte von ihm.
Was wagte dieser Kerl hier zu behaupten?
Ich sei seine Freundin? Jetzt auf einmal?
Alexander fuhr sich durch die Haare und sah mich dann an.
„Beruhige dich“, bat er seelenruhig, was mich jedoch nur noch mehr auf die Palme brachte.
Ich wurde mal wieder richtig wütend.
„Beruhigen? Nach dieser Show, die du gerade abgezogen hast?“, fragte ich und zog eine säuerliche Miene.
Alexander seufzte, krempelte seine Ärmel nach oben und kam dann ein paar Schritte auf mich zu.
Ich ging wieder ein wenig eingeschüchtert ein paar Schritte zurück und versuchte, einen gewissen Abstand zwischen uns zu bringen.
Doch der Typ ließ nicht nach, allmählich machte mir diese Situation ein klein wenig Angst. Wirkte alles ein wenig bedrohlich – mal wieder.
Verdammt, ich hätte nicht so eine große Klappe haben sollen. Das wurde allmählich zu viel für mich.
Vielleicht war das ganze ja doch keine so gute Idee.
Ich wusste immer noch nicht, was in dem Kopf dieses Jungen vorging. Und ehrlich gesagt möchte ich seine Gedanken gerade auch gar nicht wissen.
Ob wegrennen wohl eine Möglichkeit war?
„Mann Alice, reg dich nicht auf. Bleibst du jetzt mal stehen?“, fragte er und hob fragend die Arme.
Meine Schritte beschleunigten sich, bis ich urplötzlich mit voller Wucht gegen ein Auto knallte.
Der Seitenspiegel bohrte sich schmerzhaft in meinen Rücken, ich atmete schwer.
„Ehrlich gesagt kann ich mich gerade nicht abregen. Bei diesen Szenarien, die ich seit deinem Auftauchen erleben muss“
Das hier nicht ausgeschlossen.
Alexander kam nun direkt vor mir zum stehen und sah amüsiert auf mich hinunter.
Ja, ich wusste, wonach das aussah.
Aber seit gewissen Ereignissen in meiner Vergangenheit war ich nun mal recht schreckhaft geworden.
Ich versuchte zwar, recht selbstbewusst zu handeln und mich durch andere Personen nicht beeinflussen zu lassen.
Aber Alexander machte mir eindeutig Angst. Daran ließ sich im Moment nicht rütteln – und sein Grinsen wirkte keinesfalls beruhigend.
Ich presste die Hände an das Auto hinter mir und schluckte schwer.
Wenn er noch näher kommt, würde ich vermutlich anfangen, zu schreien.
„Alice, ich bitte dich. Du hast das alles hier doch angezettelt, oder etwa nicht? Also, kannst du dich bitte wieder entspannen. Ich werde dir nichts tun, falls du das denkst!“
Er vergrub die Hände in den Hosentaschen und sah mich unnatürlich gelassen an.
Ich jedoch wagte es nicht, mich zu rühren. Oder anders gesagt: Mein Körper hatte beschlossen, ab sofort immer hier stehen zu bleiben, meine Muskeln gehorchten mir nicht mehr.
Ob er mir wirklich nichts tut? Ich meine, ein paar blaue Flecken hatte er mir schon beschert.
Aber ich musste das Risiko wohl oder übel eingehen.
„Kommst du nun mit, oder nicht?“, fragte er, ich brachte es fertig, zu nicken.
Genug blamiert für den heutigen Tag.
Entspann dich Alice!
Ich wollte Informationen, jetzt muss ich auch welche bekommen.
Ich atmete tief durch.
„Ja, okay, gehen wir!“
Alexander grinste wieder und nickte.
„Sehr gut. Dann musst du da aber mal weg, das da ist nämlich mein Auto“ <

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Als erstes mal Karriere machen - my mind

Hallo ihr da draußen,

kein Plan, ob ihr es mitbekommen habt. Aber seit neusten untersützen Firmen wie Apple und Facebook Frauen, die ihre Eizellen einfrrieren lassen, um erst zu arbeiten und dann, irgendwann in ferner Zukunft, eventuell nochmal Mutter werden.
Mmmmmmmmh. Großer Diskussionspunkt für mich.
Einerseits bin ich total für Frauen, die keine Lust auf ein "Hausfrauendasein" haben, diesen Weg eben nicht einschlagen wollen.
Aber andererseits finde ich, es geht ein bisschen zu weit, wenn man erst an den Job und dann an seine privaten Wünsche denkt, wenn man Arbeit über Privates stellt.
Der Hintergrundgedanke ist ja folgender: Du kannst Kinder bekommen, das möchtest du vielleicht auch. Aber doch jetzt nicht! Nein, erstmal musst du schön arbeiten, um dann mitte vierzig deine für dich aufbewahrten Eizellen abzuholen und ein Baby haben.
Klingt für mich nicht akzeptabel.
Ich finde die Wissenschaft und die Technik bewundernswert, die so etwas möglich macht.
Aber um Karriere und Kinder in einem Leben zu vereinen, ist das der falsche Ansatz.
Erstens ist es ja nicht nur an der Frau, die Kinder zu betreuen. Mann kann definitiv auch mal zuhause bleiben und auf die Kleinen aufpassen.
Zweitens müssten Jobs für die moderne Frau heutzutage einfach mal umgestaltet werden. Flexible Arbeitszeiten zum Beispiel. Oder man ändert die Tatsache, dass man physisch am Ort sein muss.
Viele Bürojobs könnten theoretisch auch von Zuhause aus erledigt werden, sodass man arbeiten und gleichzeitig für seine Kinder da sein kann - das gilt sowohl für Frau als auch Mann.
Ladies, was denkt ihr über das alles hier? Wie würdet ihr euch denn entscheiden?
Lasst Kommentare da :)
Eure Mademoiselle

Dienstag, 14. Oktober 2014

The modern days #7

> „Sag mir einen Ort und den Zeitpunkt und ich kann dir versprechen, ich werde da sein!“, erwiderte ich wie aus der Pistole geschossen.

Alexander war also tatsächlich bereit, mir Rede und Antwort zu stellen. Diesen Glücksmoment musste ich ausnutzen!
Er atmete tief durch und fuhr sich durch die Haare.
„Hast du heute Nachmittag Schule?“, wollte er wissen, ich schüttelte zögerlich den Kopf.
Alexander griff danach nach hinten, zog seinen Rucksack zu sich und wühlte darin.
Dann kramte er einen schwarzen Kugelschreiber heraus und stand auf.
Er kam auf mich zu, nahm, ohne zu fragen, meine Hand und schrieb in geschwungenen Lettern eine Adresse auf den Handrücken.
„Hier wohne ich. Wir können uns heute Nachmittag dort treffen, oder ich nehme dich gleich nach der Schule mit!“
Ich atmete tief durch.
Wow, letzte Woche wollte er noch kein Sterbenswörtchen mit mir reden und jetzt wirkte er regelrecht aufdringlich.
Mein Gewissen meldete sich zu Wort.
Ich kannte diesen Jungen nicht. Normale Mädchen würden diese Verabredung keinesfalls akzeptieren, viel zu gruselig.
Aber ging es mir nicht genau darum? Herauszufinden, wer Alexander war?
Ich nickte – wohl eher, um mich selbst von meiner Entscheidung zu überzeugen.
„Deine Bereitschaft mit mir zu reden ist höchst interessant… Aber okay, ich komme vorbei. Ich war noch nie in der Gegend. Gibt es da eine Straßenbahnhaltestelle?“, wollte ich wissen, Alexander grinste nur.
„Wie gesagt, ich kann dich auch direkt mitnehmen. Bin mit dem Auto da“
Ich zog interessiert die Augenbrauen nach oben.
Na gut, na gut, ich ergebe mich ja schon!
Ich seufzte.
„Also nach Bio?“, fragte ich, Alexander nickte und ich brachte so etwas wie ein Lächeln zustande.
Plötzlich unglaublich nervös sah ich auf meine Armbanduhr.
Es würde bald klingeln.
Ich nahm meinen Skizzenblock und steckte ihn zusammen mit meiner Ansammlung an Bleistiften in meine Schultasche.
Als ich wieder aufsah, war Alexander plötzlich weg.
Ich runzelte die Stirn.
Dieser Kerl ist mir ein einziges Mysterium.
„Okay, also ich sehe dich dann gleich in Bio. Oder auch nicht!“, rief ich wahllos in irgendeine Richtung, zuckte mit den Schultern und stand auf.
Dann lief ich zurück ins Schulhaus, begab mich gleich nach oben in den Biosaal – in der Hoffnung, Alexander wieder zu sehen – und setzte mich auf meinen altbekannten Platz in die letzte Reihe.
Meine Mitschüler trudelten nach dem ersten Klingeln auch allmählich ein, wobei mir natürlich keiner Beachtung schenkte.
Als der Unterricht begann und Alexander nicht wieder aufgetaucht war, fing ich an, nervös zu werden.
Hatte dieser Typ mich etwa nur verarscht? Wollte er sich lediglich lustig über mich machen, um mich ein weiteres Mal einzuschüchtern?
Ich schüttelte den Kopf.
Wenn es das ist, worauf er hinaus will, wird er es bitter bereuen. So leicht lasse ich mich nicht veräppeln.
Der Unterricht verlief schleppend und war furchtbar langweilig.
Alexander tauchte erst eine geschlagene halbe Stunde später auf, setzte sich nach einer Ermahnung von Seiten des Lehrers neben mich und schwieg die restliche Zeit.
Ich versuchte, seine Anwesenheit zu ignorieren und mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Und obwohl er mich kein einziges mal ansah, machte mich die Situation allein ganz verrückt.
Erst als es klingelte und ich aufstand, um meinen Stuhl nach oben zu stellen, wagte es Alexander, wieder mit mir zu reden.
„Warte, ich mach das für dich.“
Ohne eine Antwort meinerseits abzuwarten, stellte er meinen Stuhl auf den Tisch und schob mich dann aus dem Klassenzimmer.
Ich brachte vor Staunen kein Wort heraus.
Was ist nur in diesen Kerl gefahren?
Ich folgte ihm den Schulhof hinunter, blieb aber irgendwann einfach nur perplex stehen.
Das wurde mir gerade alles ein bisschen zu viel!
Alexander kam auf mich zu und sah mich leicht genervt an.
„Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit. Vielleicht könntest du dich mal beeilen?“, bat er, jedoch ohne jeglichen freundlichen Unterton.
Ich wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als ich Schritte hinter uns hörte, daraufhin verächtliches Lachen.
„Ach, jetzt haben sich die zwei Freaks schon zusammengeschlossen?“, rief uns Selina zu, ich atmete tief durch.
Ignoriere sie, Alice! Einfach ignorieren.
Ich warf Alexander einen Seitenblick zu und hoffte, ihn dadurch aufzuhalten, irgendetwas zu sagen.
Anfang des Jahres hatte ich mich wirklich bemüht, wieder irgendwelche Freunde zu finden, beziehungsweise auch nur annährend nette Leute zu finden, neben welchen ich sitzen konnte.
Doch meine Versuche scheiterten kläglich. Und als Selina die Botschaft verbreitete, ich sei ein Freak, war es mit meinem Image komplett den Bach hinunter gegangen.
Ich hatte es aufgegeben, mich mit irgendwem anzufreunden und ebenfalls hatte ich es aufgegeben, mir irgendeinen produktiven Kommentar auf Selinas Geplapper einfallen zu lassen.
Doch Alexander schien mit dieser Strategie noch nicht vertraut. Er drehte sich um und sah Selina direkt an.
„Hast du irgendein Problem mit uns?“, fragte er, ich drehte mich ebenfalls um.
Das Szenario wird vermutlich noch ganz interessant werden, obwohl mir nicht ganz wohl bei der Sache war.
Alexander trug, wie jeden Tag, ein komplettes Outfit in schwarz und seine Tattoos wirkten nach wie vor Angst einflößend.
Ich würde ihm sogar zutrauen, dass er sich womöglich noch auf das Mädchen stürzt.
Selina zog, überrascht über die Tatsache, dass jemand ihr Paroli bat, die Augenbrauen nach oben und schwieg.
Alexander grinste.
„Nicht? Na also, passt doch alles. Und jetzt entschuldige mich, ich wollte gerade mit meiner Freundin gehen!“, meinte er seelenruhig.
Dann nahm er meine Hand, verflocht seine Finger mit meinen und zog mich ein kleines Stückchen näher an sich.
Selina klappte die Kinnlade hinunter, als Alexander mit mir – händchenhaltend – den Parkplatz hinunter lief. <

Sonntag, 12. Oktober 2014

The modern days #6



> Okay, okay.
Ich musste mich allmählich mal wieder beruhigen.
Das ganze Wochenende war ich mit meinen Gedanken bei Alexander, bei Amelia und bei der Funk – was auch immer das ist.
Ich habe sämtliche Soziale Netzwerke durchforscht, auf der Suche nach jeglichen auch nur annähernd brauchbaren Informationen bezüglich meiner momentanen Lebenssituation.
Es war Mittwochmorgen.
Schule war – wie jeden Tag – stinklangweilig.
Wie ich gerade mitbekommen hatte, fiel bei mir spontan Französisch aus, weshalb ich mich nun zum Hauptausgang begab.
Das Wetter draußen spielte verrückt, für einen Novembertag mit fast zwanzig grad war es viel zu warm, die Sonne schien grell.
Ich beschloss, meine Freistunde draußen in Ruhe alleine zu verbringen.
Den Aufenthaltsraum mit meinen mich verachtenden Mitschülern zu teilen war eh keiner meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Ich ging nach draußen und atmete die frische Luft ein.
Mit Jacke war es definitiv zu warm, weshalb ich jene auszog und mich in T-Shirt auf einen Felsbrocken setzte.
Diese waren hier schon fast symmetrisch angeordnet, ein Kunstprojekt ehemaliger Schüler.
Ich hatte mit Bildender Kunst nie viel anfangen können. Bis auf das Zeichnen.
Ich zeichnete wahnsinnig gerne, vor allem mit Bleistift oder Kreide.
Mein Platz mitten in der Sonne lies mich annähernd entspannen.
Ich versuchte, mir so wenige Gedanken wie möglich über ihr-wisst-schon-wen zu machen, denn er treibt mich früher oder später noch in den Wahnsinn.
Ich setzte mich in den Schneidersitz, kramte meinen Skizzenblock hervor und begann, ein wenig zu kritzeln.
Landschaften und jegliche Architektur abzuzeichnen, darin war ich spezialisiert.
Die Schule war zwar einer der hässlichsten Betonklötze, die ich kannte, doch durch ihre vielen Winkel konnte man Licht und Schatten super erkennen, und super abzeichnen.
Völlig vertieft in meine Arbeit erschrak ich zu Tode, als mich etwas berührte.
Ich schrie auf.
„Bin ich das gewesen?“, fragte mich eine nur allzu bekannte Stimme.
Völlig außer Atem drehte ich meinen Kopf.
Alexander stand hinter mir und hatte seine raue Hand auf meinen Oberarm platziert.
Da dieser Kerl die bisherige Woche nicht aufgetaucht war, hatte ich auch nicht vermutet, ihn je wieder zu sehen. Doch ich lag wohl falsch.
„Was… was meinst du?“, fragte ich völlig verwirrt.
Alexander strich über meine Haut und seufzte.
„Die blauen Flecken. War das meine Schuld? Als ich dich gegen die Schließfächer gestoßen habe, ist es deshalb passiert?“
Seine Stimme war viel zu einfühlsam, so leise.
Er nahm die Hand von meinem Arm, ging ein paar Schritte um den Fels und kniete sich dann vor mich.
Ich sah ihn leicht benommen an und nickte.
„Ja, das… ähm… Schließfächer sind eben nicht aus Plüsch!“
Alexander verzog keine Miene.
„Es tut mir leid, Alice. Wirklich. Alles, was ich dir in den letzten Tagen – auch unterbewusst – angetan habe, tut mir leid. Ich weiß, ich bin einfach so hier in dieses Leben hinein geplatzt. Glaub mir, ich wollte nur ein neues Leben anfangen, die Schule fertig machen und dann irgendwo hinziehen, wo mich keiner kennt. Aber meine Pläne haben sich in Luft aufgelöst, als ich dich das erste Mal gesehen habe. Ich weiß, meine Reaktion war richtig beschissen und ich weiß ebenfalls, dass ich mich langsam aber sicher in einen Psychopathen verwandle. Aber mir kam es vor, als hätte mich meine Vergangenheit wie ein Schlag ins Gesicht getroffen, als ich da in den Biologie Kurs kam. Es tut mir so schrecklich leid!“
Ein paar zu lange Strähnen fielen Alexander ins Gesicht, welche er ärgerlich weg strich.
Doch danach änderte sich sein Gesichtsausdruck wieder und er sah mich besorgt an.
Ich schluckte schwer und räusperte mich danach.
„Ich… äh… Na ja, wegen deinen Worten bin ich jede Nacht seit Donnerstag wach gelegen, um darüber nachzudenken, wer du bist und warum du gerade jetzt hier auftauchst. Du wirfst mir andauernd neue Rätsel an den Kopf, die ich nicht lösen kann. Beantworte doch bitte meine Fragen, am besten ohne gleich auszurasten. Wer bist du?“
Alexander presste kurz die Augenlider aufeinander, dann lies er sich auf dem Boden nieder.
„Du willst gar nicht wissen, wer ich bin!“, murmelte er, doch das genügte mir als Antwort keineswegs!
Ich schüttelte energisch den Kopf, sodass meine Locken mal wieder machten, was sie wollten.
Dann stand ich auf und setzte mich ebenfalls auf den Boden, direkt vor ihn.
„Hör zu. Ich will sehr wohl wissen, wer du bist. Ich weiß, du hattest eine Verbindung zu Amelia. Aber wie kommt es, dass ich dich erst jetzt das erste Mal sehe? Ich habe so viele Fragen an dich und deinen durchaus mysteriösen Charakter, die du mir unbedingt beantworten musst!“
Alexander brachte ein müdes Lächeln zustande.
„Um ehrlich zu sein, wollte ich das jedem Menschen, mit dem ich von nun an bedingt Zeit verbringe, ersparen. Aber du scheinst nicht locker zu lassen, ganz egal, was ich auch tue!“
Ich nickte, woraufhin Alexander ergeben seufzte.
„Na gut. Ich erzähle dir, was du willst. Aber nicht jetzt. Und nicht hier.“ <

Donnerstag, 9. Oktober 2014

O'zapft is - my mind

Hallo ihr da draußen,

noch nicht allzu lange ist es her, das Oktoberfest - das übrigens schon im Sepember startet, welch Ironie.
Nun ja, zu diesem Thema gibt es eine Menge "Unterthemen", so nenne ich das mal, zu denen man sich doch tatsächlich aufregen könnte, zum Beispiel die viel zu überfüllten Zelte, etc.
Aber ich würde gerne einen andern Punkt ausdiskutieren, und zwar den Alkohol.
Ob der auf der Wiesn zu teuer ist, oder nicht, sei dahin gestellt. Ich will nur allgemein ein bisschen über das Für und Wieder von Alkoholkonsum, insbesonder auf Volksfesten, eingehen.
Denn der ist, mal nicht fromell ausgedrückt, echt nicht normal!
Leute, checkt ihr nicht, was ihr mit eurem Körper da anstellt?
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Leute Alkohol trinken.
Aber wenn es dann so außer Kontrolle gerät, dass ihr womöglich in eine Schlägerei verwickelt werdet oder in eure eigenen Kotze - oder die einer anderen Person, was nicht viel besser wäre - aufwacht, dann ist irgendetwas schief gelaufen.
Komasaufen ist hierfür das Stichwort.
Okay, mal kurz die Fakten. Die Jugend trinkt zu viel. Und zu hart. Das ist wohl allen klar.
Aber warum?
Diese Frage bleibt für mich unergründlich.
Ist es wirklich nur der Geschmack? Schmeckt Vodka soviel besser als Cola?
Oder ist es der Gruppenzwang? Betrinkt ihr euch, weil eure Freunde es auch tun?
Oder ertrinkt ihr euch Mut? Vielleicht aus Verzweiflung? Vielleicht aus Sorge?
Heinz Rühmann hat mal gesagt, "Sorgen ertrinken nicht in Alkohol, sie können schwimmen".
Dieses Zitat ist zwar auf eine humorvolle Art und Weise gemeint, aber für mich entspricht es doch ganz der Wahrheit.
Ihr könnt in euch hinein schütten, so viel ihr wollt. Aber am nächsten Tag dürft ihr euch dieselben Gedanken wieder machen - dazu verkatert.
Leute, ich will keinen Moralapostel spielen. Spaß haben, ein bisschen feiern, dass ist Teil eures Lebens. Genießt eure jugendliche Freiheit in vollen Züge!
Aber ich bitte euch inständig: Übertreibt es nicht! Lasst euch zu nichts zwingen! Macht Schluss, wenn es wirklich an der Zeit ist, aufzuhören.
Keiner ist erpicht darauf, im Krankenhaus aufzuwachen.
Und gerade für diejenigen unter euch, die den Führerschein haben: Ich weiß, es ist super, Auto fahren zu können. Aber Alkohol am Steuer geht gar nicht! Es gibt so viele Unfälle von betrunkenen Jugendlichen, insbesondere Fahranfänger, die es einfach nicht lassen konnten.
Was haltet ihr von der ganzen Alkohol-Geschichte?
Würde es, eurer Meinung nach, etwas bringen, den kompletten Alkohol erst ab 18 zu verkaufen oder denkt ihr, das wäre nur ein weiterer Kick und die Jugend würde sowieso immer irgendwie daran kommen?
Eure Mademoiselle.

Dienstag, 7. Oktober 2014

The modern days #5



> Ich habe es gewusst! Der Typ kannte Amelia.
Aber woher?
Alexander sah hektisch umher und wirkte gar nicht mehr so bedrohlich wie gerade eben noch.
Er atmete angestrengt.
„Wenn du von der Funk bist, verflucht, dann… Ich werde nicht zurück kommen, ich habe das Ritual vollzogen und bin ausgestiegen okay? Boss wird mich nie wieder zu Gesicht bekommen! Hast du das kapiert?“
Alexander drückte meine Hand weg und schubste mich zur Seite, sodass er den Gang hinunter rennen konnte und hinter der nächsten Ecke verschwand.
Mit voller Wucht knallte ich gegen ein paar Schließfächer. Das wird einen blauen Fleck geben!
Völlig verwirrt starrte ich Alexander nach.
Okay, jetzt soll ich auf einmal zu der Funk gehören? Was soll das denn sein?
Mann, dieser Kerl spricht nur noch in Rätseln.
Auf meinen Armen breitete sich eine Gänsehaut aus.
Ich brauchte eine neue Strategie, um Alexander Informationen zu entlocken.
Er hielt mich für tot. Aber das war nur Verwechslung, weil er Amelia kannte.
Woher also kannte er sie?
Was ist die Funk?
Hatte Amelia was damit zu tun?
Um das herauszufinden, musste ich wieder mit ihm sprechen. Aber wie? Ihn bedrohlich gegen die Wand zu drücken, hat ja nicht sonderlich gut funktioniert.
Vielleicht sollte ich ihn außerhalb der Schule treffen, so unter vier Augen.
Wobei… Ich hatte keine Ahnung, was der Typ für Absichten hatte. Welch grauenvolle Sachen hatte er getan, um so psychopatisch geworden zu sein?
Ich schüttelte den Kopf, wobei mir ein paar nasse Strähnen ins Gesicht klatschten.
Was auch immer in Alexander vorgeht, ich werde es herausfinden.
Aber zunächst musste ich meine Haare wieder bändigen.
Eigentlich kümmert es mich nicht, was andere Leute über mich sagen.
Ich bin, wie ich bin. Ich kleide mich, wie ich mich schön finde und trage meine Haare, wie sie mir gefallen.
Und ich fand, türkise Spitzen geben den langweiligen, pechschwarzen Locken ein wenig Pep.
Aber wenn jemand zu mir sagt, ich sehe aus, als hätte ich in eine Steckdose gelangt, dann ist es doch höchste Zeit, mal einen Blick in den Spiegel zu riskieren.
Ich ging aufs Mädchenklo und schmiss meine Tasche auf den Boden.
Dann begutachtete ich meine Frisur im halb zerkratzten Spiegel.
Die Hälfte meiner Haare klebte am Rand meiner Wangen, der andere Teil stand wild in alle Richtungen ab.
Na super, der Tag beginnt ja grandios!
Ich kramte ein Haargummie aus meiner Tasche und bändigte meine Locken in einem Zopf.
Ein letzter Blick in Spiegel, und fertig.
Ich wollte gerade gehen, als mir etwas im Spiegel auffiel.
Auf der gegenüberliegenden Wand stand, neben andern Kritzeleien, mit rotem Edding etwas geschrieben.
Ich drehte mich um, lief zur Wand und starrte wie gebannt auf den Text.
Bist du krank, dann komm zur Funk – hier werden deine Träume erfüllt, versprochen. <

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ein zweites Vietnam? - my mind

Hallo ihr da draußen,

jetzt mal wieder was ernstes hier auf dem Blog.
Ihr habt sicherlich alle schon von der Organisation IS gehört.
Diese spricht jetzt neurdings davon, dass ihr Kampf für die USA in einem "zweiten Vietnam" enden wird.
Der Vietnam Krieg in der 60er und 70er Jahre ist seitdem ein Symbol für ein schreckliches Massaker, im Vietnam Krieg sind abertausende von Menschen umgekommen.
Die IS meinen, dass ein langer Terrorkrieg ausbrechen wird, den der Westen nicht gewinnen kann.
Mit Angriffen durch Bodentruppen hat man zwar schon ein klein Wenig erreicht, doch die IS wird sich vermutlich weiterhin durch den Untergrund schlängeln und dort ihren Terror verbreiten.
Okay, halten wir mal kurz fest, was die IS überhaupt will: Die IS wollen, dass, wie ihr Name schon sagt, alle Menschen ihr Leben nach ihrer Religion leben, und das so extrem wie möglich. Und alle, die das nicht tun, werden ermordert. Kann man so zusammen fassen, oder?
Aber hallo? Ich hoffe, wir sind uns alle einig, dass das definitv nicht normal ist, was diese Leute da vollführen.
Ich bin mir sicher, keine einzige Religion auf dieser Welt sieht es vor, andere Menschen zu Sklaven zu machen, sie zu ermorden oder was auch immer, nur um ihre Idiologie durchzusetzen.
Könnt ihr mal bitte aufwachen?
In dem man unschuldige Reporter köpft, kommt man nicht ans Ziel.
Es geht einfach nicht in meinen Kopf rein, wie krank manche Menschen sein können.
Für mich ist es überhaupt kein Problem, wenn andere Leute einer anderen Religion angehören als ich oder an etwas glauben, woran ich nicht glaube.
Aber die Handlungen der IS kann doch kein normaler Gläubiger unterschreiben.
Irgendwann müssen die Leute kapieren, dass es nicht so weiter gehen kann. Dazu noch ein paar Inspirierende Worte von LeFloid, passend zum Thema, hier.
Ehrlich gesagt Leute, weiß ich gar nicht, was ich zu dem Thema noch schreiben soll. Meine Gedanken sind ein einziges Wirrwarr und das alles ist so kompliziert, da kommt kein richtiger Post mehr bei raus. Wollte nur kurz einen Denkanstoß geben, und mal wieder kann ich nur sagen: Make Love Not War!
Eure Mademoiselle.

Ps: Als kleine Anmerkung sei hier noch gesagt, dass man in den Kommentaren auch "anonym" auswählen kann. Ihr müsst kein Konto erstellen, sondern könnt einfach bei "Profil auswählen" auf anonym gehen und drauf los tippen! Ich freue mich auf eure Meinung, seid ja nicht schüchtern :)

Donnerstag, 2. Oktober 2014

The modern days #4


> Die Busfahrt heute Morgen zur Schule war eine einzige Qual.
Ich war schon eine Stunde früher aufgestanden, um noch vor der ersten Stunde mit Alexander zu reden.
Keine Ahnung, ob er überhaupt noch mal zur Schule kommen wird, nach dem, was passiert ist.
Er scheint regelrecht gestört zu sein!
Draußen regnete es wie aus Kübeln.
Ich stieg an der nächsten Haltestelle aus – gänzlich ohne Schirm oder Regenjacke. Mein Magen rebellierte, als ich aufstand.
Ich hatte nichts gefrühstückt und in Kombination mit der zunehmenden Aufregung gefiel das meinem Körper ganz und gar nicht.
Mit schnellen Schritten erreichte ich die Schule genau in dem Moment, als es zur ersten Stunde klingelte. Meine Haare waren klatschnass und mein Pullover triefte, als ich mich durch den Haupteingang drängelte.
Normalerweise hatte ich freitags erst zur zweiten, weshalb ich mich generell nicht sehr beeilte.
Doch nun wollte ich Alexander noch abpassen.
Ich pellte mich aus dem feuchten Pullover und strich das Top darunter glatt.
Es wurde genau das Gegenteil von wärmer, aber wenigstens verteilte ich keine Pfützen mehr hinter mir.
Fröstelnd rubbelte ich mir über die Arme und setzte meinen Weg fort.
Im untersten Geschoss, in dem alle fünften und sechsten Klassen untergebracht waren, erkannte ich seine Statur schon beim ersten Suchen aus der Masse herausstechen.
Er trug dasselbe, dunkle Shirt wie gestern. Die Ärmel waren genau wie zuvor hochgekrempelt, sodass ich seine Tattoos erkennen konnte.
Die jungen Schüler stürmten in ihre Klassenzimmer.
Ich schlich mit ausreichend Sicherheitsabstand hinter Alexander her, folgte ihm ins nächste Stockwerk und wartete, bis wir alleine waren.
Meine Haare klebten immer noch feucht an meiner Wange, meine Locken standen nun vermutlich in alle Richtungen ab.
Alexander wollte gerade in den Aufenthaltsraum verschwinden, als ich meinen ganzen Mut zusammen nahm und zielstrebig auf ihn zu ging.
Jetzt gab es kein zurück mehr!
Ich zog an seinem Ärmel, brachte ihn so zum anhalten und drückte ihn sanft, aber energisch gegen die Wand.
Er sah mich vollkommen verwirrt an, ich atmete tief durch.
„Du mieser Feigling hast mich gestern gefühlte tausendmal beschuldigt, tot zu sein. Erklär mir das, verdammt noch mal!“, raunte ich ihm zu und biss mir nervös auf die Unterlippe.
Verstohlen sah ich mich um, doch der Unterricht hatte schon angefangen und keine Menschenseele war mehr auf den Gängen.
Dann sah ich wieder zu Alexander, direkt in seine eisblauen Augen.
Ich versuchte dem Blick Stand zu halten, während er mich damit zu durchbohren versuchte.
„Lass mich in Ruhe, ich muss zum Unterricht!“, murmelte er. Seine Stimme hatte an Kraft verloren und auf einmal wirkte er wie ein vollkommen anderer Mensch, im Gegensatz zu gestern einfach nur müde.
„Fangen wir am besten gar nicht erst an, zu lügen. Du musst nicht zum Unterricht, du wolltest gerade in den Aufenthaltsraum. Also, die Wahrheit wäre mir deutlich lieber, okay?“
Ich atmete tief durch, Alexander grinste mich an.
Wahrhaftig, er grinste – doch es wirkte auf mich keineswegs beruhigend. Eher bedrohlich, wie so gut wie alles an ihm.
„Die Wahrheit? Du siehst aus, als hättest du in eine Steckdose gelangt! Und warum sind die Spitzen deiner Haare türkis? Türkis, ist das jetzt Mode?“
Ich schloss kurz die Augen.
Ich werde jetzt nicht schwach werden. Und ich werde auch nicht nachgeben.
Automatisch verstärkte ich den Druck gegen seine Brust.
„Verdammt, hör auf mich zu nerven. Ich will wissen, was in deinem Hirn vor sich geht. Du hast dich mir gegenüber gestern aufgeführt wie ein Psychopath. Wer bist du und was willst du?“
Alexanders hämisches Grinsen ließ nicht nach.
„Was willst du denn? Immerhin bist du gerade das gestörte Mädchen, das mich ohne jeglichen Grund gegen die Wand drückt. Falls du meine Nummer willst, hättest du einfach nur fragen können!“
Jetzt wurde ich wütend.
Einfach nur wütend.
„Hör zu. Du hast mich gestern angeschrien, ich solle tot sein. Was sollte das? Du hast über mein Gesicht gestrichen, wie ein kranker Stalker, und wieder gesagt, ich sollte längst tot sein. Und dann bist du einfach abgehauen.“
Erneut atmete ich tief durch.
„Es geht um Amelia, richtig? Du denkst, ich wäre sie! Was hattest du mit ihr zu tun? Was, zum Teufel, suchst du hier, an meiner Schule, in meinem Leben?“
Alexander starrte mich an.
„Amelia?“
Sein Grinsen verflog augenblicklich und ich sah, wie er schlucken musste.
Dann, langsam und sehr mechanisch nickte er. <